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Potsdam-Mittelmark Dada füllt Rädigker Bibliothek
Lokales Potsdam-Mittelmark Dada füllt Rädigker Bibliothek
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12:34 21.02.2016
Der Dada-Chor aus Bad Belzig stimmt in Rädigke die „Fuge aus der Geografie“ an – so hat es sich das Publikum gewünscht. Quelle: Josephine Mühln
Rädigke

Seine Programmhefte hatte der Rädigker Pfarrer Matthias Stephan am Freitagabend schneller im Publikum verteilt, als er „Dada“ sagen konnte. 60 Stück habe er dabei gehabt, erzählt Stephan. „Sie haben nicht für alle gereicht.“ Gereicht haben auch die Stühle nicht, die in der Fläming-Bibliothek bereitgestellt waren. Kein Problem für Familie Moritz vom gleichnamigen Gasthof – im Handumdrehen wurde für Nachschub gesorgt.

Diesen Theologischen Salon wollte sich wohl niemand entgehen lassen. Er war dem Dadaismus gewidmet, jener künstlerischen und literarischen Bewegung, die 1916 in Zürich gegründet wurde. Auf die 86 Gäste wartete ein abwechslungsreiches Programm. Texte und Lieder bekannter Dadaisten wechselten einander ab – präsentiert vom Bad Belziger Dada-Chor und dem „Kleinen Theater Berlin-Mitte“.

Der Raum in der Fläming-Bibliothek war rappelvoll. Quelle: Josephine Mühln

Zu Beginn spielte das Klavier psychedelisch anmutende Klänge. Vorgetragen wurde dann das „Eröffnungs-Manifest“ des ersten Dada-Abends in Zürich vom 14. Juli 1916. „Dada ist eine neue Kunstrichtung“, heißt es darin. „Das kann man daran erkennen, dass bisher niemand etwas davon wusste und morgen ganz Zürich davon reden wird.“

Für den ersten langanhaltenden Applaus und Jubelrufe sorgte die „Fuge aus der Geographie“ – ein Sprechgesang des österreichischen Komponisten Ernst Toch. Ähnlich einem Kanon werden die Worte „Ratibor! Und der Fluss Mississippi und die Stadt Honolulu und der See Titicaca; der Popocatépetl liegt nicht in Kanada, sondern in Mexiko, Mexiko, Mexiko!“ gesprochen. Die einzelnen Sprecher variierten dabei in Geschwindigkeit, Lautstärke und Betonung – allein vom Zuhören konnte einem schwindelig werden. Wer schon einmal versucht hat, einen altbekannten Zungenbrecher wie „Fischers Fritze fischt frische Fische“ fehlerfrei zu sprechen, der weiß, welche Leistung die Künstler mit ihrem Vortrag vollbracht haben.

Pfarrer Matthias Stephan verteilt Blumen an die Mitwirkenden Quelle: Josephine Mühln

Äußerst erheiternd war auch die Rezitation von Hugo Balls Lautgedicht „Karawane“. Darin heißt es unter anderem: „Jolifanto bambla ô falli bambla, grossiga m’pfa habla horem“. Der Dada-Chor forderte das Publikum zum Mitmachen auf. „Lassen Sie uns gemeinsam die ‚Karawane’, die sie in Ihrem Programm finden, in einer Chaos-Fuge sprechen“, forderte der Chorleiter. „Jeder möge beginnen nach seiner Façon – ob laut oder leise, langsam oder schnell.“ Im Saal brach sogleich das wilde Durcheinander los, das zu erwarten gewesen war – ein großer Spaß, auch für die Kinder im Publikum.

Am Ende des 45-minütigen Programms bedankte sich Pfarrer Stephan bei allen Mitwirkenden und Unterstützern mit einer Sonnenblume. „Ein besonderer Dank gilt auch Familie Moritz“, sagte er. „Dafür, dass unser Theologischer Salon immer bei Ihnen stattfinden kann.“ Als Zugabe wünschte sich das Publikum „noch einmal ‚Ratibor’, bitte!“ – nichts leichter als Dada-das.

info: Der nächste Theologische Salon in der Fläming-Bibliothek Rädigke findet am Freitag, 18. März, statt. Das Thema wird sein: „Verstehst du auch, was du da liest? – Koranauslegung im Angesicht des Salafismus und IS“

Von Josephine Mühln

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