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Der Friede der gallischen Dörfer

Zehn Jahre nach der Zwangsfusion feiert Michendorf ihren Geburtstag Der Friede der gallischen Dörfer

Nein, 2003 hätte sich niemand vorstellen können, 2013 den zehnten Geburtstag der Gemeinde Michendorf zu feiern. Vor zehn Jahren wollte sie keiner haben.

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Hans-Joachim Strich trug sich in das Goldene Buch.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Michendorf. Als die vom Innenministerium ins Rollen gebrachte Fusionswelle das Land erfasst, gehören die sechs Gemeinden des Amtes Michendorf zu den Widerspenstigen, die nur per Erlass von oben zu zähmen sind. Selbst das Geldangebot (Fusionsprämie) schlagen sie aus, mit dem manche Reform-Gegner umgestimmt werden. Die sechs "gallischen Dörfer" wehren sich bis zuletzt und klagen vor dem Verfassungsgericht ‒ vergeblich ‒ gegen ein Gesetz des Landtags, das 2003 Fresdorf, Langerwisch, Michendorf, Stücken, Wildenbruch und Wilhelmshorst zur Gemeinde Michendorf zwangsvereinigt.

Zehn Jahre später sieht die Welt anders aus. Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) lud gestern zu einer Festveranstaltung ein, um die Vereinigung zu feiern. Zum Zehnjährigen ist sogar eine Festschrift erschienen, in der steht, was in den sechs Ortsteilen seit dem Zusammengehen so entstanden ist.

Für Mirbach sollte die Feier auch ein Signal sein, das dokumentiert: "Wir sind eine Gemeinde und schauen gemeinsam nach vorn." Gegenüber der MAZ konstatierte er: "Die Wunde ist verheilt, eine kleine Narbe ist geblieben und bei einzelnen ist die Narbe auch noch wetterfühlig." Mancher schimpft in der Tat noch heute gern auf "Groß-Michendorf" ‒ mitunter zurecht. Dissonanzen gibt es genauso wie lokale Egoismen immer noch. Das Gemeindeparlament, in dem es hart zur Sache gehen kann, hat aber eins bewiesen: Wenn es darauf ankommt, sind alte Fehden vergessen. Landrat Wolfgang Blasig (SPD) sagte es in einem Grußwort so: Trotz des holprigen Starts hat sich die Gemeinde Michendorf zu einer starken Kommune in Potsdam-Mittelmark entwickelt. "Michendorf ist immer im Gespräch, sei es als familienfreundlicher und lebenswerter Wohn- und Firmenstandort, als Vorreiter beim Lärmschutz an der bald auszubauenden A10, als streitbarer Sprecher für den Erhalt der Bahnlinie nach Berlin-Schönefeld oder beim Ausbau des Schulcampus im Ortsteil Wilhelmshorst."

Und Michendorf hat engagierte Bürger: Hans-Joachim Strich zum Beispiel. Der fast 90-jährige Heimatforscher, der sich um die lokale Geschichtsschreibung verdient gemacht hat, trug sich gestern zur Feier des Tages ins Goldene Buch der noch jungen Gemeinde ein.

Von Jens Steglich

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