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CDU ist bei Juniorwahl stärkste Kraft

Oberschule Ziesar CDU ist bei Juniorwahl stärkste Kraft

Es ist keine Bundestagswahl gewesen, aber sie wirkte fast so, wären die Wahlgänger nicht Siebt- bis Zehntklässler: Die Oberschule Ziesar hat am Mittwoch zur Juniorwahl in die Aula gerufen. Die Jugendlichen wählten durchaus konservativ. Einig waren sich alle, dass es ihnen viel Spaß machte, auch die politischen Debatten auf dem Schulhof im Vorfeld der Juniorwahl.

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Pia Stephan, Maris Haase, Cindy Brandt und Björn Isensee (von vorne) gehören bei der Juniorwahl an der Oberschule zu den Wahlhelfern.

Quelle: Marion von Imhoff

Ziesar. Die Jugendlichen der Oberschule Ziesar haben gewählt. Wären ihre Stimmen für die Bundestagswahl am Sonntag maßgeblich, so wäre die stärkste Macht die CDU. So entspricht der Trend unter den Schülern dem der bundesweiten Umfragen vor der Bundestagswahl.

Rund zwei Wochen haben sich die Schüler im Fach Lebensgestaltung, Ethik und Religion (LER) mit den Wahlprogrammen auseinandergesetzt. „Das politische Interesse der Schüler ist dadurch geweckt worden“, sagt Einar Bentsen (16). Auf dem Pausenhof ging es da bei politischen Debatten schon mal hoch her, wenn es um die AfD ging oder auch Die Partei, eine von Redakteuren des Satiremagazins Titanic vor zwölf Jahren gegründete Partei, für viele schlicht eine Satire-Partei.

Marvin Heinrich (l) und Julian Tornow gehören zum Team der Wahlhelfer

Marvin Heinrich (l.) und Julian Tornow gehören zum Team der Wahlhelfer.

Quelle: Marion von Imhoff

Gerade deswegen gibt Einar Bentsen Der Partei an diesem Wahltag an seiner Schule seine Zweitstimme. Die Erststimme schenkt er der CDU. „Bei einer wirklichen Wahl würde ich es mir überlegen, die Zweitstimme Der Partei zu geben“, sagt er freimütig. Generell aber fällt auf, mit welcher großen Ernsthaftigkeit die Schüler der siebten bis zehnten Klasse in die zum Wahllokal umgemünzte Aula gehen. Auch in den Elternhäusern wurde in den vergangenen Tagen oft politisiert.

Am Tisch sitzen vier Wahlhelfer, sie prüfen den Schülerausweis, die Wahlbenachrichtigung, machen ein Kreuz auf ihrer Namensliste der Schüler. Dann reichen sie den Stimmzettel aus des Wahlkreises 60, auf dem freilich „Juniorwahl“ vermerkt ist. Doch die Direktkandidaten und Parteien für die Abgabe der Zweitstimmen stimmen mit dem Originalwahlschein überein, den am Sonntag die erwachsenen Wahlgänger erhalten werden.

Heike Puder, Lehrerin für Lebensgestaltung, Ethik und Religion (LER) an der Oberschule Ziesar, mit dem Wahlschein des Wahlkreises 60 für die Ju

Heike Puder, Lehrerin für Lebensgestaltung, Ethik und Religion (LER) an der Oberschule Ziesar, mit dem Wahlschein des Wahlkreises 60 für die Juniorwahl und den Wahlbenachrichtigungskarten, welche die Schüler im Unterricht erhielten. Heike Puder hat die Juniorwahl vorbereitet.

Quelle: Marion von Imhoff

Es soll alles so real wie möglich sein. Selbst die Wahlurne ist versiegelt. Als ein Zehntklässler aus der Wahlkabine kommt und seinen Stimmzettel zweimal gefaltet in die Wahlurne werfen möchte, schreitet Marvin Heinrich ein. „Nur einmal knicken“, sagt er streng. Diese Regel gilt auch bei realen Wahlen, damit die Stimmzettel nicht identifizierbar werden. LER-Lehrerin Heike Puder nickt zustimmend. Sie hat die Juniorwahl an der Oberschule Ziesar vorbereitet und das bereits zum zweiten Mal. Bei der Landtagswahl 2014 gingen die Schüler aus Ziesar bereits zum ersten Mal zur Wahl. Damals gewann die CDU mit einem hauchdünnen Vorsprung vor der SPD, gefolgt mit gehörigem Abstand von den Linken, der FDP und den Grünen als Schlusslicht.

Heike Puder erläutert, warum das Projekt ihr so am Herzen liegt und sie andere Schulen ermuntern möchte, die Juniorwahl auch einzuführen. „Selbst schon zu wählen, finden die Jugendlichen toll. Und es ist statistisch erwiesen, dass auch bei Hartz IV-Empfängern so die Wahlbeteiligung steigt.“ Kinder würden ihre Eltern auffordern, wählen zu gehen. „Die, die nicht wählen gehen, brauchen hinterher auch nicht zu schimpfen“, sagt Heike Puder, die seit 31 Jahren Lehrerin in Ziesar ist. Die Juniorwähler seien die Wähler von morgen. „Eine Wahlbeteiligung von 70 bis 80 Prozent wäre schon schön am Sonntag.“ An der Oberschule Ziesar liegt sie an diesem Tag bei 100 Prozent.

Juniorwahl

Wissen aneignen, Meinung bilden, Kreuz machen, Verantwortung übernehmen: Unter diesen Schlagwörtern nehmen bundesweit eine Million Jugendliche an der Juniorwahl teil. 3500 Schulen beteiligen sich an der Aktion, für die Bundestagspräsident Norbert Lammert die Schirmherrschaft übernommen hat.

Ziel der Juniorwahl ist das Üben und Erleben von Demokratie. Unter gleichen Bedingungen wie bei einer realen Wahl geben die Jugendlichen in ihren Schulen ihre Stimmen ab. Anschließend wird dort das Ergebnis gezählt.

Das Projekt gibt es seit 1999 bundesweit. Das bundesweite Ergebnis aller teilnehmenden Schulen wird am Sonntagabend nach 18 Uhr bekannt gegeben.

Heike Puder denkt, dass schon 16-Jährige wählen könnten. „Die wären soweit, realistisch zu entscheiden und nicht aus Jux und Tollerei.“ Doch 16-Jährige dürfen in Brandenburg bisher nur bei Kommunal- und Landtagswahlen mit abstimmen.

 

 

Von Marion von Imhoff

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