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CDU sucht nach alternativen Verbindungen

Verkehr in Werder CDU sucht nach alternativen Verbindungen

Beim Pressegespräch der CDU-Fraktion in Werder am Freitag ist eins deutlich geworden: Die Christdemokraten fühlen sich vom Land Brandenburg allein gelassen, wenn es etwa um alternative Verbindungen nach Potsdam oder Berlin geht. Dass die Einengung der Zeppelinstraße, der Hauptader nach Potsdam, schon im Juni startet, kam für sie überraschend.

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Die B 1 ist die Hauptader zwischen Potsdam und dem Umland.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Werder. Zu wenig Platz in Zügen, eine dauerdichte Schranke und die verstopfte Zufahrt nach Potsdam: Werder hat seit mehr als zehn Jahren mit immer komplexer werdenden Verkehrsproblemen zu kämpfen. Die CDU-Fraktion hat einen Fragenkatalog an die Verkehrsministerin des Landes Brandenburg, Kathrin Schneider (SPD), vorbereitet und fordert einen Gesprächstermin mit den Stadtverordneten. Das teilte die Fraktion am Freitag bei einem Pressegespräch mit. Einen entsprechenden Antrag wolle sie bei der Stadtverordnetenversammlung am kommenden Donnerstag stellen.

Dem Fraktionsvorsitzenden Hermann Bobka zufolge sei es wichtig, die Zuständigkeiten zu klären. Hinsichtlich des Tunnels am Bahnübergang der Eisenbahnstraße hinke das Land zum Beispiel meilenweit hinter den gesetzten Zielen hinterher und auch was die geplante Einengung der Zeppelinstraße auf eine Fahrspur pro Richtung angeht, müsse die Landesregierung ihrer Aufsichtspflicht nachkommen. Dass der Modellversuch der Landeshauptstadt nun schon im Juni startet, sei völlig überraschend, sagte Landtagsabgeordnete Saskia Ludwig. „Es ist mir ein völliges Rätsel, wie man die Probleme einfach auf die umliegenden Straßen verschieben kann. Potsdam darf eine Bundesstraße auch nicht einfach so verändern“, erklärte sie.

Tunnel Eisenbahnstraße: Land müsste 5,7 Millionen Euro zahlen

Auf die Pendler, die täglich zwischen Brandenburg/Havel, Werder und Potsdam auf der Bundesstraße 1 fahren, kommen mit der Einengung erheblichen Staus und Wartezeiten zu. „Zwei zusätzliche Busse reichen nicht aus, um die 5000 Pkws aus der Stadt zu vertreiben“, sagte Peter Kreilinger. Der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, Dorothee Bär, zufolge müssen Kommunen mit mehr als 80 000 Einwohnern ihre Bundesstraßen in einem Zustand bauen und unterhalten, der dem regelmäßigen Verkehrsbedürfnis entspricht. Wird die Straße umgestaltet, muss sie für den weiträumigen Verkehr erhalten bleiben und dürfe nicht, wie im Fall der Zeppelinstraße, absichtlich verengt werden. Die Aufsichtspflicht hat laut Saskia Ludwig das Land Brandenburg und kommt diesem bis jetzt nicht nach.

In der Zeppelinstraße wird’s ab Juni eng

Die Stadt Potsdam plant die Verengung in der Zeppelinstraße in der ersten Juniwoche zu starten.

Die Markierungsarbeiten zur Umgestaltung der Zeppelinstraße werden voraussichtlich bis zum 28. April fertiggestellt sein.

Bis zum Start des Modellversuchs soll es weitere Verbesserungen geben, um das Umsteigen auf den Nahverkehr und das Fahrrad für Autofahrer attraktiver zu machen.

Bis Ende April sollen die Fahrradparkplätze am Bahnhof Charlottenhof um 160 Plätze erweitert werden. Zudem ist geplant, den P&R-Parkplatz am Bahnhof Pirschheide aufzuwerten. Zwei Busse mehr pro Stunde zu den Spitzenzeiten sollen Pendler zwischen Werder und Potsdam dazu bringen, auf die Öffentlichen umzusteigen.

Die Busverbindung ist jetzt zwar besser und die Takte verdichtet worden, aber man müsse auch die Zuglinien effektiver nutzen, so Kreilinger weiter. Daher will sich die CDU-Fraktion dafür stark machen, eine Verbindung zwischen Werder, Golm und Berlin/Spandau zu schaffen. Diese Route ist bei Bauarbeiten zuletzt oft als Ausweichstrecke genutzt worden. Für Mitarbeiter des Campus Golm und auch Studenten sei diese Verbindung eine willkommene Alternative. Aber was die Alternativen angeht, wenn es zum Modellversuch auf der Zeppelinstraße kommt und es möglicherweise nicht nur bei einem Modell bleibt, fühlen sich Werders Christdemokraten vom Land allein gelassen.

Hinsichtlich des geplanten Tunnels vermutet Saskia Ludwig die Verzögerung darin, dass das Land nicht bereit ist, die 5,7 Millionen Euro endlich in die Hand zu nehmen. „Es ist grob fahrlässig, die Bereitschaft von Bund und der Deutschen Bahn bei dem Vorhaben aufs Spiel zu setzen“, sagte sie.

Von Luise Fröhlich

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