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Potsdam-Mittelmark „Costa Divas“ begeistern die Gäste
Lokales Potsdam-Mittelmark „Costa Divas“ begeistern die Gäste
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14:29 24.01.2016
„Male Diva“ (Mario Welker) stimmt an, „Sweety“ (Stefan Schneegaß )schminkt sich ab. Quelle: Fotos: Josephine Mühln
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Wiesenburg

An diesen Abend werden sich die Gäste der Wiesenburger Schlossschänke noch lange erinnern: Am Samstag gaben sich zum Remise-Kultur-Dinner die „Costa Divas“ des Wittenberger Clack-Theaters die Ehre. „Sweety“ alias Stefan Schneegaß und „Male Diva“ alias Mario Welker zeigten Ausschnitte ihres aktuellen Programms „Dekolleté“ und verlangten den Lachmuskeln der Anwesenden Höchstleistungen ab.

Mit einer Variation des Songs „Get the party started“ – zu Deutsch etwa: Lasst die Party beginnen – von der amerikanischen Sängerin „Pink“ eröffnete „Male Diva“ die zweieinhalbstündige Show. Es folgte „Sweety“, die sich zunächst ausgiebig – na klar – über das weibliche Dekolleté ausließ. Sie sei ja ganz zufrieden mit ihrer „Mopsmulde“, die sie Lolek und Bolek genannt habe. „Mama lässt euch gleich raus“, sagte sie an ihre Brüste gewandt – das Publikum schrie vor lachen.

„Male Diva“ alias Mario Welker. Quelle: Josephine Mühln

„Sweety“ sorgte sich um die Jugend: „Was soll aus denen werden, wenn sie den Eisprung für einen Riss im Handydisplay halten?“ ebenso wie um die zunehmenden Probleme der Gesellschaft mit Allergien: „Früher hatten wir Hunger, heute kriegen wir Pickel vom Essen!“ Auch die katholische Kirche bedachte sie mit verbalen Attacken und stellte anschließend die rhetorische Frage „Darf die sowas sagen?“ – „Ja klar, man erkennt mich ja abgeschminkt nicht mehr!“

Die „Costa Divas“ zogen das Publikum vom ersten Moment an in ihren Bann. Die eine Pointe war noch nicht richtig verdaut, da prusteten die Gäste schon wegen der nächsten los. Dazwischen überzeugten „Male Diva“ und „Sweety“ mit Live-Gesang und teils schwungvollen Tanzeinlagen.

Die Verwandlung

Die Idee der „Costa Divas“ wurde Ende 2001 geboren, wie Stefan Schneegaß und Mario Welker erzählen. Die damalige Theaterchefin schlug den beiden vor, eine Travestieshow für die Silvesterparty des Hauses zu entwickeln.

Seitdem sind „Male Diva“ und „Sweety“ auch einmal pro Jahr in der Wiesenburger Schloßschänke zu Gast. „Die Remise ware eine der ersten Bühnen, die uns ihr Vertrauen geschenkt hat“, sagt Schneegaß. „Und deshalb halten wir ihr auch jetzt noch die Treue.“

Gut eine Stunde dauert die Verwandlung von Stefan Schneegaß und Mario Welker hin zu „Sweety“ und „Male Diva“. Ihre Shows entwickeln die beiden in Eigenregie.

Die Geschichte des Wittenberger Clack-Theaters reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Um 1909 bekam das Gebäude seine noch heute sichtbare äußere Form und firmiert seitdem als „Marktschlösschen“.

Ganz so, wie man es von einer Diva erwartet, konnten manche Pumps an diesem Abend nicht hoch genug sein – in der Pause hörte man im Publikum hier und da die Erkenntnis: „Da könnten wir gar nicht drauf laufen.“ Dazu trugen „Male Diva“ und „Sweety“ aufregende Kleider, die mit dem roten Glitzerlippenstift um die Wette funkelten. Für manches Umkleiden blieben den „Costa Divas“ nur wenige Minuten – das Ergebnis wurde vom Publikum regelmäßig mit Ausrufen der Bewunderung bedacht.

„Male Diva“ im Festgewand. Quelle: Josephine Mühln

Bärbel Ludwig und Eckhart Bioch aus Bad Belzig fanden die Show „super“ und „einwandfrei“. Beide haben schon häufiger das Kultur-Dinner in der Remise besucht, die „Costa Divas“ aber sahen sie zum ersten Mal und waren restlos begeistert. Auch das Essen sei sehr gut gewesen, waren sich Ludwig und Bioch einig. An diesem Abend servierten Uwe Zimmermann und sein Team unter anderem Champagner-Senf-Schaumsüppchen, gebackenes Forellenfilet mit Mandelkruste auf getrüffeltem Kartoffelpüree und Schweineschnitzel mit Serrano-Schinken an lila Trüffelkartoffeln.

Am Ende der Show boten die „Costa Divas“ dem Publikum „nur wenn Sie wirklich, wirklich wollen“ eine Zugabe an – natürlich lehnte keiner der 85 Gäste dieses Angebot ab. Mit dem Finale, das dann folgte, hatte wohl keiner der Anwesenden gerechnet: Während „Male Diva“ eine bewegende Ballade sang, kam „Sweety“ auf die Bühne, befreite sich an dem bereitgestellten Schminktisch von ihrem üppigen Make-up und wurde so wieder zu Stefan Schneegaß. Am Ende blieb nur eins zu sagen: Chapaeu!

Von Josephine Mühln

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