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Potsdam-Mittelmark Das Öko-Kraftwerk aus Urgroßvaters Zeiten
Lokales Potsdam-Mittelmark Das Öko-Kraftwerk aus Urgroßvaters Zeiten
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19:23 24.05.2016
Vereinsvorsitzende Elke Seidel im Maschinensaal. Quelle: Jens Steglich
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Beelitz-Heilstätten

Als Elke Seidel das erste Mal das Heizkraftwerk in Beelitz-Heilstätten betritt, kommt ihr ein Geruch entgegen, den sie aus der Kindheit kennt. Es riecht nach Schmiere und Maschinenöl – so wie die Arbeitsanzüge ihres Vaters, der Schmied war. „Dann waren noch die Maschinen in ihrer Größe und Schönheit“, erzählt sie. Und Gleichgesinnte, in deren Augen man sah, dass sie ebenso fasziniert sind vom Meisterwerk der Ingenieurskunst, das nach dem Abzug der Russen aus Heilstätten 1995 zum Tag des offenen Denkmals erstmals für die Öffentlichkeit aufgeschlossen wurde.

An dem Tag wird die Idee geboren, einen Förderverein zu gründen, der sich auf die Fahnen schreibt, das Heizkraftwerk zu retten. Ein Jahr später rufen Gleichgesinnte den Verein „Heiz-Kraft-Werk Beelitz-Heilstätten“ ins Leben. Jetzt ist er 20 Jahre alt, was am Samstag gefeiert wird. „Der Verein hat das getan, was in seiner Macht und in seiner Kraft stand“, sagt Vereinsvorsitzende Elke Seidel. Das ist eine Menge, auch wenn das Ziel, das Heizkraftwerk nicht nur zu retten, sondern auch wieder einer Nutzung zuzuführen, noch nicht erreicht ist. Es gehört seit Ende der 1990er Jahren dem Landkreis, der Verein hat es gepachtet und rührt mit Führungen und anderen Veranstaltungen die Trommel für das technische Denkmal. Saniert wurden Außenhülle und Maschinensaal. Auch der Ausstellungsraum ist hergerichtet, und der Verein erwarb 2001 das Dampfpumpenhaus und ließ die Hülle sanieren. Die Rettung erfolgt Schritt für Schritt – mit Fördermitteln, Eigenleistungen und Spenden, die der Verein etwa bei Führungen einnimmt. Ihm ist es zu verdanken, dass jährlich bis zu 3000 Besucher das Kraftwerk ansehen, das Ende des 19. Jahrhunderts konzipiert wurde und 1902, als es in Betrieb ging, den Bau der Heilstätten krönte. Es gehörte zum Modernsten, was diese Zeit hervorbrachte, schwärmt Elke Seidel.

Man könnte auch sagen: In Heilstätten steht ein Öko-Kraftwerk aus Urgroßvaters Zeiten. Die Erbauer setzten auf Kraft-Wärme-Kopplung, bei der mit dem Einsatz eines Brennstoffes zwei Produkte entstehen – Wärme und Strom. Ganz Heilstätten mit seinen 60 Gebäuden wurden so beheizt und mit Strom versorgt.

Geburtstagsfeier am 28. Mai

Der 20. Geburtstag des Vereins wird am 28. Mai ab 14 Uhr am Heizkraftwerk in Beelitz-Heilstätten gefeiert.

Zum Jubiläum gibt es unter anderem eine große Torte von Star-Konditorin Cynthia Barcomi, im Innenhof spielt das Duo Marek & Sven Jazz und ein Gründungsmitglied lässt die Vereinsgeschichte Revue passieren – 20 Jahre in 20 Minuten.

Wer will, kann sich zeichnen lassen – in 85 Sekunden mit Wunderkerzen.

„Wir müssen eine Brücke vom 19. ins 21. Jahrhundert schlagen“, sagt Elke Seidel. Ihre Vision: Im Heizkraftwerk könnte zum Beispiel die Energiezentrale Potsdam-Mittelmarks eingerichtet werden, von der aus die Energieversorgung des Kreises koordiniert wird. Im Dachgeschoss sei Platz für dieses virtuelle Kraftwerk, während unten ein Museum vorstellbar sei. „Es wartet noch viel Arbeit auf uns“, sagt sie. Am 28. Mai wird aber erst einmal gefeiert.

Von Jens Steglich

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