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Potsdam-Mittelmark Darum ist Weißwein aus Werder jetzt so beliebt
Lokales Potsdam-Mittelmark Darum ist Weißwein aus Werder jetzt so beliebt
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23:02 30.08.2016
Manfred Lindicke misst vor der Ernte den Zuckergehalt der Trauben. Quelle: Privat
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Werder

Auf 7,4 Hektar des Werderaner Wachtelbergs soll am 13. September die Weinlese beginnen. Das kündigt Winzer Manfred Lindicke auf Nachfrage der MAZ an. „Wir erwarten mit 60 bis 70 Tonnen eine gute Ernte“, sagt Lindicke. Noch können sich nach dem Willen der Winzer die Trauben an den annähernd 27 000 Rebstöcken sonnen.

Erst am Wochenende hat Lindicke den Oechsle-Grad und damit den Zuckergehalt in den Trauben gemessen. „Er ist noch nicht hoch genug, für eine bessere Qualität müssen wir uns im Hinblick auf den Erntestart noch gedulden“, sagt Lindicke. Nach seinen Worten sind anders als noch vor Jahren Weißweine besonders begehrt. „Sie sind leichter und mit weniger Alkoholgehalt, die Sorten kommen an.“ Früher war der rote Regent zuerst ausverkauft, nun geht der Müller-Thurgau weg wie warme Semmeln.

Auf dem Wachtelberg in Werder soll in zwei Wochen die Lese beginnen. Erntehelfer Lukas Niemiec aus Polen ist schon jetzt startklar. Quelle: Friedrich Bungert

Der neue Trend war für die Winzerfamilie Lindicke Anlass, in diesem Frühjahr 1000 Rebstöcke auszutauschen, damit der Nachschub für die weißen Weinsorten gesichert ist. Auch die Kirschessigfliege ist für den Anbau weiterhin ein Plagegeist. „Noch haben die Fliegen keinen Schaden angerichtet, aber in Zusammenarbeit mit dem Pflanzenschutzamt in Frankfurt (Oder) werden die Bestände ständig überwacht und wenn nötig der Schädling mit chemischen Mittel bekämpft“, sagt Lindicke. Die Fallen für die Kontrollen haben Mitarbeiter des Amtes rechtzeitig angebracht.

Besonders beliebt sind weiße Weine. Quelle: Friedrich Bungert

Mit der Ernte beginnt für den Werderaner Wein auch die Saison des Kelterns. Die Trauben kommen taufrisch vom Berg hoch über Werder in die Kelterei am Plessower Eck. In die modernen Anlagen in Nachbarschaft zum Obsthof von Sohn Stefan Lindicke hat die Familie vor wenigen Jahren annähernd 600 000 Euro investiert. „Auch wenn uns die Abzahlung des Kredits viel abverlangt, die Qualität unseres gekelterten Weins ist deutlich besser geworden“, sagt Lindicke. In den Jahren zuvor mussten die Trauben noch zur Kelterei Kloster Pforta an den Saalhäuser Weinbergen transportiert werden. „Wenn wir Mitte September mit der Ernte und dem Keltern beginnen, werden wir in vier Wochen durch sein. Für die nächsten Tage brauchen wir Sonne aber keinen Regen“, sagt Lindicke.

Weinbau seit dem 17. Jahrhundert

Ende des 17. Jahrhunderts gab es bereits über 100 Hektar Weinanlagen im Raum Werder.

Der Weinbau wurde 1985 auf Initiative der damaligen Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft „GPG Obstproduktion Werder“ auf einer traditionsreichen Weinbergsfläche, dem Werderaner Wachtelberg, in einer Größe von 4,8 Hektar wieder aufgenommen.

Der Verein zur Förderung des historischen Weinbaus im Raum Werder gründete sich 1995. Er zählt heute 80 Mitglieder.

1996 übernahm die Familie Lindicke die Bewirtschaftung des Weinbergs. Darüber hinaus begann 2012 der Weinanbau auf dem Galgenberg.

Die Federweißersaison hat am Wochenende in der Weintiene auf dem Wachtelberg begonnen.

Zum Seminar Hobby-Weinbereitung wird am Sonnabend, 3. September, 10 Uhr auf dem Weinberg eingeladen.

Der Tag der offenen Kelterei findet in diesem Jahr am 6. November 2016 Am Plessower Eck statt.

Von Regine Greiner

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