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Dem Jeseriger See geht die Luft aus

Gewässerpflege im Fläming Dem Jeseriger See geht die Luft aus

Der See in der Mitte von Jeserig/Fläming ist ein Idyll. Doch längst wuchert das Schilf, verdrängt andere Pflanzen- und Tierarten. Der im Winter übliche Pflegeschnitt wäre aus ökologischen Gründen nötig. Doch die Untere Naturschutzbehörde hat den Antrag von 2015 bis jetzt nicht einmal beantwortet.

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Im Sommer war der Wiesenburger Anglerverein zwar bei der Ufer- und Gewässerpflege im Einsatz. Doch der See braucht mehr Pflege.

Quelle: Dirk Fröhlich

Jeserig/Fläming. Der sich am Jeseriger See immer stärker ausbreitende Schilfgürtel sorgt in der 200-Seelen-Kommune für Ärger. Die Tatsache, dass ein Ende 2015 gestellter Pflegeantrag von der Unteren Naturschutzbehörde nicht beantwortet ist, erzeugt zusätzlich für Frust. In der jüngst anberaumten Ortsbeiratssitzung brachten zahlreiche Einwohner ihr Unverständnis darüber zum Ausdruck. Mit deutlichen Worten schilderten sie Marco Beckendorf (Die Linke), Bürgermeister der Gemeinde Wiesenburg/Mark, den sich dramatisch verschlechternden Zustand des Gewässers.

So habe das Schilf bereits derart Überhand gewonnen, dass die beiden Badestellen bedeutend kleiner geworden sind. Während das Schilf wuchert, geht darüber hinaus der Feinsand verloren und mit ihm Uferbepflanzung. Sie war im Jahre 2004 die 2004 bei der letzten großen Renaturierung angelegt worden. Rund 125 000 Euro wurden damals erfolgreich in die Revitalisierung des Jeseriger Sees investiert. „Doch inzwischen ist der Schilfbewuchs längst außer Kontrolle geraten. Von der großen Artenvielfalt, die damals für viel Geld angepflanzt wurde, ist kaum noch etwas da. Das Projekt war gut gemeint und wird jetzt an die Wand gefahren“, monierte eine Einwohnerin.

Bürgermeister bittet um Nachsicht

Marco Beckendorf äußerte in der Runde zwar Verständnis, bat die Einwohner jedoch weiter um Geduld und Besonnenheit. Einige von ihnen hätten längst, würde man sie nur lassen, im Winter einen Schilfschnitt erledigt – so wie es ehemals die Altvorderen in der kalten Jahreszeit immer getn hatten, damit dem Gewässer nicht die Luft ausgeht. „Ich bitte um ihr Vertrauen und bin guter Hoffnung, dass Ende des Jahres der Vertrag steht“, versicherte der Verwaltungschef den aufgebrachten Einwohnern. Mit dem Papier, so es den behördlichen Segen erhält, soll die Pflege des Teiches für die nächsten zehn Jahre gestattet werden.

Dennoch musste sich der Bürgermeister den Vorwurf gefallen lassen, vor einem Jahr bereits die gleiche Auskunft gegeben zu haben. Der Verwaltungschef versuchte zu erklären, dass er im Dialog mit der mittelmärkischen Naturschutzbehörde bislang die Priorität auf den Radwegbau im Zusammenhang mit der Begradigung der B 107 gelegt hatte.

Eine Entscheidung soll in diesem Jahr fallen

Die Behörde hatte dieses Bauprojekte immer wieder ausgebremst – wegen Fröschen, Kröten und anderem schützenswertem Kleingetier, dessen Lebensräume als gefährdet gelten. „Ich erinnere an die schwierigen Verhandlungen“, bemerkte Beckendorf diesbezüglich. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es im Verlauf des Jahres auch gelingt, die ökologischen Erfordernisse und die Interessen der Jeseriger um den Erhalt ihres Badesees in Einklang zu bringen.

„Wir halten die Füße bis Ende 2017 still“, versicherte Bernhard Queling stellvertretend für die Jeseriger nach intensiven Disput. Dennoch blieb mit der Aussage eines Einwohners „Wir haben den Fehler gemacht und den Antrag gestellt“ eine Prise Ironie im Raum. Wenig tröstend wurde der Vergleich der Rathauschefs gewertet, dass andere Orte mit Teichen ähnliche Probleme wie die Jeseriger hätten.

Von Christiane Sommer

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