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Das ganze Dorf wohnt in einer Straße

Zuhause in Neubensdorf Das ganze Dorf wohnt in einer Straße

Die Genthiner Straße ist Neubensdorf (Potsdam-Mittelmark). Früher waren unter anderem drei Bäcker ansässig, heute sind es zwei Kfz-Werkstätten, zwei Friseure, ein Klempner, eine Pension. Mit 1200 Metern ist sie die längste Straße der Gemeinde. Rechts und links der Ortsdurchfahrt steht jeweils eine Reihe Häuser. Auch Bürgermeister Bernd König wohnt an der B 1.

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Bürgermeister Bernd König am Viertel-Meilenstein in der Genthiner Straße.

Quelle: Claudia Nack

Neubensdorf. Die Genthiner Straße ist Neubensdorf. Früher waren unter anderem drei Bäcker ansässig, heute sind es zwei Kfz-Werkstätten, zwei Friseure, ein Klempner, eine Pension. Während sich vor dem Krieg die Paare in der „Tanne“ kennenlernten, war in den 80er Jahren die „Kalte Pflaume“ für die Jugend bis Genthin und Brandenburg ein Begriff. Mit 1200 Meter dürfte sie die längste Straße der Gemeinde Bensdorf sein. Rechts und links der Ortsdurchfahrt steht jeweils eine Reihe Häuser. Auch Bürgermeister Bernd König wohnt an der B 1.

„Wenn ich Natur sehen möchte, gehe ich hinter’s Haus“, sagt er. Dort hat er einen großen Garten mit Hühnern und Schafen. „Wenn ich Autos sehen will, trete ich vor die Tür.“ Das macht der stolze Opa gern mit seinem zweieinhalbjährigen Enkel Carlos, der fast alle Autotypen kennt. An den Verkehrslärm hat sich König gewöhnt. „Nach der Wende haben wir als erstes Lärmschutzfenster und eine Ölheizung einbauen lassen.“ Königs wohnen seit 1981 in dem mit LPG-Hilfe gebauten Häuschen.

Dienstältester Gemeindevertreter

„Ich fühle mich als Bensdorfer, denn ich kenne es als Einheit“, sagt der 60-Jährige, der in Kirchmöser aufgewachsen ist, 1976 bei der LPG „Frieden“ anfing und zuletzt Leiter der Tierproduktion war. Seit dem Aus der Agrargenossenschaft ist er Geschäftsführer der 1999 neu gegründeten Märkisch Bensdorf Agrar GmbH. „Jeder der fünf Ortsteile hat Vor- und Nachteile“, sagt er diplomatisch, allerdings gebe es durch deren Lage keinen zentralen Ortskern. König geht als „dienstältester“ Gemeindevertreter in sein 32. Jahr und hat fünf Bürgermeister erlebt. Seit dem Rücktritt seines Vorgängers Udo Krüger 2012 ist er es selbst. „Ich bin nicht amtsmüde, sondern freue mich, dass wir ein bisschen was mitgestalten konnten“, sagt er. Als Beispiel nennt er die Flurneuordnung, die ein Segen gewesen sei. Mit deren Hilfe wurden die Altbensdorfer Ortsdurchfahrt saniert und die ländlichen Wege rundum ausgebaut. Oder das durch eine Investorengruppe im sozialen Wohnungsbau errichtete „Kleine Feld“, wodurch dieser Ortsteil an das Abwassernetz angeschlossen wurde.

Wenn König durch die Gemeinde geht oder zur Arbeit fährt, wird er natürlich auch auf Probleme angesprochen. Die einen sagen „Herr Bürgermeister“, die anderen „Hallo Bernd“. Die Älteren beklagen neben dem Laub im Herbst, die schlechte Busverbindung nach Brandenburg und bedauern, dass es keine Bank und keinen Arzt mehr im Ort gibt. Den Jüngeren liegt der Fortbestand der Kita in Altbensdorf und der Bau eines ordentlichen Radweges an der viel befahrenen B 1 von Plaue bis zur Landesgrenze am Herzen. Außerdem haben Eltern mehr als 200 Unterschriften gesammelt, damit an der Genthiner Straße in Höhe der Bushaltestelle eine Bedarfsampel aufgestellt wird.

Von Müllhalde bis Windräder

Allgemeines Kopfschütteln herrscht darüber, dass über die Hinterlassenschaften des Müllpaten im wahrsten Sinne des Wortes Gras und Unkraut wachsen konnten. Außerdem will man von König etwas über die geplanten Windräder wissen. „Unser Teilplan liegt auf Eis, denn wir warten auf die gesetzliche Durchsetzung des Regionalplanes“, sagt er. Zwar will auch König keine „Verspargelung“ vertritt aber die Auffassung, dass der Kommune auf ausgewiesenen Flächen „fünf, sechs Windräder“ nicht wehtun würden, sondern Geld in die Kasse bringen könnten.

Der Bürgermeister steht an der neuen behindertengerechten Rampe zum Neubensdorfer Friedhof. „Zwei Jahre dauerte es wegen bürokratischer Hürden von der Idee bis zur Umsetzung.“ Auch die Radweg-Pläne schlummern beim Landesstraßenbetrieb schon länger in der Schublade. „Wir wurden immer wieder vertröstet, weil kein Geld da war“, so König. Nach der zerschlagenen Hoffnung zur Buga keimt neue: „Dieses Jahr soll die Planung überarbeitet und 2017 Baubeginn sein.“

Von Claudia Nack

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