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„DDR-Fernsehen war besser als sein Ruf“

Satire-Autor beim Altstadtsommer „DDR-Fernsehen war besser als sein Ruf“

Günter Herlt ist Jahrgang 1933. Lange Jahre war er als Radio- und TV-Journalist tätig. Nun hat sich der Berliner als satirischer Autor etabliert. Am Wochenende liest er beim Altstadtsommer in Bad Belzig auf dem Hof der Linken. Zu Funk und Fernsehen heutzutage hat er einiges zu sagen.

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Satire-Autor Günter Herlt

Quelle: privat

Bad Belzig. Günter Herlt ist Jahrgang 1933. Lange Jahre als Hörfunk- und TV-Journalist tätig, hat er sich jetzt als satirischer Autor etabliert. Am Wochenende liest er beim Altstadtsommer auf dem Hof der Linken – Sonntag, 14 Uhr.

MAZ: Sie hatten schon mehrere Lesungen in der Kur- und Kreisstadt. Da ging es um „Klatschkerle“, um die „Macken der Neufünfländer“ oder die gewendeten „Omas und Opas“. Was tischen Sie diesmal auf?

Günter Herlt: Meine drei jüngsten Bücher heißen „Alter schützt vor Liebe nicht“, „Der halbierte Mann“ und „Feste soll man feste feiern“. Da geht es um eine Art Partnervermittlung für Grauköpfe, um das Überlebenstraining von Witwern und anderen Singles und um die endlose Kette von Feiertagen bei Addition aller Daten aus den Kalendern vor und nach der Wende. Das ist also pure Lebenshilfe.

Satiriker machen öfter Tragödien zu Komödien. Wo sehen Sie die Grenzen der Satire?

Herlt: Die Neuzeit ruft laut: „Satire darf alles!“ Das klingt befreiend, ist aber auch verpflichtend, wenn man die Achtung vor den Mitmenschen nicht aufgeben will.

Sie haben Jahrzehnte beim Adlershofer Fernsehen gearbeitet. Damals galt das Westprogramm als „ungesund“. Wie sehen Sie das heute?

Herlt: Die Gesundheitsratgeber scheinen mir sehr gesund. Die Warnungen vor Gammelfleisch und Etikettenschwindel auch. Die Nachrichten sind meist zu Popcorn verkürzt. Da muss man lange wach bleiben, um die Wahrheit zu erfahren. Aber beim RBB und noch mehr beim MDR kann man sich hin und wieder wie damals fühlen – dank der vielen Wiederholungen aus dem Archiv des DDR-Fernsehens.

Das Ostfernsehen war vielleicht doch besser als sein Ruf.

Herlt :Das ist auch das Fazit meines Buches „Flach, flacher, Flachbildschirm“. Warum Motzen mehr als Glotzen hilft, kann man während der Lesung erfahren!

Von Olaf Präger

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