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Potsdam-Mittelmark Das ganze Dorf auf den Beinen
Lokales Potsdam-Mittelmark Das ganze Dorf auf den Beinen
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18:10 20.08.2017
Aktuelle und frühere Honrationen bei der 675 Jahr Feier in Linthe. Quelle: Andreas Koska
Linthe

An diesem Wochenende war fast ganz Linthe auf den Beinen. Kein Wunder: Die Ersterwähnung vor 675 Jahren galt es zu feiern.

Die meisten der Einwohner nahmen an dem von zwei Rittern angeführten Umzug teil . Boris und Anton Zühlke, die sonst als Kosakenreiter begeistern, waren diesmal in Ritterrüstungen gewandet und schwangen die alten Fahnen der Feuerwehr und der Sänger. Ihnen folgten der Brücker Musikverein, der kräftig aufspielte sowie die Honoratioren und die Vereine des Dorfes. Marion Kleinerüschkamp begeisterte auf ihrer Schwalbe als „Schwester Agnes“. Die Schützen, die den Dorfgeburtstag später mit neun Salutschüssen begrüßten, wurde vom Friedrich II. dem Großen begleitet.

Beliebter Preußenkönig

Von Gicht geplagt, am Stock gestützt marschierte seine Majestät wie alle anderen Teilnehmer von der Ringstraße in der Neubausiedlung bis ins Dorf herunter. Darsteller Hans-Jürgen Kraus aus Görzke bereitete es sichtlich Freude. Mit seinem Stock verschaffte er sich immer wieder Platz, indem er seine Untertanen mit leichten Schlägen zu Räson brachte. Dass der heimliche Wunsch nach einer Monarchie wohl bei vielen schlummert, war zur Eröffnung der Kulturscheune von Familie Zessin zu bemerken. Der „Große Fritz“, Linthes Bürgermeister Ottheiner Kleinerüschkamp (CDU), sowie die Oberbürgermeisterin aus Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann (CDU), durchschnitten zwar das rote Band. Die größte Aufmerksamkeit freilich dem Königsmimen. Jan Zessin erhielt von ihm eine Urkunde, die an den historischen Augenblick erinnerte. Danach strömten wohl einige hundert Gäste in die geräumige Durchfahrtscheune und bestaunten die ausgestellten Kunstwerke einiger Brücker und Linther Künstler.

Die Landfrauen gratulierten zum Jubiläum. Quelle: Andreas Koska

Wenige Häuser weiter hatte Dietmar Schröter seine kleine Sammlung von bäuerlichen Geräte und Inventar zugänglich gemacht. Dort staunten die Linther vor allem über die Sammlung alter Aufnahmen der Ortsfeuerwehr und versuchten, die Kameraden auf den Bildern zu erkennen. Über eine größere Sammlung historischer Geräte verfügt auch Wolfgang Beelitz. Für die Jubiläumsfeierlichkeiten hatte er jedoch ein besonderes Thema vorbereitet: „Vom Flachs zum Leinen“. Anhand alter Fotos und Gerätschaften wie Brecher und Spinnrad konnte man den Weg von der Pflanze bis zum Garn verfolgen. Der Heimatforscher antwortete geduldig auf alle Fragen der zahlreichen Besucher.

Bürgermeister lobt Dorfleben

„Noch heute zeugen Häuser und Gebäude von den Aufbauleistungen unserer Vorfahren“, sagte Ottheiner Kleinerüschkamp und bezog sich dabei auf die drei geöffneten Höfe. „Hier haben viele Generationen gelebt und gearbeitet, haben Freude und Leid erlebt und haben sich ihre Eigenart bewahrt, auf die wir stolz sein können“, sagte der Bürgermeister, der sich vor allem bei den jungen Leuten, die im Ort geblieben sind, bedankte. „Ihr bereichert das Dorfleben und die vielen Kinder sind das Herz einer Gemeinde“, freute er sich, ehe er das bunte Treiben am Teich eröffnete.

Linthe hat Zukunft: Gruss aus der Tagesstätte „Rappelkiste“. Quelle: Andreas Koska

Die Kinder aus Tagesstätte „Rappelkiste“ brachten ihr Geburtstagsständchen, die Kosaken zeigten ihre Reitkünste. Wer wollte, konnte sich bei den Schützen mit dem Luftgewehr versuchen, bei der Feuerwehr eine ruhige Kugel schieben oder bei der Bierglasrutsche sein Feingefühl beweisen. Ein gelungener Tag für alle Beteiligten. Nicht zuletzt hatten die Gastgeber bestes Wetter für alle Aktivitäten und Angebote. Erleichterung, die Sigrid Klenk anzumerken war. Sie zeichnete für den Umzug verantwortlich, der viel Anerkennung fand.

Von Andreas Koska

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