Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Der Jakobsweg der Kröten und seine Gefahr
Lokales Potsdam-Mittelmark Der Jakobsweg der Kröten und seine Gefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 20.03.2017
Wilfried Lauterbach hält ein gerettetes Erdkrötenpaar in den Händen. Quelle: Marion von Imhoff
Anzeige
Nahmitz

Der Jacobsweg für Kröten führt von der Reiherheide direkt zum Nahmitzer Erdeloch. Über Jahrhunderte prägten sich Generationen von Amphibien diese Strecke ein. Doch mitten durch den Liebespfad der Kröten und Frösche führt die Landstraße 88. Sie bei lebendigem Leib zu überwinden, ist für Tausende der Tiere bis vor vier Jahren schier unmöglich gewesen. Dass sie es nun in ihrem Liebesrausch zum Laichplatz schaffen, ist dem Naturschutzbund Nabu und Ehrenamtlern wie Wilfried Lauterbach zu verdanken.

Der 64-jährige Ingenieur gehört zu jenen sieben Männern und Frauen, die abwechselnd jeden Morgen den Krötenzaun abgehen, die Tiere einsammeln und sicher zum Tümpel jenseits der L 88 bringen. Lauterbach nennt sich den Donnerstagsmann. Donnerstags ist er dran.

Wilfried Lauterbach ist engagiert sich für den Amphibienschutz. Quelle: Marion von Imhoff

Vor zwei Wochen haben knapp 20 Mittelmärker und Brandenburger, darunter auch Familien mit Kindern, den 300 Meter langen Krötenschutzzaun aufgestellt, der in einem Abstand von etwa 30 Meter parallel zur L 88 verläuft. Organisiert hat das der Nabu-Regionalverband Brandenburg an der Havel. Lauterbach ist dort kein Mitglied, aber als Naturschützer sieht sich der Jäger dennoch. „Wir Jäger schießen ja nicht nur, sondern betreiben zudem Hege und Pflege und zwar auch bei nicht bejagbaren Tieren.“

So bleibt der Jagdhund im Auto zurück, während Lauterbach den Zaun abgeht und über den Müll schimpft, der in der Naturschönheit der Reiherheide am Waldweg nahe der Autobahn 2 liegt. Etwas ab davon beginnt der Zaun. Alle paar Meter sind Eimer versenkt. Schon im ersten geht es turbulent zu bei einem entschleunigten Liebespiel. Drei Erdkrötenpaare sind schon bei der Begattung. Dafür tragen die größeren Weibchen die Männchen huckepack.

Das Erdeloch bei Nahmitz ist erreicht: Gleich lässt Wilfried Lauterbach die geretten Kröten wieder frei. Quelle: Marion von Imhoff

Wilfried Lauterbach packt jedes Paar behutsam in einen Eimer. Nach etwa 20 Minuten hat der Rentner 43 Männchen und 32 Weibchen eingesammelt. Sie waren in der Nacht am Zaun, der ihren Weg unterbricht, entlanggekrochen und in die weich mit Moos gepolsterten Eimer geplumpst. Das Grünzeug gibt den Tieren Deckung vor Räubern. Noch in der morgendlichen Frühe müssen die Kröten dort herausgeholt werden, bevor es zu warm wird. Tagsüber verkriechen sich die Kröten im Laub und warten für die Fortsetzung ihres Weges die kühlen Nachtstunden ab.

„Ich habe über Jahre gesehen, wie die Straße glitschig war vor überfahrenen Kröten. Das konnte ich nicht mehr mit ansehen“, sagt der gebürtige Kirchmöseraner. Als der Nabu 2014 das erste Mal den Amphibienschutzzaun aufstellte, war Lauterbach sofort dabei. Auch als Helfer für seinen erwachsenen Sohn, der im Nabu aktiv ist.

Sobald die Kröten das Wasser spüren, schwimmen sie aus dem Eimer in die Freiheit. Sie haben sicher ihren Laichplatz im Nahmitzer Erdeloch erreicht. Quelle: Marion von Imhoff

Seit 2014 wurden jährlich mehr als 2000 Erdkröten, dutzende Moorfrösche und ein paar Teichmolche gerettet. „Mich kennen die schon“, sagt Wilfried Lauterbach. Dann bringt er die Eimer voller Kröten über die Landstraße, wenige Meter dahinter einen Abhang hinab liegt das Laichgewässer. Sacht senkt Lauterbach die Eimer ins Wasser. Sofort schwimmen die Kröten in ihr Paradies.

Von Marion von Imhoff

Auch wenn sich der Verein Kultur-Wust seit 19 Jahren für die Dorfkirche stark macht, Hausherr ist die Evangelische Kirchengemeinde. Die hat sich unter Pfarrer Rasmus Gramsch stets dem Appell der Wuster versperrt, die Kirche auch für weltliche Trauerfeiern zu öffnen. Mit der neuen Pfarrerin Christiane Klußmann fand sich nun endlich ein Kompromiss.

20.03.2017

In Stücken gibt es einen Elf-Uhr-Elf-Club, der nichts mit Karneval zu tun hat und doch für gute Stimmung im Dorf sorgt – etwa beim Knut- oder Straßenfest. Die Clubmitglieder treffen sich jeden Sonntag 11 Uhr 11. Vor dem Haus, in dem das Treffen stattfindet, weht dann immer die Clubfahne. Angefangen hat alles 1992 an einem Gartenzaun punkt 11 Uhr 11...

17.03.2017

Der See in der Mitte von Jeserig/Fläming ist ein Idyll. Doch längst wuchert das Schilf, verdrängt andere Pflanzen- und Tierarten. Der im Winter übliche Pflegeschnitt wäre aus ökologischen Gründen nötig. Doch die Untere Naturschutzbehörde hat den Antrag von 2015 bis jetzt nicht einmal beantwortet.

20.03.2017
Anzeige