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Das Hallendach ist Schrott

Lehnin Das Hallendach ist Schrott

Das Dach der Emsterland-Halle auf dem Lehniner Schulcampus muss dringend saniert werden. Grund ist eine flächige Korrosion der Dachplatten. Das teilt das Bauamt der Gemeinde Kloster Lehnin mit. Die Zweifeldhalle ist wichtig für Schul- und Vereinssport und erst 14 Jahre alt.

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Da heben sie ab: Im Sommer 2011, als die Lehniner Grund- und Oberschule fusionierten, ließ man an der großen Sporthalle Ballons steigen.

Quelle: Heiko Hesse

Lehnin. Das Dach der erst 14 Jahre alten Lehniner Zweifeldhalle am Schulcampus muss dringend erneuert werden. Das teilt Angela Böttge, Leiterin des Bauamtes der Gemeinde Kloster Lehnin, mit. Zutage tritt jetzt erstmals das Ausmaß des Schadens. Das Rathaus spricht von einer flächigen Ausbreitung von Korrosion. „Um das Gebäude zu schützen, muss dringend das Hallendach erneuert werden“, teilt das Bauamt mit. Offen ist, ob es im Zuge der Sanierung des Daches zu einer Beeinträchtigung des Hallenbetriebes kommen wird.

Derzeit läuft in der Halle der Schul- und Vereinssport von morgens bis 22 Uhr noch weiter. Schulleiter Dirk Lenius sagte gegenüber der MAZ: „Ich würde mir mehr Information zu den Schäden am Dach seitens der Gemeinde als Schulträger wünschen. Ich stehe mit ihr ja täglich in Kontakt.“ Er werde nun nachhaken, ob die Sicherheit der Benutzung durch die Schäden beeinträchtigt sei. Bisher habe er nur seitens der MAZ von den Schäden erfahren.

Das Dach ist undicht geworden durch durchgerostete Schraubstellen an der Unterseite der Dachhaut. Herausgekommen ist das nach Angaben Angela Böttges durch den Einsatz einer Spezialfirma, die von der Gemeinde beauftragt worden war, zu klären, warum es immer wieder zu Wasserschäden nach Regenfällen in der Halle kommt. Auslöser für diesen Auftrag war ein Wassereinbruch im August. Die Bedachung der 1,5 Millionen Euro teuren Halle ist aus verzinkten Stahl-Trapezblechen. Die durch die Schrauben entstandenen Bohrlöcher sind von oben durch Gummiunterlegscheiben gegen Feuchtigkeit zwar abgedichtet. Gegen Schwitzwasser unterhalb der Platten jedoch sind sie nicht geschützt. „Hieraus ergeben sich zwangsläufig das Wegrosten der Dachplatten von innen nach außen und das Entstehen von Löchern im Dach.“

Dieses Ausmaß der Schäden ist nach Angaben von Bürgermeister Uwe Brückner im Vorfeld nicht erkennbar gewesen. Zurzeit klärt das Bauamt, welche Technologie für die Sanierung des Daches geeignet und zweckmäßig ist. „Aussagen zur Höhe der Kosten und zum Zeitplan sind noch nicht verlässlich möglich“, sagte Angela Böttge auf MAZ-Anfrage. Offen ist auch, inwieweit die Traglastfähigkeit des Daches beeinträchtigt ist und ob es noch stabil genug ist, im Winter Schneelasten zu tragen.

Schnee wird zu einer gefährlichen Last und kann starken Druck auf Dächer ausüben. Nasser Schnee auf einer Fläche von einem Quadratmeter und einer Höhe von einem Zentimeter wiegt bis zu vier Kilo.

Thomas Bottke, Geschäftsführer des Kreissportbundes, macht sich keine Sorgen um die Sicherheit in der Halle. „Da wird niemandem etwas auf den Kopf fallen, da bin ich mir sicher.“ Der Kreissportbund nutzt die Halle für fünf bis zehn Kurse, darunter sind Kletterlehrgänge, Seniorensport und Arbeitsgruppen im Ganztagsangebot der Schule. „Wir können sicher im Notfall während der Bauarbeiten auf Hallen in der Stadt Brandenburg ausweichen, die sind alle frisch saniert“, sagt Bottke. „Wir können da flexibel reagieren, die Zusammenarbeit mit dem Stadtsportbund ist gut.“ Bottke betont, „dass die Halbwertzeit der Halle so gering ist, haben wir nicht gedacht.“ Reingeregnet habe es schon kurz nach Eröffnung der Halle. „An den Ecken ist innen das Wasser heruntergelaufen.“

Auf dem Gelände gibt es noch eine kleinere ältere Turnhalle, die ebenfalls modernisiert worden ist. Auch sie wird von der Grund- und Gesamtschule Lehnin für Unterrichtszwecke genutzt. Auf diese Halle könnte der Kreissportbund Bottke zufolge ebenfalls notfalls ausweichen. „Wir harren der Dinge, wie es jetzt weitergeht.“

Die Zweifeld-Halle ist auch bekannt als Emsterland-Halle. Dort finden viele sportliche Großereignisse in Kloster Lehnin statt. Gebaut wurde sie auf den Grundmauern der früheren Schülerspeisung, die zu DDR-Zeiten entstanden war. Die moderne Turnhalle ist eines der ersten Großprojekte der neugegründeten Gemeinde Kloster Lehnin 2003 gewesen. Ein Teil der Prämie für den Gemeindezusammenschluss floss in das Großprojekt. Der Eigenanteil der Kommune betrug 350 000 Euro.

Die Emsterland-Halle ist zudem wichtig für den Schulcampus und ein Bekenntnis der Gemeinde Kloster Lehnin zur weiteren wichtigen Förderung des Schulstandortes Lehnin, an dem nun auch eine gymnasiale Oberstufe entsteht.

Von Marion von Imhoff

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