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Damsdorfer halten Massenunterkunft für falsch

Bis zu 600 Flüchtlinge und Asylbewerber in der Kaserne geplant Damsdorfer halten Massenunterkunft für falsch

Die ehemalige Bundeswehrkaserne in Damsdorf (Potsdam-Mittelmark) ist als Übergangseinrichtung für 600 Flüchtlinge und Asylbewerber im Gespräch. Die Pläne des Landkreises stoßen in der Gemeinde Kloster Lehnin wegen der großen Zahl von unterzubringenden Menschen auf Skepsis. Der Landkreis sieht keine Alternative.

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Quelle: V. Maloszyk

Damsdorf. Wie wollen Sie 600 Flüchtlinge menschenwürdig integrieren? Was wird für unsere Sicherheit getan? Wird aus dem Übergangsheim eine Dauereinrichtung? Antworten auf diese und viele andere Fragen konnten Mittwochabend die großen Bedenken der Damsdorfer nicht ausräumen. Bei einer Einwohnerversammlung in der übervollen Schulsporthalle äußerten die meisten Fragesteller ihr Unverständnis und ihre Empörung über die Pläne der mittelmärkischen Kreisverwaltung. Danach soll die ehemalige Damsdorfer Kaserne in eine Massenunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber umgewandelt werden – mit Betten für bis zu 600 Männer, Frauen und Kinder.

Hunderte Menschen kamen am Mittwochabend in eine Damsdorfer Sporthalle, um größtenteils Unverständnis und Ablehnung für die Pläne des Kreises Potsdam-Mittelmark auszudrücken, bis zu 600 Flüchtlinge in einer ehemaligen Kaserne im Ort unterzubringen. Tenor: Es bestehe die Gefahr, die soziale Infrastruktur des 1500-Einwohner-Ortsteils zu überfordern.

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Mit diesen Plänen bestehe die Gefahr, die soziale Infrastruktur des 1500-Einwohner-Ortsteils zu überfordern. „Wir sind bereit, unseren Teil zur Hilfe von Flüchtlingen zu leisten. Aber diese Zahl ist deutlich zu hoch“, sagte Ortsvorsteher Uwe Brückner unter dem Beifall der weit über 200 Zuhörer im Saal. Per Außenlautsprecher wurden die Redebeiträge auf das Schulgelände übertragen, wo weitere Bürger die Veranstaltung wegen Platzmangels verfolgten.

Brückner übergab an Fachbereichsleiter Thomas Schulz eine Sammlung mit 661 Unterschriften gegen die Massenunterbringung.

Der für Soziales zuständige Fachbereichsleiter Schulz, der trotz der zu erwartenden Brisanz ohne Rückendeckung von Landrat Wolfgang Blasig (SPD) oder dessen Stellvertreters Christian Stein (CDU) auskommen musste, mühte sich redlich, die Zwangslage des Landkreises zu erklären.

Statt ursprünglich geplanter 750 Menschen muss Potsdam-Mittelmark nun 1200 Personen in diesem Jahr aufnehmen. Die unerwartete Aufstockung durch das Land habe den Kreis in eine Notsituation gebracht. „Uns sind die Liegenschaften ausgegangen. Wir haben im Moment nur die Kaserne Damsdorf. Der Standort ist alternativlos“, warb Schulz um Verständnis. An der grundsätzlichen Kritik der Damsdorfer gegen die hohe Zahl der geplanten Flüchtlinge und Asylbewerber änderte die Zwangslage der Kreisverwaltung nichts. Im Gegenteil: Forderungen wurden laut, sich auf politischer Ebene gegen diese Art der Flüchtlingsaufteilung zu wehren.

Sozialamtsleiterin Gertrud Meißner erläuterte inhaltliche Aufgaben. Ein Wachschutz wird rund um die Uhr für Sicherheit im Objekt sorgen. Auf 100 Bewohner soll es eine Sozialarbeiter-Vollzeitstelle geben. Die Betreuung von Kleinkindern stellt sich die Verwaltung in Eltern-Kind-Gruppen vor Ort vor. Für schulpflichtige Kinder sollen Willkommensklassen in Schulen in näherer und fernerer Umgebung eingerichtet werden. Dafür kämen wohl zunächst Damsdorf und Lehnin in Betracht. Eine allgemeinmedizinische Betreuung soll im Objekt stattfinden. Versorgen müssen sich die Bewohner in eigener Verantwortung, was auf der Einwohnerversammlung angesichts der bescheidenen Einkaufsmöglichkeiten in Damsdorf für Hohn und Spott sorgte.

In Betrieb gehen soll das Übergangsheim im 4. Quartal 2015 nach einer Abnahme durch das Landesamt für Soziales.

Von Frank Bürstenbinder

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Das Gras wuchert auf dem 126 Hektar-Areal der früheren Damsdorfer Kaserne. Es ist elf Jahre her, dass die Bundeswehr dort das Logistik-Bataillon mit den 177 Soldaten abzog. Seitdem steht das Gelände bis auf einige Gewerbeeinheiten leer. Jetzt will der Landkreis Potsdam-Mittelmark in den früheren Soldatenunterkünften 600 Flüchtlinge unterbringen.

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