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Das Freibad Kiebitzberge startet durch

Die Badesaison in Kleinmachnow läuft – Sanierung ab September Das Freibad Kiebitzberge startet durch

Noch hat die Badesaison im Kleinmachnower Freibad Kiebitzberge nicht einmal richtig begonnen und schon wird am nächsten Sanierungsschritt gefeilt. Ab September wird gebaut, unter anderem erhält das Bad endlich die Stahlbecken. Am Ende werden mehr als sieben Millionen Euro in die Anlage verbaut sein. Bleibt nur die Frage: Wann werden die 100 000 Besucher erreicht?

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Freibad-Geschäftsführer Markus Schmidt genießt die Sonne und hofft auf viele Besucher bei sommerlichen Temperaturen.

Quelle: Jürgen Stich

Kleinmachnow. Auf dieses Wetter hat Markus Schmidt gewartet. Für den Geschäftsführer der Freibad Kiebitzberge GmbH sind die Besucherzahlen im Schwimmbad an der Fontanestraße ein wichtiger Faktor. Und je länger die Sonne vom blauen Himmel strahlt und die Temperaturen sommerliche Grade erreichen, um so mehr Wasserliebhaber strömen auf die Anlage. „Wir hatten in der Saison 2015 schon einmal 97 000 Besucher gezählt“, sagt Schmidt, „2016 kamen 86 000, da hatten wir einen durchwachsenen Sommer.“ Der 43-Jährige, der das Bad schon als Kind kennenlernte, macht keinen Hehl daraus, dass er die 100 000er Marke gerne knacken möchte.

Dabei ist es noch nicht lange her, da stand die Zukunft des Freibads in den Sternen. Von Schließung der maroden Anlage war die Rede, ein Aufschrei ging durch die Bevölkerung. Vor 40 Jahren war das Bad von den Arbeitern der Großbetriebe der Region Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf quasi in „Heimarbeit“ aus dem Boden gestampft worden. Die jährlichen Zuschüsse für den Betrieb überforderten nach der Wende die Gemeinde Kleinmachnow. Erst mit der Gründung der Bad-Gesellschaft im Jahr 2013, an der sich Teltow mit 30,2 Prozent und Stahnsdorf mit 20 Prozent beteiligten, wurde ein sicheres Fundament geschaffen.

„Seitdem ist viel passiert“, sagt Markus Schmidt. Bis zum Saisonstart 2015 wurden drei Häuser komplett saniert. Es entstanden Sauna mit Saunagarten, neue Umkleidekabinen und WC-Anlagen sowie ein Domizil für Tauchschule und Verwaltung. 2,4 Millionen Euro haben die drei Kommunen gemeinsam investiert.

Mit einem Riesenschritt soll das Freibad nun bis zur kommenden Saison fit für die Zukunft gemacht werden. Dafür müssen Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf noch einmal rund 4,8 Millionen Euro in die Hand nehmen, das sind 1,25 Millionen Euro mehr, als im Gesellschaftervertrag für die Sanierung ursprünglich veranschlagt worden sind. „Damals haben wir die Entwicklung der Preise in der Baubranche noch nicht genau abschätzen können“, sagt Schmidt. Außerdem würden der zweite und dritte Bauabschnitt nun in einem Zuge erledigt, so dass zum 1. Juni 2018 ein komplett durchsaniertes Bad die Besucher erwartet.

Eröffnet am 15. Mai 1976

Nach einer langen Planungsphase, in der vor allem das geschätzte Investitionsvolumen von 5,3 Millionen Mark gesichert werden musste, konnte im Winter 1973 endlich mit dem ersten Spatenstich der Bau des Fraibads Kiebitzberge begonnen werden.

Finanziell vor allem getragen von den drei Großbetrieben der Region: VEB Carl von Ossietzky Teltow (COT), VEB Geräte- und Regler Werk Teltow (GRW ), VEB Gleichrichterwerk Stahnsdorf (GWS ) und durch die tätige Hilfe hunderter Bürger und Mitarbeiter vieler Betriebe der drei Kommunen konnte das Freibad bereits am 15. Mai 1976 den Badefreudigen übergeben werden.

Im Ergebnis der Wende 1989 änderte sich auch für das Freibad grundsätzlich alles. Eigentümer wurde nun die Gemeinde Kleinmachnow, welche die finanzielle Belastung allein schultern musste. Ab 1991 übernahm zunächst die Sportstätten GmbH Kleinmachnow den Betrieb, später wurde die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Kleinmachnow (Gewog) der Betreiber. Am 1. Mai 2013 wurde durch die Gründung der Freibad Kiebitzberge GmbH der Stein für die Sanierung gelegt.

„Besonders wichtig ist der Einsatz der Edelstahlbecken für Schwimmer und Nichtschwimmer“, erklärt Schmidt. Der Austausch der mit Fliesen beklebten Betonbecken werde vor allem Nachfolgekosten senken. Denn immer wieder gehen Fliesen kaputt und müssen ersetzt werden. „Das ist dann vorbei“, so Schmidt, der zudem verspricht, dass auch die Freianlagen, die Sprungtürme und das Schwimmmeisterhaus aufgefrischt werden. Im Zentrum der Sanierung steht aber die Erneuerung der gesamten Wassertechnik – Herzstück eines jeden Schwimmbads.

Im Zuge der Sanierung wird sich das Freibad Kiebitzberge auch als Klimaschutz-Modellprojekt präsentieren. „Wir werden vom Bundesumweltministerium 180 000 Euro Förderung erhalten“, kündigt Schmidt an. Damit kann die Umstellung der Heizungsanlage auf eine energieeffizientere Technologie finanziert werden. „Wir werden die bestehende Solaranlage erneuern und in Zukunft mit Hybridkollektoren arbeiten.“ Damit wird dann zum Beispiel das Wasser in den Duschen erwärmt. Weil das Projekt Vorbildfunktion haben soll, werden die Besucher in einer Art „Show-Room“ die Funktionsweise der Heizungsanlage besichtigen können. Der Zeitplan ist eng und darum müssen sich die Bad-Besucher in dieser Saison etwas sputen. Zwei Wochen früher als geplant wird das Freibad geschlossen, damit bereits am 4. September mit den Umbauarbeiten begonnen werden kann.

Mag sein, dass Markus Schmidt deshalb in dieser Saison noch nicht auf seine 100 000 Besucher kommen wird. Doch wenn das Wetter mitspielt und die Arbeiten planmäßig verlaufen, dann müsste es 2018 endlich soweit sein.

Von Jürgen Stich

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