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Condio verlegt Hauptsitz nach Werder

Gewerbe in den Havelauen Condio verlegt Hauptsitz nach Werder

Der Lebensmittelzusatzhersteller Condio verlegt seinen Hauptsitz vom Kempen im Rheinland nach Werder. Eine Außenstelle der Firma gibt es bereits seit 20 Jahren in der Blütenstadt. Um genügend Platz für das wachsende Unternehmen zu haben, baut Condio derzeit in den Havelauen. Perspektivisch wird Condio der drittgrößte Arbeitgeber in Werder sein.

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Der 1. Beigeordnete Christian Große, Henrik Ingenpass, Jan Ingenpass und Projektbetreuer Steffen Lehmann vor der Baustelle (v.l.).

Quelle: Luise Fröhlich

Werder. Als Paul Ingenpass, Geschäftsführer der Firma Condio, zum ersten Mal in Werder war, hielt sich die Begeisterung in Grenzen: „Ich habe gedacht, was ist das hier, keine Schiffe und nichts“, erinnert sich der 66-Jährige aus Lübeck. Jetzt, fast 20 Jahre später, hält er die Blütenstadt für einen Glücksgriff. Das gilt auch für den neuen Standort des Herstellers von Lebensmittelzusatzstoffen, der in der Mielestraße in den Havelauen gerade hochgezogen wird. Mehr als zehn Millionen Euro hat Paul Ingenpass für das neue Gebäude mit 5000 Quadratmetern Nutzfläche investiert. Der derzeitige Hauptsitz der Firma wird von Kempen (Nordrhein-Westfalen) nach Werder ziehen.

Derzeit befinden sich in der Apfelallee nahe dem Pektinwerk „Herbstreith & Fox“ Forschung, Entwicklung und eine kleine Produktionsabteilung von Condio. Frei übersetzt bedeute der Firmenname „Verbessern von Lebensmitteln“ und das sei auch die Philosophie. „Im Grunde produzieren wir ein weißes Pulver, das Lebensmitteln zugesetzt wird, um sie besser zu machen“, erklärt Paul Ingenpass. Spezialisiert hat sich Condio auf Rohstoffe natürlichen Ursprungs, wie Pektin, Karagen oder Johannisbrotkernmehl, sagt Jan Ingenpass (32), der gemeinsam mit seinem Bruder Henrik (30) das Unternehmen weiterführen wird.

Einige Mitarbeiter siedeln von Kempen nach Werder um

Condio hat beispielsweise ein zuckerfreies Proteineis entwickelt, das mit Lakritz-Geschmack nach Schweden verkauft wird. Auch Mousse au Chocolat ohne Gelatine steht auf dem Plan. Die Firma vertreibt in 40 Länder und hat eine weitere Produktionsstätte in Südafrika. „Zuerst hatten wir dort nur den Verkauf, mittlerweile ist der Standort völlig selbstständig“, sagt Paul Ingenpass. Im Iran plant er derzeit die Gründung einer Tochtergesellschaft. Die Mitarbeiterzahl ist in den vergangen Jahren auf 120 gestiegen. „Perspektivisch wird Condio der drittgrößte Arbeitgeber nach der Stadt und Herbstreith & Fox sein“, so Werders 1. Beigeordneter Christian Große (CDU). Er sei stolz, dass sich Condio in der Blütenstadt angesiedelt hat, denn die Firma ziehe wiederum andere an.

25 bis 30 neue Arbeitsplätze werden mit dem neuen Standort geschaffen. Fünf bis sechs Mitarbeiter siedeln von Kempen nach Werder um, berichtet Jan Ingenpass. Angefangen hatte sein Vater als gelernter Lebensmitteltechniker im Jahr 1996 allein. „Es ging sehr schnell, dass ich nicht mehr allein war“, sagt der Firmengründer. 1998 tat er sich mit der heutigen Mitgesellschafterin Christa Sudenfeld zusammen und Condio kam zunächst im Werderaner Pektinwerk unter, bis sie vor elf Jahren auf das benachbarte Gelände zogen, das einst dem Hersteller Procter & Gamble gehörte. Im August soll dieser Teil von Condio schon in die neue Stätte umziehen. Bis Ende März 2018 wird auch die gesamte Produktion in der Mielestraße ansässig sein.

Fabrik mit vier Bereichen

Steffen Lehmann , der schon viele andere Bauprojekte in den Werderaner Havelauen betreut hat, ist auch Berater für den Condio-Neubau.

Der Bauantrag wurde vor einem Jahr gestellt und im Spätsommer genehmigt.

15
Meter ist das Gebäude durchschnittlich hoch und zeichnet sich durch eine Erhebung in der Mitte aus.

An dieser Stelle werden die Mischtürme im Produktionsbereich stehen, die etwas mehr Platz nach oben benötigen.

Insgesamt wird die Fabrik in vier Bereiche unterteilt: Verwaltung, Forschung und Entwicklung; Rohwarenlager und Fertigung sowie der Fertigwarenbereich, an dessen Ende die Lieferzone liegt. Das Haus kann von zwei Seiten angefahren werden.

Für die Mitarbeiter wird es Paul Ingenpass zufolge einen Sportraum und einen Physiotherapeuten geben.

Von Luise Fröhlich

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