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Potsdam-Mittelmark „Das Gezerre demontiert beide Kandidaten“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Das Gezerre demontiert beide Kandidaten“
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07:45 20.08.2016
Karl-Heinz Borgmann geht offen mit seiner Krankheit um – und sorgt sich auch um seine Stadt und das Amt Brück. Quelle: Andreas Koska
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Brück

Bürgermeister Karl-Heinz Borgmann hat Krebs. Trotzdem bringt sich das Stadtoberhaupt weiterhin in die Lokalpolitik ein. Er gibt Auskunft über seine Gesundheit, seine Freude und seinen Ärger.

Herr Borgmann, wie geht es Ihnen?

Karl-Heinz Borgmann: Es geht mir auf Grund der Erkrankung mal besser, mal schlechter.

Seit wann wissen sie vom Krebs?

Borgmann: Kurz nach meinem 70.Geburtstag im Juli vorigen Jahres hatte wurde ein Arztbesuch erforderlich. Ich wollte aber noch einen weiteren runden Geburtstag in der Familie abwarten. Im Oktober kam die Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs, nicht operabel und die Prognose, dass ich nur noch drei Monate zu leben hätte.

Sie sind sehr offen mit der Krankheit umgegangen. Wie war die Resonanz?

Borgmann: Es ist besser, selbst darüber zu reden, als wenn andere Falsches sagen. Über die Prognose war ich erschrocken. Aber ich wollte nicht aufgeben. Wie sie sehen, bin ich immer noch da. Ich hatte Chemotherapie, die ich allerdings im Moment ausgesetzt habe. Ich fühle mich nicht stark genug dafür. Ich war von der Anteilnahme der Bürger jedenfalls überwältigt. Deshalb möchte ich mich bei allen _ Bürgern, Freunde, Familie, besonders meiner Lebensgefährtin, für die Unterstützung und die aufmunternden Worte bedanken.

Andere hätte in der gleichen Situation das Amt gleich niedergelegt. Warum Sie nicht?

Borgmann: Nur weil ich krank bin, heißt doch nicht, dass mich die Stadt nicht mehr interessiert. Ich bin seit 23 Jahren auf dem Posten. 2016 habe ich krankheitsbedingt nur eine einzige Stadtverordnetenversammlung versäumt, und war nur bei zwei Amtsausschusssitzungen war ich nicht dabei. Die Kommune liegt mir am Herzen und wenn es mir gut geht, kann ich auch weiter ehrenamtlich tätig sein. Sehr wichtig war für mich, dass mein Betrieb – das Hotel „Stadtmitte“- weiter bestehen bleibt. Ich habe ihn meinem Sohn überschrieben.

Wie sieht ihre Bilanz für das Planestädtchen. aus?

Borgmann: Eher positiv. Aber beurteilen sollten das lieber das andere. Mich freut besonders die positive Entwicklung der Schulen. Die Entscheidung für eine Kindertagesstätte im Zentrum war goldrichtig, wenn auch der Neubau leider nicht ausreicht. Insofern bin ich froh, dass mit dem christlichen Betreuungsangebot eine Lücke geschlossen wird. Der gesamte Campus mit den Schulen, dem Mehrgenerationenhaus, der Kita, den Turnhallen und dem Sportplatz ist topp. Auch das Naturbad ist ein Erfolg, trotz anfänglich vieler Widerstände. Und das zentrale Ärztehaus kann sich sehen lassen, besonders freut mich, dass junge Ärzte jetzt die freiwerdenden Praxen übernommen haben. Dass wir über 30 Vereine haben ist bemerkenswert, sie entwickeln eigene Ideen und sorgen für eine lebendige Stadt. Hier habe ich versucht den Gesprächsfaden stets aufrecht zu erhalten und sage auch hier noch mal: Danke. Auch die Altstadtsanierung war ein Erfolg, vom Titanen-Wochenende profitieren viele in Brück und Umgebung. Vor allem haben wir eine tolle Infrastruktur. Die Medien sind verlegt, es gibt Geschäfte, Ärzte, eine Apotheke. Wir haben eine Bahnanbindung und die Autobahnauffahrt ist nicht weit weg, eigentliche tolle Voraussetzungen für eine Weiterentwicklung. Nicht zu vergessen, die Mitarbeiter des Amtes, die ja unsere Beschlüsse umsetzen müssen und dabei häufig stark gefordert sind.

Wie sehen sie die Vorgänge rund um die Amtsdirektorenwahl, wobei die Rechtmäßigkeit des Votums für eine dritte Amtszeit von Christian Großmann angezweifelt wird?

Borgmann: Ich bin erschüttert. Das Gezerre demontiert eigentlich beide Kandidaten. Ob Christian Großmann unter diesen Voraussetzung weiter machen will und kann, wird sich zeigen. Auch für Marco Köhler dürfte bei dieser Blockbildung die Arbeit nicht einfach sein. Es sind beide angeschlagen.

Trifft es auch auf den Amtsausschuss zu, dem sie ja vorsitzen?

Borgmann: Ja, es gibt ganz offensichtlich einen tiefen Graben. Ich hoffe, dass wir vielleicht doch noch eine Brücke werden bauen können. Im Gremium sind Vertreter von sechs selbstständigen Gemeinden, die das Amtsmodell behalten wollen. Dafür werden wir uns einsetzen müssen. Es besteht aber die Gefahr, dass die Randgemeinden abdriften: Golzow zurück nach Kloster Lehnin, die Waldgemeinden nach Beelitz. Es gilt, das zu verhindern. Ein starkes Amt Brück kann es nur gemeinsam geben.

Was wäre zu tun?

Borgmann: Wir sollten die kommende Sitzung abwarten, Es kursiert die Idee, die Stelle noch einmal auszuschreiben. Vielleicht findet sich ein Kandidat, der von den Vorgängen nicht berührt ist. Denn im Augenblick sind wir dabei, statt aus dien guten Voraussetzungen zu nutzen, diese zu verspielen.

Wie geht es für Sie weiter?

Borgmann: Wie bisher. Wenn es mir gut geht, bin ich für die Bürger da. Eigentlich habe ich nie eine Sprechstunde gebraucht. Denn ich bin in der Regel auf der Straße ansprechbar und die Menschen haben das immer genutzt.


Von Andreas Koska

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