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Potsdam-Mittelmark Damelang: Modellflieger ringen um Luftraum
Lokales Potsdam-Mittelmark Damelang: Modellflieger ringen um Luftraum
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18:38 15.06.2016
Hiolger Kube aus Berlin beim Üben auf dem Flugplatz Damelang. Quelle: Andreas Koska
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Damelang

Dunkle Wolken ziehen am Himmel über der Zauche auf. Es droht nämlich Gefahr, dass das 18.Flugfest des Brandenburger Modellflugvereins am Wochenende das letzte sein könnte. Grund ist ein Gesetzesentwurf des Bundesverkehrsministers.

Alexander Dobrindt (CSU) hat die Modellflugsportler zwischen Havel und Fläming damit geschockt. Denn nach seinem Willen soll die Flughöhe für die Nachbauten auf 100 Meter begrenzt werden. „Das macht keinen Sinn“, sagt Jens Freidank. 80 Prozent der Modelle fliegen in der Regel wesentlich höher, sagt der Vorsitzende des hiesigen Modellflugvereins Brandenburg. Von den 22 üblichen Wettbewerbsklassen würden 18 laut dessen Einschätzung nicht mehr abheben können.

Jens Freidank führt das Beispiel der beiden größten Maschinen die am kommenden Treffen teilnehmen werden. Die 48 Kilogramm schwere Challenger benötigt demzufolge, um ihre Leistung abrufen zu können, eine Höhe von 400 Metern. Die bisher erlaubte Höhe von 700 Metern brauchen vor allem die Segler. Einer mit rund sechs Metern Spannweite wird ebenfalls sein Stelldichein geben.

„Diese Konstruktionwn müssen die Thermik ausnutzen“, erklärt der Vereinschef. Deshalb sammeln die Sportler jetzt Unterschriften für eine Petition und hoffen, dass zwischen den sogenannten Drohnen, deren Ausbreitung offenbar eingegrenzt eingrenzt werden soll, und den Modellfliegern unterschieden wird. „Vor dem Hintergrund vermeintlicher sicherheitspolitischer Notwendigkeiten werden im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Pläne für gesetzliche Neuregelung des Luftverkehrs in Deutschland diskutiert“, weiß Jens Freidank. „Dabei besteht aber schon ein umfassendes Regelwerk, das sowohl den klassischen Modellflug als auch den Einsatz von ausreichend reglementiert“, ist er berzeugt.

Zwischen Januar 2015 und Februar 2016 seien der deutschen Flugsicherung lediglich zwölf Zwischenfälle gemeldet worden. Allesamt seien von den neuen Multicoptern verursacht worden. Die 53 Mitglieder und Freunde des seit 1993 bestehenden Modellflugvereins befürchten indes, dass mit einem neuen Gesetz die Lufträume neu geordnet und an weitere kommerzielle Nutzer, wie Paketdienste, verkauft werden sollen.

70 Piloten werden erwartet

Rund 70 Piloten, darunter Europa- und deutsche Meister werden zum 18. Flugfest des Brandenburger Modellflugvereins erwartet.

Es findet Sonnabend, ab 10 Uhr, auf dem Areal an der L 85 zwischen Cammer und Damelang statt.

Neben den vielen Kunststücken am Himmel, es wird rund 12 Kilogramm Bonbons auf die Kinder regnen, ist auch am Boden einiges los. Der Nachwuchs kann eigene Holzmodelle basteln.

Die Brennabor-Freunde zeigen ihre Oldtimer-Schmuckstücke und Neufahrzeuge sind zu bewundern.

Zwei große Modellflugzeughersteller werden ihre Produkte vorstellen. Wer mutig ist, kann selbst einen Rundflug per Hubschrauber absolvieren.

Selbstverständlich ist für das leibliche wohl gesorgt.

Der Veranstalter bittet die Besucher die Umleitung zu nutzen und nicht durch Cammer durchzufahren.

Der Brandenburger Modellflugverein, seit 2002 in allen Luftkarten gelistet und bei der Oberen Aufsichtsbehörde in Schönefeld registriert, wäre dann in seiner Existenz stark eingeschränkt. Doch hat er in den vergangenen Jahren sein Areal auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik gebracht. Ein Zaun am Zuschauerbereich und eine Absperrung der Zufahrt wurden errichtet, ein kleiner Elektrozaun rund um das Gelände soll Wildschweine abhalten. Die Anlage gilt als vorbildlich.

Die jährlichen Flugfeste im Sommer ziehen immer mehr Zuschauer an. „Wenn es zu dem Gesetz kommt, wird es kein Flugfest mehr geben“, ist die eindeutige Aussage des Vereinschefs. Es ärgert ihn, dass das Ministerium mit Gesetzesverstößen argumentiert. „Es wird die falschen treffen, unseren Verein gibt es seit 30 Jahren und wir halten uns an die Regeln, wer wild fliegt, der wird es auch weiter tun“, ist Freidank überzeugt.

Sein Helikopter braucht etwa 300 Meter, um das ganze Potenzial abrufen zu können. „Auch am Sonnabend werden wir auf das Problem hinweisen und Unterschriften sammeln, auch wenn an dem Tag die Freude an dem Hobby im Vordergrund stehen wird“, so der Enthusiast. Im Vorjahr waren es über 2000 Besucher.

Wer den Verein und das Anliegen an sich unterstützen möchte, kann seine Unterschrift im Netz hinterlegen. Die Onlinepetition ist unter ist im Internet platziert und müsste bei mindestens 120 000-facher Unterstützung zur Neubehandlung des Thema führen, heißt es.

Von Andreas Koska

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