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Polizei reagiert auf Sattelklau

Codierungsaktion Polizei reagiert auf Sattelklau

Der Pferdesattel-Klau geht um in Brandenburg. Nachdem in der Potsdamer Region binnen kürzester Zeit vier Reiterhöfe geplündert worden sind, startet die Präventionsabteilung der Polizeiinspektion Potsdam jetzt eine Codierungsaktion von Sätteln.

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Pferdesättel sind offenbar ein begehrtes Diebesgut geworden.
 

Quelle: Claudia Krause

Teltow.   Der Pferdesattel-Klau geht um. Innerhalb kürzester Zeit sind in Potsdam und dem Umland vier Reiterhöfe von Dieben ausgeraubt worden. Unbekannte Täter haben offenbar ganz gezielt in Nudow, Schenkenhorst, Potsdam und Teltow-Ruhlsdorf die jeweiligen Sattelkammern aufgebrochen und die zum Teil sehr hochwertigen Sättel mit Zaumzeug gestohlen. Es ist ein Gesamtschaden von mehr als 200 000 Euro entstanden. Besonders hart hatte es den Potsdamer Reitverein getroffen, der auf einen Schlag alle seine 26 Schulpferdesättel verloren hat. Die meisten der Vereinsmitglieder sind Kinder und Jugendliche. Der Verein kann sich ohnehin nur gebrauchte Sattel leisten. Nach der Plünderung der Sattelkammer konnte sich der Verein über eine Welle der Hilfsbereitschaft freuen.

 Zwar ist noch keine Soko „Sattel“ bei der Polizei gebildet worden, aber das Sachgebiet Prävention der Polizeiinspektion Potsdam will am 21. August ab 10 Uhr eine Codierungsaktion für Pferdesättel durchführen. Sie findet auf einem Reiterhof in Teltow, Schenkendorfer Weg 3, statt. Neben der Codierung bieten die Mitarbeiter Informationen zu den Themen „Einbruchsschutz“ und „Anwendung von Künstlicher DNA“ an. Bereits das Landeskriminalamt hatte Pferdesportlern geraten, ihre Sättel mit einer Prägenummer oder künstlicher DNA zu versehen. Gefundenes Diebesgut kann damit besser zugeordnet werden. Da Brandenburgs Polizei über ein solches Codierungsgerät verfügt, seien in Absprache mit den Reiterhöfen Codierungen vor Ort möglich.

Auf Facebook gibt es eine Initiative mit dem Namen „Stoppt den Sattelklau“. Dort wurden Einbrüche unter anderem in Rüdersdorf und Altlandsberg (Märkisch-Oderland) sowie Bestensee (Dahme-Spreewald) gemeldet.

Chronologie der Einbrüche in Potsdam und dem Umland

25./26. Juli Nudow und Schenkenhorst: Vom Reiterhof in Nudow wurden rund 20 Sättel und Trensen gestohlen. Bei den Einbrechern muss es sich um Profis gehandelt haben, die wussten was sie tun, erklärte damals Pferdehofbesitzerin Marita Schreiber. Die Sättel sind oft Maßanfertigungen und entsprechend teuer. Die Täter wussten, was sie tun. Sie sind offenbar gezielt durch die Fenster der Pferdeboxen eingestiegen, um die installierten Bewegungsmelder und Lichtschranken zu umgehen. Dem Pferd in der Box sei sogar ein Halfter angelegt worden, damit es nicht unruhig wurde. Insgesamt hätten die Sättel einen Wert von über 60 000 Euro gehabt, hieß es. Im Stahnsdorfer Ortsteil Schenkenhorst waren rund 20 Reitsättel verschwunden. Die Diebe brachen das Schloss zu zwei Sattelräumen auf und knackten die Metallschränke, in denen die Sättel lagerten. Mit einer Mistkarre, die sie auf dem Hof fanden, transportierten sie die Sättel und anderes Reitzubehör zu einem Auto – ein Laster oder Transporter. Die Kriminalpolizei ermittelt. Gesamtschaden: 60 000 Euro.

8./9. August Potsdam: In der Nacht sind alle 26 Sättel, das Zaumzeug der Schulpferde und acht Trensen des Potsdamer Reitvereins in der Drewitzer Straße gestohlen worden. Die Täter hatten den Hintereingang aufgebrochen, um an die Sattelkammer zu kommen. Auch deren Tür brachen sie auf. Der Schaden wird auf rund 15 000 Euro geschätzt.

10./11. August Ruhlsdorf: Dort sind Unbekannte in der Nacht von Montag zu Dienstag zwischen 23 und 6 Uhr auf das Gelände in der Dorfstraße gelangt und haben sich gewaltsam Zugang zum Sattelraum verschafft, aus dem sie 17 Pferdesättel von acht verschiedenen Besitzern gestohlen haben. Der Wert der entwendeten Sättel wurde auf mehrere zehntausend Euro geschätzt. Die Täter verschwanden so unbemerkt wie sie gekommen waren. Die Kriminalpolizei führte am Tatort eine Spurensicherung durch und ermittelt jetzt wegen des Diebstahls in einem besonders schweren Fall.

Von Claudia Krause

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