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Demenz: Helfer entlasten Familien

Ehrenamtstag in Lehnin Demenz: Helfer entlasten Familien

Diagnose Demenz: Für die Angehörigen der Betroffenen ändert sich damit ihr gesamtes Leben. Sorgen und Ängste drohen überhand zu nehmen. Vier Beratungszentren im Kreis Potsdam-Mittelmark vermitteln ehrenamtliche Helfer zur Entlastung. Sie wurden am Mittwoch in Lehnin geehrt.

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Antje Kirchhoff (3.v.l.) mit ehrenamtlichen Helfern.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Lehnin. Helmut Welz (74) kennt keine Langeweile. Der Michelsdorfer ist Ortsvorsteher, hat einen großen Garten und heizt mit Holz. Trotzdem nimmt er sich die Zeit, um andere Menschen zu unterstützen. Als ehrenamtlicher Helfer besucht er mitunter mehrmals in der Woche ein betagtes Lehniner Ehepaar. Der Mann ist an Demenz erkrankt. „Ich fahre mit ihm zur Physiotherapie, helfe beim Einkaufen. Manchmal reden wir auch nur miteinander. An vergangene Zeiten kann er sich erinnern, alles andere ist weg“, berichtet Welz. Das Schicksal seines ehemaligen Berufskollegen berühre ihn sehr. Die Belastung für die Angehörigen sei enorm. Deshalb sei er Helfer geworden, so Welz.

Vier Beratungsstellen

Beratungsstellen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen gibt es in Bad Belzig, Lehnin, Beelitz und Teltow. Dort werden die ehrenamtlichen Helfer des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin zur stundenweisen Begleitung vermittelt.

Ehrenamtliche Helfer werden laufend betreut und vor ihrem Einsatz geschult. Sie erhalten eine Aufwandsentschädigung. Mitbringen sollten Interessenten Freude am Kontakt mit älteren Menschen. Ansprechpartnerin ist Martina Alband, Telefon: 03382/76 84 19.

Helfen will auch Martin Tirkot (68) aus Werder, der eigentlich sein Rentnerdasein genießen könnte. Doch er mag nicht versauern, wie er sagt. In einer Lebenskrise hätten ihn andere Menschen aufgefangen. Jetzt wolle er etwas davon zurück geben. Deshalb macht Tirkot mit einem gehbehinderten und dementen Herrn Dampferfahrten oder Zoobesuche. „Ich gebe dem Mann etwas Mobilität. Und die Familie kann in der Zeit mal Luft holen“, berichtet der Werderaner.

Angesiedelt beim Diakonissenhaus

Helmut Welz und Martin Tirkot gehören zu den über 50 ehrenamtlichen Helfern in Potsdam-Mittelmark, deren Einsatz von insgesamt vier regional agierenden Beratungsstellen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen koordiniert werden. Angesiedelt sind die Beratungszentren beim Evangelischen Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin. Die Helfer entlasten Familien im Alltag, begleiten Betroffene stundenweise bei Spaziergängen, mit Gesprächen, Vorlesen und Musikhören. Sie sind keine Pfleger oder hauswirtschaftliche Hilfskräfte.

„Aber sie sind Engel auf Erden“, würdigte am Mittwoch Antje Kirchhoff das Engagement der Ehrenamtler. Sie ist die Ansprechpartnerin der Beratungsstelle für den Bereich Kloster Lehnin, Wusterwitz, Ziesar, Groß Kreutz und Beetzsee. Zusammen mit ihren Kolleginnen Sylvana Kropstat (Altkreis Belzig), Annekatrin Opitz (Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf, Nuthetal) und Andrea Koch (Werder, Schwielosee, Seddiner See, Michendorf, Beelitz) ehrte Kirchhoff im Lothar_Kreyssig-Haus des Lehniner Altenhilfezentrums viele Helfer beim jährlichen Ehrenamtstag mit Blumensträußen.

Einladung nach Berlin

„Durch ihre Besuche werden betroffene Familien entlastet und können neue Kraft schöpfen. Deshalb wollen wir einmal Danke sagen“, so Martina Alband, kreisweite Demenz-Netzwerkkoordinatorin bei ihrer Begrüßungsrede. Stellvertretend für Bundesaußenminister Frank- Walter Steinmeier, der nicht persönlich am Ehrenamtstag in seinem Wahlkreis teilnehmen konnte, überbrachte sein Büro-Mitarbeiter Tobias Borstel eine Einladung an alle geehrten Helfer für einen Bundestagsbesuch in Berlin. Den praktischen Teil des Ehrenamtstages übernahm Carola Gospodarek. Die Physiotherapeutin ist Vorstandsmitglied in der Alzheimergesellschaft Berlin. Sie referierte in Theorie und Praxis zum Thema Bewegung im Alter und bei Demenz.

Von Frank Bürstenbinder

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