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Potsdam-Mittelmark Bushido-Kumpel Arafat A. muss Strafe zahlen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bushido-Kumpel Arafat A. muss Strafe zahlen
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14:42 31.07.2015
Die denkmalgeschützten Häuser sollen das neue Wohndomizil von Bushidos Familie und seinem besten Freund Arafat A. werden. Quelle: Claudia Krause
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Potsdam

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Oder die Amtsrichterin mit dem Urteil. Am Donnerstag ist Bushidos Busenfreund und Grundstücksmiteigentümer Arafat A. in Abwesenheit verurteilt worden. Der Beschuldigte hörte das Urteil jedoch nicht im Gerichtssaal.

5000 Euro Bußgeld und die Gerichtskosten hat Arafat A. (Mitte 30), die rechte Hand des Berliner Skandal-Rappers Bushido (36), für illegale Baumfällungen auf dem gemeinsamen Kleinmachnower Grundstück zu zahlen. Das Urteil fällte Richterin Constanze Rammoser-Bode am Donnerstag im Potsdamer Amtsgericht in Abwesenheit des Beschuldigten. Der ist nicht pünktlich zur Hauptverhandlung erschienen, die für 14 Uhr angesetzt war.

Nachdem die Richterin nach gängiger Praxis das akademische Viertel von 15 Minuten Wartezeit verstreichen ließ, verwarf sie schließlich den Einspruch von A. gegen den Bußgeldbescheid der Gemeinde Kleinmachnow. „Er hat die 5000 Euro Bußgeld und die Gerichtskosten zu tragen“, so Rammoser-Bode. A. sei „ordnungsgemäß geladen worden“ und es gebe „keinerlei Anhaltspunkte“ für das Nichterscheinen, sagte sie.

In legerer Kleidung und viel zu spät zum Gerichtsprozess

Den MAZ-Berichterstatterinnen sind Bushido, Arafat A. und ein weiterer Begleiter dann um 14.30 Uhr noch auf dem Gerichtsflur begegnet. Die drei Männer in legerem Freizeitlook standen verblüfft vor der verschlossenen Tür des Verhandlungssaals 22.

Laut Gerichtssprecher Wolfgang Peters hat A. jetzt die Möglichkeit, gegen das Urteil Rechtsmittel einzuleiten.

Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert war als Beobachter zur Verhandlung gekommen. Als Verfahrensbeteiligte waren eine Mitarbeiterin des Grünflächen- und ein Kollege des Ordnungsamtes geladen. Bereits im Mai dieses Jahres hatte es einen Gerichtstermin gegeben, bei dem A. „beleidigend“ aufgetreten sein soll. Der Bushido-Busenfreund ist gemeinsam mit dem Rapper Eigentümer des Grundstücks am Zehlendorfer Damm vor den Toren Berlins. A. erledige zumeist die Vor-Ort-Geschäfte in Kleinmachnow. Für das illegale Fällen von acht Bäumen im Jahr 2012 hatte er laut Grubert seine Schuld eingestanden und das Bußgeld von 1500 Euro auch bezahlt. Im Oktober 2014 brachte A. noch einmal sechs Bäume illegal zu Fall, wofür ihm – weil ein Wiederholungsfall – ein Bußgeldbescheid über 5000 Euro von der Gemeinde zugeschickt wurde. Dagegen erhob A. dann Einspruch.

Freundschafts-Bande

Arafat A. ist Geschäftspartner, Freund und sogar Trauzeuge des berühmten Skandal-Rappers Bushido (Anis Mohamed Youssef Ferchichi).

Seine Familien stammt aus Palästina. Dem in besonders in Berlin polizeibekannten Familien-Clan A. werden Verwicklungen in die organisierte Kriminalität, in Drogen- und Waffenhandel und ins Rotlichtmilieu nachgesagt.

2010 wurde Bushidos Leben unter dem Titel „Zeiten ändern dich“ verfilmt. Sein Freund A. wurde von Moritz Bleibtreu gespielt.

Zwischen Bushido und A. gibt es gegenseitige Generalvollmachten.

Beide sind Eigentümer des Kleinmachnower Grundstücks am Zehlendorfer Damm.

Wie Grubert der MAZ sagte, zeigen sich Bushido und A. zumeist „uneinsichtig“ was die Vorschriften angehe. Mit dem zweiten Bußgeldbescheid fühlte sich A. „gegängelt“. Er verstehe nicht, „dass man auf seinem eigenen Grundstück, das man für viel Geld gekauft habe, nicht Bäume fallen kann, wie man will“, erzählte Grubert. Die Amtsmitarbeiter bestätigten aber auch, dass es „normale Fällanträge“ von A. gebe.

Grundstückskauf mit eingebauter Ärger-Garantie

Seitdem Bushido und A. im Jahr 2011 das etwa 16.000 Quadratmeter große Grundstück gekauft haben, gibt es immer wieder Ärger. Nicht nur, dass die Nachbarn Sorge um ihre Sicherheit haben, weil sie das kriminelle Umfeld der neuen Eigentümer fürchten. In die Schlagzeilen gerieten die bundesweit bekannten Männer auch, als sie das denkmalgeschützte Eingangstor des Ensembles um das ehemalige Seemannsheim von 1910 abreißen ließen und zwei übergroße Pools bauen wollten. Im Dezember 2013 sorgte eine Brandstiftung in einem der Häuser, die inzwischen fast fertig saniert sind, erneut für Schlagzeilen. Laut Grubert sei für die abgerissene Einfriedung am Grundstückseingang jetzt ein Fundament bereitet und die geborgenen alten Steine der Mauer liegen daneben. „Mal sehen, was daraus wird“, so der Bürgermeister.

Von Claudia Krause und Maria Reckließ

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