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Der Rotstift muss weg!

Ü7-Verfahren in Treuenbrietzen Der Rotstift muss weg!

Frust statt Feierlaune gibt es in Treuenbrietzen wegen des Ü7-Verfahrens. Die Eltern haben über Jahre um den Standort Gymnasium „Am Burgwall“ gekämpft. Jetzt gab es erfreuliche Zahlen. 64 Schüler wollen dort lernen, doch nur 58 dürfen. Kinder werden plötzlich zu Ausgestoßenen und erfahren die negativen Seiten unserer Leistungsgesellschaft. Ein Kommentar.

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Das Gymnasium in Treuenbrietzen kämpft seit Jahren um Schüler.

Quelle: Michael Greulich

Treuenbrietzen. Eigentlich hat Treuenbrietzen allen Grund zum Feiern. Bis Sonntag laufen die Sabinchenfestspiele. Die kulturelle Höhepunkte geraten aber angesichts der Schulpolitik, die der Stadt abermals widerfährt, in den Hintergrund.

Jahrelang haben die Treuenbrietzener um ihr Gymnasium gekämpft. Nicht mit einem, ja mit zwei zugedrückten Augen konnten überhaupt zwei siebte Klassen im laufenden Schuljahr starten. Damit sich diese Ausnahmeregel nicht wiederholen muss, rührten Eltern, Träger und Schüler kräftig die Werbetrommel für das nun anstehende Schuljahr. Mit Erfolg. 64 Anmeldungen, Respekt!

Konfrontiert mit der Leistungsgesellschaft

Doch der Weisheit nach gibt es bei Licht auch Schatten. Und die ziehen wie eine Gewitterfront über jene, die ihr Herzblut für den Erhalt des Standortes gegeben haben. Kinder sind nun nicht mehr gesucht, sondern abgelehnt worden. Sie passen nicht mehr in die vollgestopften zwei siebten Klassen mit 29 Schülern. Kinder, die gerade noch Freunde – auch aus dem Nachbarlandkreis – geworben haben, um den Fortbestand des Gymnasiums zu sichern, sind nun mittels einer einfachen schriftlichen Absage – zugespitzt – zu Ausgestoßenen geworden. Wie schwer das mit elf oder zwölf Jahren zu begreifen ist, möchte man sich kaum ausmalen.

Jetzt, da die Kinder noch unbeschwert leben sollten, sind sie bereits mit der harten Realität, den negativen Auswirkungen der Leistungsgesellschaft, konfrontiert.

Mit einer Ausnahme ein Zeichen für das Gymnasium setzen

Die Lernwilligen dürfen nun Oberschulen besuchen oder zum Gymnasium nach Beelitz fahren. Dass da Wege von bis zu einer Stunde pro Tour zusammen kommen, ist beim Schulamt legitim. Dort heißt es knapp: „Schulplätze in zumutbarer Entfernung zur Verfügung gestellt.“

Diese Unannehmlichkeiten könnten mit der Einführung einer dritten siebten Klasse vermieden werden. Zudem wäre dann auch allen neuen Siebtklässlern am Burgwall-Gymnasium eine deutlich bessere Lernatmosphäre geboten. Denn je mehr Schüler auf einen Lehrer kommen, desto schwieriger wird es. Das Schulamt aber hält an der Zweizügigkeit in Treuenbrietzen getreu dem Schulentwicklungsplan fest. Eine dritte Klasse werde es nicht geben.

Man täte gut daran, den Rotstift beiseite zu legen und mit einer Ausnahme ein Zeichen für den Standort zu setzen.

Von Christin Iffert

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