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Potsdam-Mittelmark Der Biber ist noch kein Publikumsmagnet
Lokales Potsdam-Mittelmark Der Biber ist noch kein Publikumsmagnet
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08:16 12.03.2018
Hauskatze Nicole setzte sich zuerst in Szene. Die neue Ausstellung im Naturparkzentrum Raben ist freilich dem Elbebiber gewidmet. Quelle: Andreas Trunschke
Raben

Die neue Ausstellung im Naturparkzentrum Hoher Fläming ist dem Elbebiber gewidmet – auch wenn sich die Katze des Hauses namens Nicole zur Eröffnung am Freitagabend kurz in den Vordergrund drängte. Blickfang der Schau ist ein ausgestopfter Biber, der auf Fynn-Jonas getauft wurde. Das Präparat wurde nach Fynn Lengner aus Hohenwerbig und Jonas Schröter aus Treuenbrietzen, die gerade in der Einrichtung ihr freiwilliges ökologisches Jahr leisten, benannt, Beide haben bei Vorbereitung und Aufbau der Exposition mit angepackt.

Die Vernissage war mit knapp 20 Leuten eher schwach besucht. Offenbar zieht der Biber nicht so sehr wie der Wolf oder der Rothirsch, denen die Vorgängerausstellungen gewidmet waren. Dabei lohnt es sich, sich mit dem Elbebiber (lateinisch Castor fiber) zu beschäftigen. In der Mitte des 20. Jahrhunderts war er in Europa fast ausgerottet. Jetzt hat er sich von der Elbe aus wieder bis in den Hohen Fläming vorgearbeitet, offenbar zunächst trockenen Fußes, später entlang der Plane. Im Land Brandenburg werden etwa. 3500 Biber vermutet.

Edelstahlmatten in Deichen werden nachgerüstet

An den Oderdeichen kommt es sogar zu Problemen, die oft aber auch durch Unbedachtheit der Menschen begünstigt werden. „Damals hat man wider besseren Wissens versäumt, preiswert Edelstahlmatten als Schutz in die Deiche einzubauen“, so Naturparkleiter Steffen Bohl. Heutzutage wird das teuer nachgeholt. Im Hohen Fläming gibt es dagegen kaum Konflikte, wie der Verwaltungschef berichtete.

In den engen Tälern am Oberlauf der Plane kann sich das aufgestaute Wasser wenig auf landwirtschaftliche Flächen ausbreiten. Auch gibt es kaum Obstpflanzungen unmittelbar am Wasser.

Biberbeauftragte lobt Kooperation im Hohen Fläming

Anders mag das aussehen, wenn sich der Biber weiter am Unterlauf der Plane ausbreitet. Aber auch da ist Steffen Bohl optimistisch: „Wo der Biber schon immer gelebt hat, gibt es kaum Konflikte. Die Menschen haben gelernt, damit zu leben.“ Auch die Biberbeauftragte des Landes Brandenburg, Caroline Lenk, bestätigte in ihrem Vortrag, dass sie bisher aus dem Hohen Fläming von keinen Problemen gehört habe: „Offenbar funktioniert hier die Kommunikation.“

Streckbrief von Meister Bockert

Der Biber wird durchschnittlich 15, maximal 35 Kilogramm schwer. Der Nager ist ausgewachsen bis zu einem Meter lang, wobei die sogenannte Kelle allein 35 Zentimeter erreichen kann.

Die Tiere leben in Familien zusammen, welche die Eltern und zwei Jungengenerationen umfassen. Jede Familie besetzt ein Revier und verteidigt es.

Die Reviergröße umfasst 1 bis 7 Kilometer, abhängig vom Nahrungsangebot. Der Biber ist dämmerungs- und nachtaktiv. Er ist ein reiner Pflanzenfresser.

Um heimisch zu werden benötigt der sogenannte Meister Bockert mindestens 80 Zentimeter Wassertiefe. Ist diese nicht erreicht, staut er Wasser auf. Geringere Strömungsgeschwindigkeit sorgt zur Naturverjüngung und schafft zusätzlich Lebensräume für andere Arten

Mit Drainagen kann man erreichen, dass der Wasserstand nicht höher wird, und ohne Dammzerstörung dem Biber gerecht werden.

Immerhin können die betroffenen Landwirte auch Ausgleichszahlungen für die Schäden erhalten, die der streng geschützte Biber verursacht hat. Eine Ausweitung der Konflikte ist kaum zu erwarten. In Brandenburg sind inzwischen fast alle potentiellen Biberreviere besetzt, was zu einer Stagnation der Population führe, wie es heißt.

Der Elbebiber von Profis fotografiert – zu sehen Ausstellung im Naturparkzentrum Raben Quelle: Wolfgang Ewert

Die beeindruckenden Fotos der brandenburgischen Naturfotografen Reinhard Baadke und Wolfgang Ewert, die in der Ausstellung zu sehen sind, zeigen junge Biber ebenso wie Biberfamilien. So nah wie auf diesen Fotos dürften die wenigsten den nachtaktiven Tieren kommen. Auf den Fotos kann man jedoch sehr genau die filigranen Füße und die roten Schneidezähne der Tiere betrachten. Ewert, der in Emstal wohnt, hat Stunden zugebracht, bis ihm diese Aufnahmen gelangen. „Man muss vorher genau wissen, wo der Biber wohnt und wann er sich wahrscheinlich zeigt“, erklärt der Fotograf, der zur Vernissage nach Raben gekommen war. Aber auch dann muss alles stimmen, schließlich gibt es nur wenig Licht.

Die Biber-Ausstellung kann bis zum 6. Juni im Naturparkzentrum Raben besucht werden.

Von Andreas Trunschke

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