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Potsdam-Mittelmark Das Stadttor lässt weiter auf sich warten
Lokales Potsdam-Mittelmark Das Stadttor lässt weiter auf sich warten
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02:15 09.06.2017
Quelle: Andreas Koska
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Brück

Die Autofahrer im Planestädtchen und darüber hinaus müssen sich auf Behinderungen und die Anwohner auf Baulärm gefasst machen. Ab Mitte Juni wird nämlich die Straße des Friedens saniert. Über den genauen Ablauf werden die Anlieger in dieser Woche bei einer Versammlung informiert. Nächsten Montag rollen die Bagger an.

Sogar Kathrin Schneider ist von der Notwendigkeit der Bauarbeiten überzeugt. „Mit der Sanierung der Straße des Friedens wird die Innenstadt von Brück deutlich attraktiver“, lässt die Verkehrsministerin des Landes Brandenburg dazu verlauten. Durch neue Asphaltierung sinke der Lärmpegel, der historische Anger werde teils neu gestaltet. „Gleichzeitig erhöht sich die Verkehrssicherheit“, so die SPD-Politikerin.

Allerdings wird eine den Stadtvätern am Herzen liegende Attraktion nicht wie erhofft in dem Zuge hergerichtet. Die Lokalpolitiker hätten gern die Wiederherstellung des Stadttores innerhalb des dritten Bauabschnittes bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt realisieren lassen.

Wie in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung bekannt wurde, wird die Kommune das Bauwerk aber nun auf eigene Kosten bauen müssen. „Die geschätzten 30 000 Euro sind aber nicht im Haushalt verankert, da wir davon ausgingen, dass das Tor vom Landesbetrieb Straßenwesen errichtet wird“, erklärte amtierende Amtsdirektor Lars Nissen.

Umleitung via A 9 oder L 851

Die bis zum nächsten Frühjahr dauernden Arbeiten am dritten Abschnitt der Ortsdurchfahrt finden unter Vollsperrung statt.

Die großräumige Umleitung wird wie folgt ausgeschildert: Via die Autobahn-Anschlüsse Beelitz/Borkheide bzw Brück/Linthe auf der A 9 oder auf Landesstraße 851 über Alt Bork, Deutsch Bork und Schlalach sowie Linthe.

Insgesamt sind 99 Grundstückseigentümer betroffen. Sie werden über Bauablauf und Kosten am Donnerstag, 18 Uhr, im Gasthof „Schützenhaus“ informiert.

Erste Entwürfe wurden den Abgeordneten vorgestellt. Der Planer Jan Michel aus Brandenburg an der Havel hat ein Backsteintor vorgeschlagen, das auf der Südseite einen Durchlass für Fußgänger und Radfahrer vorsieht. Es soll an der Stelle des alten Tores entstehen. Von diesem ist nur noch ein Pfeiler erhalten geblieben. Dessen Bedeutung wird von den meisten heutzutage gar nicht mehr wahrgenommen.

„Das Bauwerk ist auf jedem Fall touristisch wichtig. Wir waren uns einig, dass wir es haben wollen“, betonte Abgeordneter Lothar Koch (SPD). Bürgermeister Matthias Schimanowski (Pro Brück) pflichtet ihm bei und ist schon einmal zufrieden, dass die Planungen vorliegen, so dass gebaut werden kann, wenn Geld vorhanden sein wird.

Sein Stellvertreter Michael Klenke (SPD) schlug vor, einen Förderantrag auf Unterstützung aus den Leader-Programm der Europäischen Union bei der Lokalen Aktionsgruppe Fläming/Havel zu stellen, damit die Finanzierung abgesichert werden kann.

Nicht nur für das Tor, die gesamten Kosten für die nächsten Arbeiten an der Ortsdurchfahrt sind gestiegen. So sehr, dass die Amtsverwaltung Brück sogar damit rechnet, einen Nachtragshaushalt aufstellen zu müssen. Die Gesamtkosten für die Sanierung liegen bei etwa 3,64 Millionen Euro.

Davon trägt der Bund 2,47 Millionen, das Land Brandenburg 150 000 Euro und die Stadt Brück etwa 1,19 Millionen Euro. Gerechnet hatte die Verwaltung mit knapp einer Million Euro Eigenanteil der Kommune.

Das Vorhaben umfasst den grundhaften Ausbau der Straße des Friedens und schließt die Einrichtung von Fahrradstreifen auf der Fahrbahn sowie die Erneuerung der Kreuzung Straße des Friedens/Ernst-Thälmann- Straße./Brandenburger Straße ein. Neben dem Neubau der Entwässerungsanlagen, werden Gehwege saniert und Beleuchtung modernisiert. Eine zeitgemäße Bushaltestelle wird ebenfalls errichtet.

Mit dem Ende der Arbeiten wird Ende April 2018 gerechnet. Zwei Jahre später soll dann der vierte und letzte Bauabschnitt der Ortsdurchfahrt in Angriff genommen werden. Die Entscheidung zum Stadttor wird jetzt weiter in den Ausschüssen der Stadt beraten.

Von Andreas Koska

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