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Das Gute liegt so nah

Grüne in Wildenbruch auf Tour für regionale Küche Das Gute liegt so nah

Regionale Produkte stehen für Frische und kurze Lieferwege, landen trotz der Vorteile aber nicht in gebührender Dimension in den Küchen der Brandenburger Gaststätten. Grünen-Landtagsabgeordneter Benjamin Raschke reist derzeit durchs Land, um mit märkischen Gastronomen über das Thema zu reden. Am Freitag war er in Wildenbruch.

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Beim Kochen (v.l.): Chefkoch Guido Reihs, Kai Rückewold (pro agro) und Benjamin Raschke (Grüne).

Quelle: J. Steglich

Wildenbruch. Während nebenan im Wildenbrucher Trauzimmer der regionale Mc-Donald’s-Chef heiratet, sind Grünen-Landtagsabgeordnete auf der Suche nach dem guten Essen und einer anderen Landwirtschaft, die märkische Gastronomen mit Produkten aus der Region versorgen kann. In Wildenbruch sind sie fündig geworden. „Der Gasthof ’Zur Linde’ ist uns empfohlen worden“, sagt Benjamin Raschke, landwirtschaftlicher Sprecher der Grünen. Er reist mit seiner Mitarbeiterin Laura Englart durchs Land, um mit Gastronomen beim gemeinsamen Kochen zu reden – über regional produzierte Lebensmittel, die für Frische, lokale Wertschöpfung und kurze Lieferwege stehen und trotz der Vorteile nicht in gebührender Dimension in Brandenburgs Küchen ankommen.

„Die meisten kaufen beim Großhändler ein und konzentrieren sich auf das dümmste Ziel: Wie kann ich sparen, wie bekomme ich das Fleisch noch günstiger“, sagt Ralf Weißmann, Inhaber der „Linde“. Guido Reihs, sein Koch, fügt hinzu: Das Geldverdienen darf in einer Küche nicht im Vordergrund stehen. „Der Aufwand ist höher, wenn ich mit frischen Produkten arbeite. Dafür braucht man auch mehr Fachkräfte“, sagt der Koch, der es für einen Fehler und Bequemlichkeit hält, den Aufwand zu scheuen.

Mit dem Grünen-Besuch kochte er vegetarisch, bereitete Dinkelgemüse-Puffer zu, glasierten Kürbis mit Balsamiko-Zwetschgen und Lindenhonig-Eis. Kürbis, Zucchini und Tomaten kommen vom Bauern aus Fresdorf, die Pflaumen aus Werder und der Honig vom Imker aus Blankensee. Im Schnitt sind es in der „Linde“ 75 Prozent regionale Produkte, so Reihs. Für frische Kost wurde ein feines Netzwerk zu regionalen Produzenten geknüpft, das nicht alle Wünsche erfüllen kann. „Ein Schwachpunkt ist, dass regionale Produzenten oft die benötigte Menge nicht liefern können.“ Als Gastronom müsse man auch damit leben, wenn es Produkte etwa wegen schlechter Ernte nicht gibt. Kai Rückewold vom Agrar-Marketingverband pro agro sieht beim Ausschenken von regionalen Bieren viel Luft nach oben. Krombacher und andere Großanbieter haben noch Theken-Hoheit. Die Nachfrage nach selbstgebrautem Bier wachse aber. Pro-Agro-Leute sind unterwegs, um den Umstieg schmackhaft zu machen. Derzeit gebe es 21 Gasthaus-Brauereien, so Rückewold. Luft nach oben hat auch die Landtagskantine. Beim Wunschessen ist der Klassiker Currywurst mit Pommes. Grünenabgeordneter Raschke schiebt das auf die SPD-Fraktion, die größte im Landtag. Auch beim Essen entscheidet die Mehrheit, in welche Richtung es geht.

Genießertouren

In der Region gibt es Genießertouren, die Ausflugsgäste aufs Land locken sollen. Das Angebot bekam den Pro-Agro-Marketingpreis 2016.

Für die Genießertouren schlossen sich sechs Gastronomen zusammen, darunter Initiator Ralf Weißmann. Der Chef des Gasthofs „Zur Linde“ sieht nicht alle Entwicklungen bei regionalen Anbietern positiv. „Die Spargelbauern graben sich gerade selbst das Wasser ab, weil sie mit ihrem Folieneinsatz nur auf pure Masse setzen“, sagt er.

Von Jens Steglich

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