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Der Baggersee ist wieder klar

Treuenbrietzen: Badegewässer sind „unbedenklich“ Der Baggersee ist wieder klar

Die Zweifel sind beseitigt. „Alles in Ordnung“ lautet das Ergebnis der Sichtprobe, zu der sich Gesundheitsaufseherin Annett Gutewort zum Baggersee an den Treuenbrietzener Stadtrand begab. Dieser ist eines der 42 natürlichen Badegewässer, die in Potsdam-Mittelmark der Kontrolle des Gesundheitsamtes unterliegen.

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Wieder klar: Annett Gutewort vom Landkreis ist mit der Qualität des Baggersees wieder zufrieden.

Quelle: U. Klemens

Treuenbrietzen. Der Zustand des 65.000 Quadratmeter großen und bis zu sechs Meter tiefen Baggersees hatten in den zurückliegenden Wochen viele Menschen Sorgen bereitet – insbesondere bei jenen, die regelmäßig zum Baden oder zum Angeln hierher kommen. Das Wasser des üblicherweise klaren Sees war seit längerem ungewöhnlich trübe.

Aufgefallen war das auch Annett Gutewort, als sie zuletzt Anfang Mai die Wasserprobe genommen hatte. Doch die mikrobiologische Untersuchung, die neben der Sicht- und Riechprobe Teil der regelmäßigen Untersuchung ist, habe keine Auffälligkeiten ergeben, sagt die Prüferin. „Als Faustregel gilt, dass man sich Gedanken machen sollte, wenn man im knietiefen Wasser seine Zehen nicht mehr sehen kann“, sagt Gutewort. „Doch wer hält sich schon daran?“

Bauarbeiten in Ufernähe oder im Flachwasserbereich, die den natürlichen Bodensatz aufgewirbelt haben könnten, habe es in jüngster Zeit keine gegeben, wie sie auf Nachfrage im Treuenbrietzener Bürgeramt erfuhr. Seenutzer hätten ihr gegenüber dies als mögliche Ursache angedeutet.

Doch der Grund zur Besorgnis ist gewichen. Seit gut einer Woche ist das Wasser wieder klar. Die runde, schwarz-weiße Scheibe, die Annett Gutewort an einem Seil ins Wasser gleiten ließ, war noch in knapp zwei Metern Tiefe ausreichend gut zu erkennen.

Strenge Normen

Natürliche Badegewässer werden in „lokale“ und „EU-Badegewässer“ unterschieden. Grundlage hierfür ist die Brandenburgische Badegewässerverordnung.

Der Landkreis Potsdam-Mittelmark verfügt derzeit über 34 lokale und acht EU-Badegewässer, die, ebenso wie künstlich angelegte Freibäder, im Vier-Wochen-Abstand durch das Gesundheitsamt überprüft werden.

Für die Vergabe des EU-Siegels gelten die strengeren Normen der Europäischen Union. Wichtig ist hier, neben der Makellosigkeit des Wassers, das Vorhandensein einer touristischen Infrastruktur an den Badestellen.

Etwa zehn Minuten braucht die Amtsfrau, um sich über die Wasserqualität einen Eindruck zu verschaffen. Kontrolliert wird, ob es Schwebeteilchen gibt, die auf Teerrückstände schließen lassen, ob das Wasser schäumt, was Tenside nahe legt und wie stark die Algenpopulation ist. Insbesondere auf die gesundheitsgefährdenen Blaualgen achtet sie dabei besonders.

Verschnupft darf man als Prüfer nicht sein, denn mit der Nase wird nach dem typischen Geruch des Phenols gefahndet. Luft- und Wassertemperatur und der pH-Wert des kühlen Nass werden mit dem Messgerät ermittelt und eine Wasserprobe entnommen, die im Labor auf Enterokokken und Colibakterien untersucht werden.

Von Mitte Mai bis Mitte September folgt alle vier Wochen das gleiche Prozedere. Nur, falls das Labor fündig werden sollte, gibt es eine Nachprüfung. „Dass der Baggersee zum letzten Mal Probleme gemacht hat, ist schon viele Jahre her“, erinnert sich Annett Gutewort. Eine Woche vor Ende der Badesaison traten damals verstärkt Grünalgen auf. In der Saison danach war das Problem verschwunden. Gebadet werden kann derzeit in allen 42 Badeseen, versichert Simone Riedl vom Fachdienst Gesundheit in der Kreisverwaltung.

Das Siegel „Unbedenklich“ tragen davon nur 40. Denn sowohl im Netzener, als auch im Klostersee Lehnin gibt es derzeit aufgrund der hohen Temperaturen eine erhöhte Algenbildung, wie Simone Riedl, im Gesundheitsamt zuständig für alle natürlichen und künstlichen Badegewässer, einschränkt. Aushänge an den drei betroffenen Badestellen warnen vor den Risiken, die vor allem für Kleinkinder beim Verschlucken von Seewasser und für Menschen mit empfindlicher Haut bestehen.

Von Uwe Klemens

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