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Potsdam-Mittelmark Café zeigt Werke von Hagemeister
Lokales Potsdam-Mittelmark Café zeigt Werke von Hagemeister
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19:26 12.03.2018
Karl Hagemeisters „Landschaft bei Ferch am Schwielowsee" (um 1886) Quelle: Stiftung Stadtmuseum Berlin
Werder

Karl Hagemeister kehrt zurück – zumindest in Form seiner Werke. Ab Sonnabend zeigen Liane Schulz und ihre Tochter Julia Belß vom Café Hagemeister auf der Insel eine Ausstellung mit Werken des Malers von privaten Sammlern. Anlass ist der 170. Geburtstag des gebürtigen Werderaners am Montag. „Wir haben überlegt, was man machen könnte, ob eine Ausstellung möglich wäre und wo man die Werke herkriegen könnte“, erzählt Liane Schulz. Die Café-Inhaberin wünscht sich, dass der 1933 verstorbene Maler in Werder mehr geehrt werden würde. Nicht umsonst benannte sie ihr Café in der Baderstraße nach ihm. Das Gemälde „Waldinneres“ von Hagemeister können die Gäste seit Eröffnung bei Kaffee und Kuchen betrachten. Am Wochenende wird das Bild Gesellschaft von bislang 15 weiteren Werken bekommen. „Welch schöneren Ort für diese Ausstellung könnte es geben als dieses Café unweit seines Geburtshauses“, sagt Liane Schulz.

Für eine Woche verwandelt sich das Gasthaus in eine temporäre Galerie. Da es die erste Ausstellung für Liane Schulz im Café ist, wisse sie noch nicht, wie groß die Resonanz ist und ob sich die Ausgaben für die entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen am Ende lohnen. Dennoch wolle sie unbedingt dafür sorgen, dass Hagemeister in Werder sichtbarer und auch bekannter wird. Denn selbst so mancher Werderaner könne mit dem Namen nichts anfangen. Weil das Café am Geburtstag selbst Ruhetag hatte, entschied sie sich dafür, die Schau am kommenden Sonnabend zu eröffnen. Alle anderen Werke, die die Wände des Cafés schmücken, werden bis dahin abgehängt. „Es soll wirklich nur Hagemeister zu sehen sein“, so die 52-Jährige.

Kunsthistorikerin begleitet die Ausstellungseröffnung

Begleitet wird die Vernissage mit Grußworten der Berliner Kunsthistorikerin Hendrikje Warmt, die Ende 2015 ein umfassendes Werkverzeichnis des Malers mit dem Namen „Karl Hagemeister – In Reflexion der Stille“ herausgegeben hatte. Nach ihrer Magisterarbeit über den Künstler dissertierte sie mit dieser beachtlichen Monografie und dem Werkverzeichnis seiner Ölgemälde. Der Kontakt zwischen Liane Schulz und Hendrikje Warmt besteht seit Eröffnung des Cafés. Dort liegt unter anderem auch eins der längst vergriffenen Werkverzeichnisse mit einer Widmung.

Ab 14 Uhr sind am Sonnabend Gäste willkommen. „Wir sind gespannt, wie es wird und sind natürlich froh, dass es Sammler gibt, die uns ihre Werke anvertraut haben“, erzählt Liane Schulz. Wer dem Café sein Hagemeister-Bild oder anderes Material für die Ausstellung zur Verfügung stellen will, könne sich noch bis Donnerstag vertrauensvoll an die Café-Besitzerin wenden. Über Sicherheitsstandards und Diskretion müssten sich die Sammler keine Sorgen machen, sagt Liane Schulz. Sie selbst schätzt Karl Hagemeister wegen seines breiten Spektrums an Motiven und Techniken. Für die Glindowerin sei Hagemeister immer ein Begriff gewesen – und er ließ sie auch nicht los.

Bürgermeisterin ehrte den Maler

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) würdigte den Maler als bekannteste Künstlerpersönlichkeit der Stadt. Auf seinem Grab legte sie am Montag einen Kranz nieder. Hagemeisters Beziehung zur Natur und zum Wasser sei schon in jungen Jahren wesentlich durch die Havellandschaft in und um Werder geprägt worden, so Manuela Saß. Im Laufe seiner künstlerischen Laufbahn habe es ihn immer wieder an Orte gezogen, die wie Werder in enger Beziehung zum Wasser stehen. Am 12. März 1848 wurde Karl Hagemeister als Sohn des Obstzüchters Carl Friedrich Hagemeister und dessen Ehefrau Luise Friederike Puhlmann auf der Inselstadt geboren. „Er ist seiner Stadt, ihrer Bodenständigkeit und dem kleinen Geburtshaus in der Kirchstraße immer treu geblieben und immer wieder zurückgekehrt“, sagte Manuela Saß. Zahllose Museumsdirektoren, Kunsthändler und Malerkollegen hätten ihn in Werder besucht.

1924 wurde Karl Hagemeister die Ehrenbürgerschaft der Blütenstadt verliehen. Auch die Schüler der Karl-Hagemeister-Grundschule haben am Montag eine Ausstellung in der Schule eröffnet. 170 Bilder haben die Kinder gestaltet.

Auszeichnung für das Café

Vom 17. bis zum 25. März ist die Ausstellung im Café Hagemeister von 9 bis 18 Uhr zu sehen. An den Ruhetagen Montag und Dienstag bleibt das Café geschlossen.

Das Café selbst wurde im Feinschmecker-Magazin von November 2017 ausgezeichnet, wie Liane Schulz berichtet. Seitdem ziert eine Tafel die Wand an der Eingangstür und besagt, dass es zu den besten Cafés in Deutschland 2018 zählt. „Darauf sind wir wahnsinnig stolz“, sagt die Geschäftsführerin.

Von Luise Fröhlich

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