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Dem Bauhof wächst das Gras über den Kopf

Niemegk Dem Bauhof wächst das Gras über den Kopf

Der für alle Orte des Amtes Niemegk zuständige Bauhof kommt mit der Arbeit nicht hinterher. Daher billigte der Amtsausschuss jetzt eine Aufstockung der Arbeitszeit und Mehrausgaben von 20 000 Euro jährlich. Gleichzeitig sollen Bürger gewonnen werden, die als Paten Pflegearbeiten mit übernehmen. In einigen Dörfern läuft dies bereits.

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Zum Team des Bauhofes gehören Lothar Fritzlar (l.), Gabriele Zschauer und Kevin Schäffner, hier auf dem Spielplatz in Buchholz.

Quelle: Thomas Wachs

Niemegk. Das Amt Niemegk greift für die Pflege seiner Orte jetzt tiefer in die Tasche. Die Mitglieder des Amtsausschusses billigten in ihrer jüngsten Sitzung Mehrausgaben von 20 000 Euro jährlich. Im Haushaltsplan für 2017 ist die Zusatzausgabe bereits gelistet. Mit dem Geld soll die Aufstockung der Arbeitszeit für die vier fest angestellten Arbeiter des Bauhofes finanziert werden.

Pensum ist nicht zu schaffen

Laut der aktuellen Auswertung und Überarbeitung des Pflegekataloges für kommunale Flächen in allen Orten sei es den Beschäftigten in den zurückliegenden zwei Jahren nämlich nicht möglich gewesen, das Pensum vollständig abzuarbeiten. Künftig sollen die drei Männer und eine Frau daher nun 35 statt derzeit 30 Wochenstunden mit Rasentraktoren, Freischneidern, Motorsäge und Schneeschiebern im Einsatz sein. Vor allem in Sommermonaten, wenn umfangreiche Mäharbeiten in den Orten anstehen, soll so die Schlagkraft erhöht werden.

Seit 2013 leistet sich das Amt Niemegk einen zentralen Bauhof für alle Orte

Seit 2013 leistet sich das Amt Niemegk einen zentralen Bauhof für alle Orte.

Quelle: Thomas Wachs

Bedarf gebe es derzeit für insgesamt rund 10 120 Einsatzstunden. Geleistet werden könnte aktuell aber lediglich 7560 Stunden. Mit Verträgen der fest angestellten Arbeiter sind lediglich 5040 Stunden abgesichert. Hinzu kommen 2520 Stunden über Beschäftigte aus Arbeitsförderungsprojekten.

Zentraler Dienstleister

Seit gut vier Jahren gibt es im Amt Niemegk einen zentralen Bauhof für alle 23 Orte des weitläufigen Gebietes.

Zuständig ist das fünfköpfige Team unter Leitung von Eike Schumann für die Gemeinden Mühlenfließ, Rabenstein/Fläming, Planetal und die Stadt Niemegk.

Die Mitarbeiter erledigen die Pflege der kommunalen Straßen, Wege und Plätze sowie Hausmeisterdienste in Gebäuden.

Die Kosten für Stammpersonal sowie Technik und Hilfsmittel werden von den Gemeinden per Umlage an das Amt getragen.

Handlungsbedarf zur Aufstockung der Arbeitszeit in Bauhof sehen die Ortsbürgermeister und die Amtsverwaltung zudem, „weil künftig immer weniger zusätzliche Helfer aus den Arbeitsförderprogrammen für geringfügig Beschäftigte zur Verfügung stehen werden“, sagte Amtsdirektor Thomas Hemmerling im Amtsausschuss. Dennoch müsse auch die Kommune ihre Anliegerpflichten wahrnehmen. „Vor allem im Winter ist das aber schwer, wenn in allen Orten am liebsten gleichzeitig die Bushaltestellen von Schnee und Eis befreit werden müssen“, so der Verwaltungschef.

Bürger sollen Bauhof entlasten

Er schlug vor, stärker um Paten in den Orten zu werben, „die vor ihren Türen auch kommunale Fläche mit in ihre Obhut nehmen könnten“, so Hemmerling. „Das Modell funktioniert bei uns in Rabenstein/Fläming schon ganz gut“, sagt Bürgermeister Ralf Rafelt. „Bei uns haben sich Senioren gefunden, die mit zupacken wollen. Sie mähen Rasenflächen mit oder halten das Bushäuschen in Schuss.“

Insgesamt hatte die zur Aktualisierung des Pflegekataloges gestartete Umfrage bei den Ortsbeiräten jedoch nun dazu geführt, dass mehr Flächen in den regelmäßigen Pflegeplan aufgenommen werden mussten. Dabei bindet der zweite Schwerpunkt für Reparaturen auf Friedhöfen, Bushäuschen und Spielplätzen oder an Gebäuden inzwischen rund 40 Prozent der Arbeitszeit, erklärte Hemmerling.

Weite Wege zu vielen Einsatzstellen

Karin Commichau plädierte für eine Aufstockung der Arbeitszeit. „Der Bauhof arbeitet fleißig, kann aber gar nicht alles schaffen“, sagte die Vorsitzende des Amtsausschusses und Bürgermeisterin von Planetal. Problem seien schon allein die oft langen Anfahrtswege zu den Orten im weitläufigen Amtsgebiet.

Bärbel Schüler, Stadtverordnete aus Niemegk, warnte angesichts der schon heute vielfach nicht ausgeglichenen Gemeindehaushalte vor zusätzlichen Kosten. Fünf Abgeordnete stimmten im Amtsausschuss dennoch für eine Aufstockung, drei Mitglieder enthielten sich.

Von Thomas Wachs

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