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Der Konsum lebt mit neuer Betreiberin fort

Cammer Der Konsum lebt mit neuer Betreiberin fort

Der Dorfladen in Cammer stirbt nicht. Obwohl „Konsum-Gustav“ jetzt nach 73 Jahren die Ära der Familie Eschholz als Kaufleute im Ort beendet, können die Bewohner die Dienstleistung weiter nutzen. Annette Rudolph führt das Geschäft fort.

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Gustav Eschholz übergibt den Dorfladen in Cammer an Annette Rudolph.

Quelle: Andreas Koska

Cammer. In Cammer endete am 30. Juni eine Ära: Gustav Eschholz hört auf. Seit 1943 führte seine Familie den Lebensmittelladen im Dorf. Vater Gustav Eschholz übernahm das Geschäft mitten im Krieg, leitete danach den Dorfkonsum. Sein Sohn Gustav unterstützte ihn dabei, nach der Wende führte er gemeinsam mit seiner Gattin Karin den kleinen Laden, der die Artikel des täglichen Bedarfs für die Menschen in Cammer im Angebot hatte. Jetzt ist Schluss, der 63-jährige Eschholz Junior übergab den Schlüssel an seine Nachfolgerin.

Bewusst auf das Wagnis eingelassen

„Es freut mich, dass es den Laden weiter geben wird, ich bewundere den Mut der neuen Inhaberin“, sagt Stammkunde Lutz Seeger. Er kommt mit einem Blumenstrauß zum Abschied in den Dorfladen und erledigt den letzten Einkauf bei „Konsum-Gustav“. Seine Nachfolgerin Annette Rudolph weiß um das Wagnis, das sie eingeht. Die 48-Jährige ist gelernte Facharbeiterin für Textilien. Seit der Eröffnung der Autobahnraststätte „Fläming“ an der A 9 hat sie im Marché-Restaurant gearbeitet. „Ich hätte aus gesundheitlichen Gründen sowieso wechseln müssen“, sagt die Mutter eines erwachsenen Sohnes. Die Selbstständigkeit ist etwas neues für sie.

Stammkunde verspricht seine Treue

Das breite Sortiment des Dorfladens, welches von Frischwaren wie Gemüse, Fleisch und Brötchen bis zu Drogerieartikeln und Geschenken reicht, will Rudolph vorerst ebenso beibehalten wie die Öffnungszeiten. „Montag wird der Laden geschlossen bleiben. Das ist dann für mich der Einkaufs- und Bürotag“, erläutert die neue Konsum-Chefin. Sie will Erfahrungen sammeln, bevor sie etwas verändert. Obwohl sie genau weiß, dass es keine leichte Aufgabe wird, sich über Wasser zu halten, ist Annette Rudolph guter Dinge. Die älteren Einwohner werden es ihr sicher danken. „Ich hoffe, dass die Cammerschen dem Laden treu bleiben“, sagt die frisch gebackene Geschäftsfrau. Lutz Seeger verspricht, wieder zu kommen. „Ich werde auch weiterhin hier einkaufen“, bekräftigt er. Auch die Politik ist auf Rudolphs Seite: „Ich freue mich sehr, dass es weiter geht. Wir werden als Gemeinde wo möglich Frau Rudolph unterstützen. Denn ein Laden im Dorf ist sehr wichtig für die Bürger“, sagt Planebruchs Bürgermeister, Ulf Dingelstaedt.

Mit dem Fortbestehen des Geschäfts ist die Versorgungslage im Zweimühlendorf Cammer besser als in vielen anderen Fläming- und Zauchedörfern. Dort haben die Inhaber der kleinen Läden oft längst die Segel gestrichen. Der Konkurrenzdruck der großen Supermarktketten ist häufig zu groß.

Von Andreas Koska

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