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Caputher Graben wird erneuert

Renaturierung hat begonnen Caputher Graben wird erneuert

Mehr als 40 Jahre ist der Caputher Graben sich selbst überlassen worden. In der vergangenen Woche begann nun die Sanierung. Die Maßnahmen mussten wegen der starken Verschlammung nach einer ersten Beratung angepasst werden. Finanziert wird das Projekt durch Ausgleichszahlungen von Steganlagen.

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An manchen Stellen ist der Graben so zugewachsen und verkrautet, dass sein Lauf kaum noch erkennbar ist.

Caputh. Gute Nachrichten für die Caputher: Die Sanierung des Grabens im Zentrum des Ortes hat begonnen. Nachdem er 40 Jahre der Natur und sich selbst überlassen wurde, rückten vor einer Woche die Tiefbauarbeiter an. Am Asternweg befindet sich der erste Bauabschnitt. Dort sind die Arbeiter derzeit dabei, die Spundwände zu entfernen, die den Graben einengen. Die starke Verschlammung des Grabens hatte dazu geführt, dass die geplanten Maßnahmen überarbeitet werden mussten, sagt Anke Simon vom Bauamt der Gemeinde Schwielowsee.

Den Caputher Graben, der sich vom Caputher- zum Templiner See, vorbei an Supermarkt, Schloss und Kavalierhaus schlängelt, gab es in Ansätzen schon vor dem Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert. Er ist etwa 900 Meter lang und wurde zuletzt in den 1970er-Jahren erneuert. Vor zwei Jahren entschied die Gemeinde, den Graben zu renaturieren. Finanziert wird das Projekt vom Landkreis. „Für den Bau von privaten Steganlagen müssen Ausgleichszahlungen geleistet werden, die dann in solche Projekte investiert werden“, erklärt Anne Schöps, Geschäftsführerin der Flächenagentur Brandenburg. Die Agentur ist Träger des Bauvorhabens.

Der erste Bauabschnitt am Asternweg

Der erste Bauabschnitt am Asternweg.

Quelle: Luise Fröhlich

Zwischen dem Rewe-Markt und dem Graben liegt eine Grünfläche, die zusammen mit dem Wohnbauprojekt in der Caputher Mitte zur Parkanlage ausgebaut werden soll. Doch daran sei momentan noch nicht zu denken, sagt Simon. Nördlich des Caputher Sees ist das Ufer des Grabens in einem vergleichsweise natürlichen Zustand, aber Zu- und Abläufe in die Seen funktionieren nicht mehr. An manchen Stellen liegt der Graben trocken. In diesem Bereich befindet sich auch ein kleines Stauwehr aus Beton. „Das wird ausgebaut und durch eine Sohlschwelle mit Holzbohlen ersetzt“, berichtet Simon.

Im Uferbereich soll die Böschung naturnah nachgepflanzt werden. Momentan ist der Abhang, speziell in Richtung Caputher Schloss, teilweise mit Metallspundwänden befestigt. Diese sind sowohl an den Seiten als auch in der Grabensohle verbaut. Die Mauern am westlichen Ufer sind ebenfalls verschlissen. „Alles, was Metall ist, kommt definitiv raus“, sagt Simon. Steinkanten und Röhrichtpflanzen dienen als natürliche Alternative. Eine Schottertragschicht soll die Sohle des Grabens auf lange Sicht festigen. Der Lauf des Caputher Grabens wird bei der Sanierung nicht verändert, so Simon. Wann die Renaturierung abgeschlossen sein wird, sei noch nicht abschätzbar. Für den ersten Bauabschnitt am Asternweg waren drei bis vier Wochen geplant. „Wenn es weiter so feucht bleibt, haben wir ein Problem“, sagt auch Schöps. Denn der Graben muss im Zuge der Sanierung teilweise trocken gelegt werden. Dafür nutzen die Arbeiter derzeit Sandsäcke. „Das ganze Projekt ist einfach von der Witterung abhängig“, erklärt Simon.

Die Flächenagentur Brandenburg hat in den vergangenen Jahren schon andere Naturschutzprojekte im Raum Potsdam-Mittelmark verwirklicht. Darunter zum Beispiel die Krielower Wiesen, die Grenzelwiesen bei Beelitz sowie Pflanzungen in Schmergow und Bochow.

Im Wandel der Zeit

Zwischen dem Caputher Schloss und dem Caputher See sind bereits im 16. Jahrhundert Karpfenteiche angelegt worden. Diese Teiche wurden über den Graben mit Wasser aus dem Caputher See versorgt.

Das Wasser für den Springbrunnen im Schlossgarten stammte ebenfalls aus dem Graben. Seit dem 16. Jahrhundert wurde am linken Ufer des Grabens bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts Obstbau betrieben.

In den 1950er-Jahren wurde der Graben ausgebaut. Einige Jahre später hat die Obstbaugenossenschaft zwischen dem Caputher See und der Straße der Einheit Glashäuser gebaut. Dazu wurde der linke Uferbereich weiter aufgeschüttet und der Talbereich eingeengt.

Nachdem die Genossenschaft um 1990 als Recyclingbetrieb genutzt wurde, blieben die Glashäuser übrig und mussten später entfernt werden.

Von Luise Fröhlich

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