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Potsdam-Mittelmark „Der Anfang war ziemlich wild“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Der Anfang war ziemlich wild“
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12:52 10.06.2016
Das jüngste Gewog-„Aushängeschild“ – die barrierefreien Wohnungen in der Heinrich-Heine-Straße. Quelle: privat
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Kleinmachnow

Die Gewog in Kleinmachnow ist ein Kind stürmischer Zeiten. Heute, 25 Jahre nach ihrer Gründung, steht die gemeindliche Wohnungsgesellschaft mbH auf solidem Fundament. „Sie verfügt derzeit über rund 98,5 Millionen Euro Anlagevermögen, hat in 25 Jahren 677 neue Wohnungen gebaut und etwa 350 Wohnungen komplex saniert“. Jüngstes „Aushängeschild“ sind die im vorigen Sommer übergebenen 52 barrierefreien Wohnungen in der Heinrich-Heine-Straße. Diese „beachtliche Bilanz“ zog Carsten Fischer im MAZ-Gespräch anlässlich des heutigen Jubiläumsfestes der Wohnungsgesellschaft. Der 65-Jährige ist seit April 2009 Gewog-Geschäftsführer und geht am 1. Juli in den Ruhestand. Neue Geschäftsführerin wird die bisherige Prokuristin Katja Schmidt (42).

Gewog-Geschäftsgführer Carsten Fischer (65) übergibt zum 1. Juli die alleinige Geschäftsführung an Katja Schmidt (42). Quelle: Claudia Krause

Fischer gehörte 1991 als Prokurist zu den Pionieren, die die damalige Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft gegründet haben. Sie war als „reine Verwaltungsgesellschaft vor dem Hintergrund der massiven Restitutionsansprüche“ entstanden. Nur sei es ein Trugschluss gewesen, sie bereits nach fünf Jahren wieder auflösen zu können. Die 90er Jahre sind denn auch für Fischer, der seit 63 Jahren in Kleinmachnow lebt, „psychisch die schwerste Phase“ bei der Gewog gewesen. Wegen der Rückübertragung der Grundstücke an die Alteigentümer aus dem Westen herrschten Angst und Verbitterung. „Da waren wir als Mittler gefragt“, erinnerte Fischer. Die Gewog startete in einer Baracke im Meiereifeld ohne Möbel. „Aber in meinem ersten Büro stand ein rotes Telefon“, sagte der diplomierte Kaufmann. Die Mitarbeiter hatten oft sonnabends arbeiten müssen, „weil es kein Datenmaterial gab“ und die Wohnungen alle vermessen werden mussten. „Der Anfang war ziemlich wild, aber es war auch eine schöne Zeit, die kollegial zusammengeschweißt hat“, so der scheidende Chef.

Heute sitzt die Gesellschaft Am Rodelberg und verwaltet 1352 eigene Wohnungen und 52 Gewerbeeinheiten in Kleinmachnow und der Gemeinde Nuthetal, die mit sechs Prozent an der Gewog beteiligt ist. „Die Gewog ist für Kleinmachnow seit 25 Jahren unverzichtbarer und verlässlicher Partner, wenn es darum geht, in einer Gemeinde, die in erster Linie von Einfamilienhäusern geprägt ist, mit bezahlbarem Wohnraum ein wichtiges Gegengewicht auf dem Mietwohnungsmarkt zu schaffen. Besonders als es darum ging, Hilfe für jene Kleinmachnower zu leisten, die aufgrund von Restitutionsansprüchen ihre Häuser aufgeben mussten, war es die Gewog, die als Bauherrin einsprang und mit neuen Projekten für Lösungen sorgte wie zum Beispiel mit dem Wohnungsbau am Stolper Weg“, sagte Bürgermeister Michael Grubert (SPD) auf Nachfrage. Auch in jüngster Zeit biete die Gewog die Möglichkeit, „die Wohnungen zu bauen, die hier besonders gebraucht werden, barrierefrei, sozial verträglich und auch noch in hoher Qualität“, so Grubert in Bezug auf das geplante Neubauvorhaben am Stahnsdorfer Damm.

Die Frau an der Spitze

Katja Schmidt wurde vor sieben Jahren zunächst eingestellt als Assistentin der Geschäftsführung, dann wurde sie Prokuristin und seit 2014 teilt sie sich die Geschäftsführung mit Carsten Fischer.

Zum 1. Juli 2016 ist Schmidt als alleinige Geschäftsführerin für fünf Jahre bestellt. Schmidt ist Immobilienkauffrau und Rechtsanwältin.

Die 42-Jährige Potsdamerin lebt seit 1996 mit Familie in Kleinmachnow.

„Mit Carsten Fischer verabschieden wir einen Mitarbeiter der ersten Stunde in den verdienten Ruhestand. Er hat die Entwicklung der Gewog von einer reinen Verwaltungsgesellschaft zu einem stattlichen Unternehmen von Anfang an begleitet und maßgeblichen Anteil am Erfolg gehabt“, so Grubert. Dieser hatte 2009 die Gewog-Geschäftsführung an Fischer abgegeben und wurde Bürgermeister.

Nun steigt auch Fischer in die Kommunalpolitik ein. In diesem Jahr wurde er Mitglied der Unabhängigen Wählervereinigung Pro Kleinmachnow und will als Rentner ehrenamtlich politisch zum Wohl der Gemeinde und ihrer Einwohner weiter tätig sein. Auch wenn er „gern noch zwei, drei Jahre drangehangen hätte“, übergebe er nun das Ruder „guten Gewissens“ an Katja Schmidt. „Es gibt einen nahtlosen Übergang“, so Fischer.

Von Claudia Krause

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