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Der Coverboy von Ebay

Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) Der Coverboy von Ebay

„Ich kenn’ Sie doch?“ – Paul Heimann (31) arbeitet bei Ebay-Kleinanzeigen im Europarc Dreilinden (Potsdam-Mittelmark) und ziert zurzeit bundesweit die Ebay-Plakate auf Bussen und Bahnen. Oft wird er erkannt und auch angesprochen, auch wenn die Leute sein Gesicht nicht immer gleich zuordnen können.

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Werbegesicht und Original: In der Kleinmachnower Ebay-Zentrale wagt Paul Heimann den Vergleich. Ist er es wirklich?

Quelle: Stich

Kleinmachnow. Wenn Paul Heimann beim Discounter Brötchen aus dem Selbstbedienungsfach herausholt, kann es ihm passieren, dass er von wildfremden Menschen angesprochen wird. So geschehen vor wenigen Tagen. „Ein älterer Herr schaute mich intensiv an und fragte: Ich kenn’ Sie doch?“, erzählt der 31-Jährige lachend. Das ist kein Einzelfall und wird es wohl auch nicht bleiben. Denn Paul Heimanns Gesicht ist omnipräsent in allen großen Bahnhöfen der Republik auf 3,5 mal 2,5 Meter großen Plakaten zu sehen.

Eine Model-Karriere hat Paul Heimann allerdings nie angestrebt. Vor fünf Jahren wechselte der Kölner zu Ebay-Kleinanzeigen mit Sitz im Kleinmachnower Gewerbegebiet „Europarc“. Dort ist der gelernte Informatiker zum Leiter der Produktionsabteilung aufgestiegen. „Alles, was man auf der Seite von Ebay-Kleinanzeigen sehen kann, stammt von mir und meinem Team“.

Vor einem Jahr trat dann Ebay-Marketing-Chef Pierre Du Bois auf den Plan. Er suchte Mitarbeiter, die sich für eine Werbekampagne zur Verfügung stellen. Unter dem Motto „Trenn dich früher von Sachen von früher“ sollten in Straßenbahnen, Bussen und U-Bahnen junge Leute mit coolen Sprüchen auf die Kleinanzeigen-Seite gelockt werden, um im Netz ihre Sachen zu verkaufen. Paul Heimann beteiligte sich am Foto-Shooting in Kleinmachnow und warb fortan – als Kölner – mit dem Satz: „Aus Alt mach Cash für Kölsch“. „Das waren so schmale Streifen, keine großen Plakate“, erinnert sich Heimann.

Doch sein Gesicht war so prägnant, dass er zum Hauptmotiv einer zweiten Werbekampagne mit den großen Postern in den Bahnhöfen auserkoren wurde. „Plötzlich hing ich überall in Deutschland.“ Kleinmachnower Ebay-Mitarbeiter erkannten ihn zuerst, fragten nach, tauschten sich in sozialen Netzwerken aus. Daraus entstand ein interner Wettbewerb – wer hat das Plakat wo gesehen, in welchen Situationen, wer macht das schönste Foto vom Poster und so weiter. „Der Sieger hat dann einen Liegestuhl gewonnen“, erzählt Heimann.

Eindrücklicher, das muss auch der in der digitalen Welt aufgewachsene 31-Jährige zugeben, sind aber die analogen, also leibhaftigen Begegnungen. Seien es die Anrufe von Verwandten und Freunden aus Köln, die den Sohn, Neffen und Kumpel plötzlich an der Wand hängend wiedererkennen und sich etwas aufgeregt bei ihm melden. Oder sei es das Erlebnis am Berliner Bahnhof Südkreuz: „Ich schaute auf mein Handy, weil ich irgendetwas überprüfen wollte und hatte gar nicht bemerkt, dass ich direkt vor einem Werbeplakat stand.“ Ein kleines Mädchen baute sich vor ihm auf, blickte in sein Gesicht, dann aufs Plakat und wieder zurück. „Bist Du das?“, fragte sie schließlich. „Da habe ich mich umgedreht und mir selbst in die Augen gesehen. Das war ein merkwürdiges Gefühl.“

Bereut hat der 31-Jährige seinen Ausflug in die Werbebranche nicht. „Es gab keine unangenehmen Begegnungen oder blöde Bemerkungen“, resümiert er. Und wer weiß: Sollte einmal eine S-Bahn nach Kleinmachnow-Dreilinden fahren – was sich alle Kleinmachnower sehnlichst wünschen –, dann würde Paul Heimann seine Kollegen bereits im Bahnhof begrüßen – mit dem Spruch: „Du bist am Zug.“

Von Jürgen Stich

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