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Potsdam-Mittelmark Buschgrabengebiet soll Grünfläche bleiben
Lokales Potsdam-Mittelmark Buschgrabengebiet soll Grünfläche bleiben
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19:30 08.03.2018
Barbara Sahlmann (Bündnis 90/Grüne, Mitte hinten) informierte auf einem Rundgang die Mitglieder ihres Ausschusses und interessierte Anwohner über die Bebauungspläne der Gemeinde. Quelle: K. Kobel-Höller
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Kleinmachnow

„Ich muss abwägen – setze ich mich für jene ein, die die Fläche seit 80 Jahren besitzen, oder für die 20 000 Kleinmachnower, die ihre Lebensqualität behalten wollen?“, argumentierte Kleinmachnows Gemeindevertreterin Barbara Sahlmann (Bündnis 90/Grüne), Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Ordnungsangelegenheiten (UVO), in der Diskussion um einen zu erstellenden Bebauungsplan für 18 Grundstücke im Buschgrabengebiet. Zuvor hatte sich der Ausschuss am Mittwoch mit Interessierten, Anwohnern und auch einer betroffenen Eigentümerin vor Ort getroffen, um das Areal zu besichtigen: Der Wald zwischen der Straße Am Rund und Wolfswerder sei ein Biotop, ein ziemlich wertvoller Lebensraum. Er diene nicht nur vielen Vogelarten als Nistmöglichkeit, sondern auch Amphibien wie etwa dem besonders geschützte Moorfrosch als Lebensraum, erklärte Jörg Dorowski vom Förderverein Landschaftsschutzgebiet Buschgraben/Bäketal. „Das ist nicht einfach alles Gestrüpp, das ist ein Stück Wildnis.“ Es handle sich um einen wertvollen Mischwald mit Zukunftseichen, formulierte er.

Grundstückseigentümerin befürchtet dritte Enteignung

Eine kurze Unterbrechung der ökologischen Erklärungen gab es, als sich in der Verlängerung von Wolfswerder eine ältere Dame zu Wort meldete: „Wir stehen hier auf meinem Grund und Boden.“ Die Initiative würde für sie eine dritte Enteignung bedeuten, klagte sie an. Die Berlinerin Irmgard Dirksen schilderte später im Ausschuss die Geschichte einer der betroffenen Flächen.

Vor 80 Jahren, zu ihrer Geburt, hatte ihr Vater Parzelle 88 gekauft, in der Absicht, später, wenn es die wirtschaftlichen Verhältnisse zulassen würden, darauf ein Haus zu bauen. „Alle, die hier ein Grundstück besaßen, wollten das. Aber wir hatten damals ja nicht die Mittel dafür.“ Bis ins Jahr 1952 habe die Familie aus den Erträgen des eigenen Gartens gelebt – Er hätte jedes Gemüse, Obst, Bäume und Sträucher gehabt. Sie erinnerte sich daran, dass sie noch eine letzte Ernte einbringen konnten, weil eine Nachbarin eine Tür im Zaun machte. „Dann kam der Mauerbau. Alles weg. Kahlschlag. Nach der Wende mussten wir sehr dafür kämpfen, um wieder Eigentümer zu werden.“ Um 50 Prozent des Verkehrswertes hätte sie die Fläche wenigstens anteilig zurückkaufen können. Durch Beziehungen konnte sie den Preis auf ein Viertel reduzieren. „Seit 20 Jahren stehe ich jetzt im Grundbuch – doch eine Nutzung war bisher nicht in Sicht.“

Naturschützer wollen keinen Dominoeffekt

Im Ausschuss überwogen jedoch die Stimmen der Umweltschützer und besorgten Anwohner. Gleich mehrere Vertreter erhielten Rederecht: Der Wald würde bei erteiltem Baurecht voraussichtlich komplett abgeholzt werden, was eine nachhaltige Veränderung des Kleinmachnower Mikroklimas zur Folge hätte – vom jetzigen ausgleichenden Waldklima zu einem Stadtklima wie in Steglitz, erläuterte etwa der Biologe Gerhard Casperson. Auch die Befürchtungen, dass der Verkehr stark zunehmen würde, dass Bauarbeiten andere Straßen wie etwa die Betonplatten der Ginsterheide oder Wolfswerder zerstören könnten, was Kosten für die dortigen Anwohner bedeuten würde, oder dass es zu einem Dominoeffekt kommen könnte und schon bald die Bebauung tiefer in den Buschgraben verlangt werden könnten, wurden geäußert und diskutiert. Das Eigentum der Betroffenen werde ja nicht angezweifelt – Baurecht sei aber nicht daran gebunden und ausschlaggebend sei die jetzige rechtliche Situation, nicht die Absicht vor 80 Jahren, hieß es außerdem.

Am Ende entschied die Mehrheit der Mitglieder, den Argumenten der Umweltschützer zu folgen und lehnten den Wunsch nach Erstellung eines Bebauungsplanes für die Grundstücke mit vier zu drei Stimmen ab. Einstimmig wurde in der Folge beschlossen, dass stattdessen die Widmung als Grünfläche empfohlen werden soll. Der Bauausschuss hatte am Montag hingegen die Erstellung des B-Planes empfohlen. Die endgültige Entscheidung soll am 12. April in der Gemeindevertretung getroffen werden.

Von Konstanze Kobel-Höller

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