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Reaktionen auf den Infoabend in Michendorf

So lief der Abend - eine Zusammenfassung Reaktionen auf den Infoabend in Michendorf

In der Sporthalle des Michendorfer Gymnasiums werden ab kommender Woche rund 100 Flüchtlinge aufgenommen. Darüber ist am Mittwochabend bei einer Bürgerversammlung und auf der MAZ-Facebookseite emotional diskutiert worden. Wir fassen die Reaktionen zusammen, die zwischen Kopfschütteln und Beschwichtigung schwanken.

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Riesenandrang zur Infoverantaltung in Michendorf.

Quelle: Gartenschläger

Michendorf. In Michendorf ist das Thema ein Riesenaufreger. Ab kommender Woche sollen in der Sporthalle des Gymnasiums Flüchtlinge untergebracht werden. Der Sportunterricht und der Vereinssport müssen dann ersteinmal ausfallen. Hintergrund: Der Landkreis Potsdam-Mittelmark nimmt rund 400 Menschen aus Kriegsgebieten mehr als geplant auf. Geeignete Unterkünfte sind aber Mangelware.

Entsprechend emotional ist über das Thema am Mittwochabend in Michendorf bei einer Bürgerversammlung diskutiert worden. Der Andrang war groß, Fragen gab es viele. Befürchtungen, dass Neonazis die Versammlung für ihre Parolen nutzen könnten, bewahrheiteten sich nicht. Es wurde zwar emotional, aber sachlich diskutiert.

Anwohner Bernd Wernicke sagte vor der Sitzung wohl das, was viele Michendorfer dachten, als sie erfuhren, dass die Halle als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden soll.

Sachlichkeit überwiegt

In der Verantstaltung dominierten dann die konstruktiven und beschwichtigenden Stimmen. Ingrid Schuessler zum Beispiel sagte, dass es wichtig sei, den Flüchtlingen zu helfen. "Die Flüchtlinge haben oft wenig Anspruch, sie wollen ein Dach über dem Kopf und geschützt sein. Deshalb ist es auch egal, ob es eine Turnhalle ist", sagte sie. Ähnlich argumentiert ihre Bekannte Anika Petrausch . Sie ist Ärztin und bietet gemeinsam mit Krankenschwester Schuessler an, sich um die medizinische Versorgung der Flüchtlinge zu kümmern.

Die Aussagen der beiden spiegeln die Stimmung von Mittwoch gut wider. Viele Michendorfer zeigten sich offen und hilfsbereit. Skeptische Stimmen und Nachfragen blieben aber dennoch nicht aus.

Anwohnerin Claudia Jung sagte zum Beispiel: "Ich habe große Zweifel an der Wahl der Unterkunft, es ist die unglücklichste Variante, die wir hier haben können. Ist sie menschenwürdig?" Trotz ihrer Skepsis bat auch sie Hilfe an und will die Flüchtlinge etwa bei Behördengängen unterstützen.

Lob von Bürgermeister und Kreis-Derzernent

Kreis-Sozialdezernent Thomas Schulz bezeichnete die Situation als kritisch, lobte aber auch die Hilfsbereitschaft der Michendorfer und die Zusammenarbeit mit Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach . Schulz hofft, dass die Halle nach den Ferien wieder für Schul-und Vereinssport genutzt werden kann.

Bürgermeister Reinhard Mirbach hoffte vor Beginn der Infoversantstaltung auf eine sachliche Diskussion. Seine Hoffnungen wurden erfüllt. Er sei positiv überrascht, sagte er und lobte die konstruktive Diskussion.

In der Diskusssion kamen auch immer wieder Bedenken der Anwohner zum Vorschein. Einige sorgten sich, dass die Flüchtlinge Krankheiten nach Deutschland einschleppen, etwa Ebola. Andere machten sich Sorgen um den Brandschutz, weil in der Halle gekocht wird. Diese Vorurteile und Sorgen wurden ausgeräumt. Jeder Flüchtling muss sich einer Gesundheitsprüfung unterziehen, die Feuerwehr kümmert sich um den Brandschutz.

Alle Reaktionen und den Verlauf des Abends im Liveticker gibt es hier.

Diskussion auf Facebook

Während in Michendorf emotional und sachlich diskutiert wurde, entspann sich auf der MAZ-Facebookseite eine Diskussion um die Flüchtlingsunterkunft. Wenig überraschend: Deutlich unsachlicher.

Hier einige Reaktionen (unkommentiert und orthografisch unverändert):

  • Olaf Wiezorrek : Zur Not ist im BER noch Platz. Der wird doch eh noch lange nicht fertig.
  • Andrea Liehr : Da ist nur eine Sporthalle ich bin sprachlos das war mal mein Heimatdorf das ist das allerletzte ehrlich. Sollen sie die doch im Bundestag unterbringen, dann haben sie gleich mit Sprache recht. Und davon gibt es auch nur einen.
  • Antonia Bansner: & wo machen die Kinder dann Sport? Oder die Vereine?
  • Michi Wer : euch müsste man mal alle 4 wochen in eines dieser Länder schicken aus denen diese Menschen kommen! ihr macht euch sorgen um sport. lächerlich!
  • Susanne Frings: Es entstehen mittlerweile an jeder Ecke Flüchtlingsheime. Wer legt eigentlich fest wo und wie viele irgendwo gebaut werden? Gibt es dazu eine Übersicht oder einer Verteilungschlüssel?

Erschreckend: Unter den Kommentaren sind auch viele, die Vorurteile zur Schau stellen. Einige Kommentare in früheren Diskussionen mussten gelöscht werden, weil sie rassistisch, fremdenfeindlich, unterstellend, beleidigend oder alles auf einmal waren. Dennoch: Es gab auch freundliche und unterstützende Kommentare unter den MAZ-Lesern. Viele riefen zu Verständnis und Toleranz auf.

MAZonline

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