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Potsdam-Mittelmark Chronisten wandern durch eine Ortsgeschichte
Lokales Potsdam-Mittelmark Chronisten wandern durch eine Ortsgeschichte
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10:05 17.02.2017
Bernd Moritz führt die Chronisten durch Rädigke Quelle: Bernd Fredrich
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Rädigke

Für den Jahresauftakt der Chronistenvereinigung Potsdam-Mittelmark konnte man keinen besseren Ort als den Gasthof Moritz in Rädigke finden. Der Wirt Bernd Moritz ist nicht nur der Fachmann für die Dorfhistorie, sondern auch Naturführer. Deshalb begann die Versammlung jetzt erst einmal mit einer Wanderung durch das kleine Flämingdorf – und mit Hinweisen von den slawischen Ursprüngen bis hin zum gegenwärtigen Umbau eines Großbauernhauses zu einem Künstleratelier.

Aber Bernd Moritz lässt sowieso immer mal wieder die Dorfhistorie aufglänzen, sei es nun im eigenen Saal, wo die Familienchronik dargestellt ist, oder im Niemegker Heimatkalender 2017, wo er über das Lehnschulzenamt in Rädigke schreibt oder indem er eine Berliner Nachfahrin des Rädigker Dorfschullehrers von vor 200 Jahren ins Dorf einlädt.

Die Ortschronisten haben es an diesem Tag schwer. Wie der Vorsitzende Jaromir Schneider aus Tremsdorf in seiner Begrüßung darstellte, hat das Land Brandenburg den Kommunen die Verantwortung über die Geschichtsforschung übertragen. Da hängt es an den Bürgermeistern und Ortsvorstehern, hier vielleicht ein paar Mittel für technische Dinge freizuschaufeln.

Helga Kästner stellt bei dem Treffen ein neues Buch über Bad Belziger Heimatgeschichte vor. Quelle: Bernd Fredrich

Die Arbeit selbst verstehe sich sowieso als Ehrenamt. Da kann auch Doris Patzer von der Kulturförderung des Landkreises kaum helfen. Deshalb hatten sich vor 19 Jahren etwa 40 Mitglieder zu dieser Vereinigung zusammengefunden. Bei dem jüngsten Treffen stellte Helga Kästner aus Bad Belzig ein neues Buch vor. Sie hat ein altes Kriegstagebuch von 1945 in Buchform gebracht und mit einigen Begleitkommentaren versehen: „Chronik der Stadt Bad Belzig, Kriegstagebuch 1945, Munitionsfabrik Roedernhof“ heißt die Schrift, die man bei Helga Kästner beziehen kann.

In Rädigke stand nun das Thema „Dorf“ im Mittelpunkt der Diskussion. Es berichtete der Bürgermeister von Rabenstein/Fläming, Ralf Rafelt, über das geplante Netzwerk „Dorfbewegung Hoher Fläming“, in dem das Amt Niemegk, Wiesenburg und die Dörfer um die Kreisstadt für die Erhaltung der kleinen Dörfer gemeinsam streiten könnten, Hilfe zur Selbsthilfe erhalten und zum Beispiel bei Vereinsgründungen unterstützt werden könnten.

Ernst Peter Rabenhorst, Vereinsmitglied aus Treuenbrietzen, stellte heraus, dass von den rund 8000 Einwohnern seiner Gemeinde gut 3000 allein in den Ortsteilen leben, die zur Gemeinde Wiesenburg/Mark gehören. Besonders wichtig für die Identität dieser Dörfer ist das rege Vereinsleben. Auch wenn es etwa im 700-Seelen Dorf Bardenitz keine Gaststätte mehr gibt, sei es doch weiterhin ein Musterdorf, weil dank der Ortsvereine der Zusammenhalt weiterhin gegeben ist. Am Beispiel von Wiesenburg mit seinen 14 Dörfern sprach Hartmut König über konkrete Ergebnisse und Entwicklungsprobleme in dieser Region, der es noch an Chronisten fehlt.

Dazu passt auch der Hinweis auf eine der nächsten Lesungen in der Fläming-Bibliothek Rädigke: Am 31. März wird der „Dorfpapst Deutschlands“, Gerhard Henkel, aus seinem Buch „Rettet das Dorf“ lesen – eine Lesung, die Bernd Moritz eine Herzenssache ist.

Von Bernd Fredrich

Neben Schloss- und Kirchturm prägt das Bauwerk seit 70 Jahren die Silhouette von Wiesenburg im Hohen Fläming: Doch um den Wasserturm, der freilich nicht mehr am Netz ist, zu erhalten, braucht er nicht im Besitz der Kommune zu sein. Sie überlässt die Verantwortung anderen.

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