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Den Neuendorfern stinkt's zum Himmel

Entsorgung des abgebrannten Abfalllagers weiter ungewiss Den Neuendorfern stinkt's zum Himmel

Vor zwei Jahren brannte das Abfalllager in Neuendorf in Teilen ab. Seitdem hat sich nichts getan. Noch immer ist offen, wann der Müll beseitigt wird. Doch die Anwohner geben nicht auf.

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Zum Deutschen Wandertag im Fläming formulierten die Neuendorfer ihren Protest.

Quelle: Gunnar Neubert

Rädigke. Nichts rührt sich auf der ehemaligen Fläming-Sortieranlage in Neuendorf ‒ da, wo es im November und Dezember 2011 zwei folgenschwere Müllbrände gegeben hat. Zur Erinnerung: Bei den beiden Feuern waren jeweils rund 250 Kameraden und dutzende Feuerwehren aus vier Landkreisen im Einsatz.

"Wir geben nicht auf. Wir kämpfen weiter um die Entsorgung", sagt Helmut Köppke. Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Niemegk hat sich an die Spitze der Protestbewegung gesetzt. Erst jüngst haben er und Rädigkes Ortsvorsteher Siegfried Frenzel in der Sache ein weiteres Schreiben an den Petitionsausschuss des Landtages Brandenburg übergeben.

Deshalb soll der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude, noch in diesem Jahr zu einem Ortstermin nach Neuendorf geholt werden. Das hat SPD-Wahlkreisabgeordneter Günter Baaske jüngst in Borkheide angekündigt, als er von seiner Partei einmal mehr als Direktkandidat für den Landtag Brandenburg nominiert worden ist.

Vom Stillstand im Abfalllager Neuendorf ist Thomas Hemmerling schon lange genervt. "Vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz ist mir einmal mehr kein neuer Sachstand übermittelt worden", konstatiert der Niemegker Amtsdirektor. So soll, wie es heißt, die Bewertung der insgesamt landesweit 108 problematischen Altablagerungen "weit vorangeschritten" sein. Zugrunde gelegt werde dabei der Kriterienkatalog, nach dem Gefahren für Mensch und Umwelt abgeschätzt werden. Allerdings seien die Bewertungsarbeiten mit einem erheblichen Aufwand verbunden, so dass die Liste der vorrangig zu entsorgenden Anlagen nicht vor Anfang nächsten Jahres vorliegen werde. Dann freilich ist noch nichts finanziert oder getan und Papier bekanntlich geduldig.

In Rädigke beobachtet Siegfried Frenzel das Geschehen mit einiger Ungeduld. "Ich bin sauer, weil nichts passiert", schimpft der Ortsvorsteher. Auch der im Sommer 2012 bei einem Podiumsgespräch vereinbarte Dialog mit den Kreis- und Landtagsabgeordneten finde einfach nicht statt. "Wir haben mehrfach Briefe geschrieben. Es gibt überhaupt keine Reaktionen", klagt Frenzel. Es scheint keinen Politiker zu interessieren, was die Leute auf dem Lande bewegt. "Das ist beschämend", so der Ortschef.

Von Gunnar Neubert

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