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Christen gedenken ihrer Verstorbenen

Totensonntag in Bad Belzig Christen gedenken ihrer Verstorbenen

Wer den Tod eines Lieben erleben musste, weiß, was trauern bedeutet und wie schwer es sein kann, ohne diesen Menschen weiter zu leben. Tröstende Worte gab es am vergangenen Wochenende vor allem in den Gotteshäusern der Region. Denn der Totensonntag ist eine wichtige Station im kirchlichen Jahreslauf.

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Mit Kerzen, wie hier in Bergholz, ging es nach der kleinen Andacht zu den Gräbern.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. „Das Gedenken am Totensonntag ist ein bewusstes Gehen an die Grenze zwischen Leben und Tod, der meistens ganz weit weg zu sein scheint, dann aber manchmal auch ganz plötzlich näher an uns heran rückt“, sagt Martin Gestrich. Am vergangenen Wochenende lud der Bad Belziger Pfarrer in den Kirchen seines Pfarrsprengels aus Anlass des Totensonntags zum gemeinsamen Gedenken an die Verstorbenen. Neben den Stadtkirchen St. Marien, St. Gertrauden und St. Briccius gehörten dazu auch die Dorfkirchen in Klein Glien, Berghol, Borne, Benken, Preußnitz und Kuhlowitz, sowie die Friedhöfe in Lübnitz und Werbig.

„In unserem Geiste können wir hier heute all den Menschen gedenken, die von uns gegangen sind und um sie trauern“, sagte Gestrich, der von Flötist Michael Heinen aus Bad Belzig einfühlsam musikalisch, sowie vom „roten Dichter“ Bertolt Brecht unterstützt wurde. Brechts Gedicht „Der Rauch“ macht deutlich wie es ist, wenn etwas, das man für die Ewigkeit wähnte, plötzlich nicht mehr da ist. So wie der Rauch aus dem kleinen Schornstein des Häusleins am idyllischen See. Ist der Mensch, der den Ofen heizte, plötzlich nicht mehr da und der Rauch bleibt aus, ist das Idyll dahin. „Die Orte, an denen die Menschen gelebt haben, sind auf immer mit ihnen verbunden, auch wenn sie gestorben sind“, so Gestrich. „Und ganz sicher wird das eines Tages auch mit uns so sein.“

„Trotzdem“, tröstete Martin Gestrich seine Zuhörer, „sind die Seelen der Verstorbenen nicht einfach so abgeschnitten, sondern gehen weiter auf dem Weg, den auch wir einmal gehen werden: Dem Weg zum Licht. Das zu wissen ist ein Trost. Ohne Licht ist ein solcher Weg sehr schwer zu gehen.“

Die leisen, meist melancholischen Improvisationen Michael Heinens auf seiner Baßquerflöte, gemeinsam gesungene und gesprochene Lieder und Gebete und das Licht der Kerzen auf dem Altar waren ein gutes Mittel, sich ganz auf die tröstenden Worte einzulassen. Ein letztes Mal im Gotteshaus verlesen wurden die Namen der zur Kirchgemeinde gehörenden und in diesem Jahr Verstorbenen. Mit den Kerzen vom Altartisch ging es am Ende hinaus auf den Gottesacker.

Von Uwe Klemens

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