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Potsdam-Mittelmark Gekündigte „Carat“-Mitarbeiter ziehen vor Gericht
Lokales Potsdam-Mittelmark Gekündigte „Carat“-Mitarbeiter ziehen vor Gericht
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02:15 05.02.2018
Ein Bild aus besseren Tagen, als es bei Fläming-Quellen in Wiesenburg noch gut lief: Dennis Schulze in der Tetrapak-Abfüllung. Quelle: Dirk Fröhlich
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Wiesenburg

Babydream Babywasser, Christinenbrunnen und Carat – diese Marken sind seit Jahresbeginn Geschichte in Wiesenburg. Das dortige Mineralwasserwerk der Gesellschaft Hoher Fläming Quellen ist geschlossen. Doch bis auf den Betriebsleiter klagen alle 13 verbliebenen Mitarbeiter gegen ihre Kündigungen. Ihr bisheriger Arbeitgeber spricht im Arbeitsgericht in Brandenburg/Havel selbst von einer „harten Nummer“.

Das ganze „unsägliche Thema“ habe mit dem Verkauf des Unternehmens zum Jahreswechsel 2016/17 begonnen, berichtete Volker Bruns, Prokurist der Gesellschaft, in der Güteverhandlung am Donnerstag.

Die Firma Fläming-Quellen verkaufte ihre beiden Betriebsteile an unterschiedliche Abnehmer. Die Produktionsstätte und der PET-Mineralwasserbetrieb gingen an eine Bonner Vermögensverwaltung, der Tetrapak-Betrieb an die Gesellschaft Hoher Fläming, vertreten durch die 83 und 86 Jahre alten Unternehmerbrüder Gehring.

Es dauerte Bruns’ Angaben zufolge gerade einmal acht Wochen, da kündigte der neue Eigentümer den Brüder Gehring den Mietvertrag zum Jahresende 2017 und stellte die eigene Produktion in Plastikflaschen ein.

Wie der für die Brüder Gehring tätige Prokurist in der Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht in Brandenburg/Havel, bemühte sich die beiden alten Unternehmer, in der Nähe eine Ersatzlösung zu finden, um die Tetrapakproduktion in der Region aufrecht zu erhalten.

In Bad Belzig und in Linthe schienen sich sogar zwei Standorte anzubieten und eine Fläche im Gewerbepark Seedoche in der Kreisstadt wurde gekauft. Die Neuansiedlung platzte dennoch, beide Standorte seien nicht finanzierbar gewesen.

Im vergangenen Dezember erhielten die 14 Beschäftigten des Tetrapak-Bereichs ihre betriebsbedingte Kündigungen wegen Betriebsschließung. Dem Prokuristen zufolge gehen die Entlassungen einher mit einem mit dem Betriebsrat ausgehandelten Sozialplan und Interessenausgleich.

Die Kündigungsfristen betragen demnach zwei bis sieben Monate, in denen die Ex-Mitarbeiter freigestellt sind. Außerdem hätten die 13 nicht weiter beschäftigten Frauen und Männer in der Summe 320 000 Euro Abfindung erhalten. „Das Thema ist unglücklich gelaufen“, räumt Volker Bruns im Arbeitsgericht ein. Er spricht von „einer harten Nummer für die Mitarbeiter und die Herren Gehring“.

13 gekündigte Mitarbeiter haben sich an Rechtsanwalt Simon Daniel Schmedes gewandt, der Kündigungsschutzklagen eingereicht hat. Die ersten beiden wurden in der Güteverhandlung am Donnerstag besprochen. Schmedes stützt seine Klagen unter anderem darauf, dass der Arbeitgeber etliche von ihnen weiterarbeiten lässt: am Standort Bielefeld, wohin die Maschinen gebracht worden waren.

Dem Anwalt zufolge hat der Arbeitgeber im 330 Kilometer entfernten Ostwestfalen Hotelzimmer für sie angemietet, damit die mit den Maschinen vertrauten Brandenburger die Tetrapak-Produktion am neuen Standort gewährleisten. Schmedes wirft daher die Frage auf, ob womöglich keine Betriebsschließung vorliegt. Dem Arbeitgeber zufolge sind übergangsweise, aber nicht auf Dauer sechs Brandenburger Mitarbeiter „unterstützend“ in Bielefeld tätig.

Von Jürgen Lauterbach

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