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Caputher Feuerwehr drückt den Alarmknopf

Mittelmark Caputher Feuerwehr drückt den Alarmknopf

Die Feuerwehr in der Gemeinde Schwielowsee (Potsdam-Mittelmark) schlägt Alarm. Weil 14 Einsatzkräfte allein in der Wehr Caputh fehlen, fordern die Kameraden jetzt mehr Unterstützung von der Gemeinde, Bürgern und Firmen.

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Jens Begeschke (l.) und Enrico Otterstein hoffen sehr, dass es für den Personalnotstand in der Wehr kurzfristig eine akzeptable Lösung gibt.

Quelle: Foto: Greiner

Caputh . „Alarm bei der Feuerwehr in Caputh, doch nur eine Kameradin der Mannschaft trifft zum Einsatz ein. Zum Glück war nur eine Ölspur zu beseitigen“, sagt Jens Begeschke, Vizewehrführer in der Gemeinde Schwielowsee. Er und Enrico Otterstein, Vizewehrführer in Caputh, nutzten am Montagabend eine Sitzung des Ausschusses für Soziales und Schulen, um auf den akuten Personalnotstand in den ehrenamtlichen Feuerwehren aufmerksam zu machen.

„Wenn bei einer Einwohnerzahl von 10500 nicht mal ein Prozent der Bürger in der Feuerwehr mitwirken, so ist das eine beunruhigende Tatsache.“ Laut Begeschke fehlen allein in der Wehr Caputh mit einer Stärke von 28 Kameraden weitere 14, um die notwendige Einsatzbereitschaft gewährleisten zu können. Die Situation sei in Ferch mit 34 und in Geltow mit 18 aktiven Mitgliedern auch nicht viel besser. „Wir brauchen noch mehr Unterstützung von der Gemeinde, denn ein Ende der dramatischen Situation sei nicht absehbar“, sagt Otterstein. Zwar könne sich die Wehr über 40 Kinder in der Nachwuchsgruppe freuen, aber diese müssen betreut werden und können natürlich nicht die Mannschaft beim Löschen unterstützen.

Die Abgeordneten und sachkundigen Bürger zeigten sich entsetzt von der alarmierenden Lage und wollen wie Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) die Mannschaften unterstützen. Es wurden Stammtischrunden mit Firmen empfohlen , um Arbeitgeber einmal mehr für den notwendigen Brandschutz in den Kommunen und die Freistellung von Kameraden für Einsätze zu sensibilisieren. Doch eine schnelle Lösung scheint nicht in Sicht, denn selbst wenn sich heute Bürger melden, müssen sie meistens erst über Monate ausgebildet werden.

„Es geht nicht um Geld für die Wehren, die gut mit Technik ausgestattet sind“, sagt Ralf Ellguth (Bürgerbündnis Schwielowsee). Das Ehrenamt der Kameraden müsse wieder aufgewertet und attraktiver werden. Viele Bürger wüssten gar nicht, dass die Kameraden in Schwielowsee anders als die Berufsfeuerwehr ihren Dienst ehrenamtlich leisten. So wurden nach Angaben von Kameraden Einsatzkräfte bei der Kontrolle von Hydranten sogar beschimpft, weil sie nach Feierabend agieren. Und sie tun das deshalb, weil sie am Tag in der Firma ihren Mann stehen müssen.

Vor einem Jahr konnte die Caputher Wehr ihr 110-jähriges Bestehen begehen. Die Einsatzzahlen sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Vor allem die Hilfeleistungen bei Unfällen haben zugenommen. Dazu gehören Einsätze am Gemünde, wenn ein Auto im Wasser landet oder von der Fähre rutscht. Im Januar 1997 brannte ein Gebäude im Strandbad. Die Caputher Feuerwehr musste über Stunden alles geben. Den Einsatz haben die Kameraden bis heute nicht vergessen.

Von Regine Greiner

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