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Potsdam-Mittelmark Der Schwalbenfreund
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19:18 21.10.2016
Übergabe der Schwalbenplakette: Fanny Goemann, Vorsitzende der Naturschutzjugend Brandenburgs, und Uwe Egler. Quelle: Jens Steglich
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Rieben

Sie sind die waghalsigen Flugkünstler, die jedes Jahr das Ende des Winters verkünden. Die Schwalben, die in Afrika überwintern und im April als Frühlingsboten zurückkehren, suchen seit Jahrhunderten die Nähe des Menschen. Ihre Nester bauen sie in oder an den Behausungen. Doch trotz dieser Anpassungsleistung gehen die Bestände seit Jahren zurück, weiß Fanny Goemann, Vorsitzende der Brandenburger Naturschutzjugend des Naturschutzbundes (Nabu).

Man könnte auch sagen: Die Anpassung an den Menschen bringt die Vögel in modernen Zeiten, in denen Häuser und Scheunen glattsaniert und dicht gemacht werden und auch das Nahrungsangebot sinkt, zunehmend in Bedrängnis. Es wäre um sie noch schlechter bestellt, wenn es nicht Schwalbenfreunde wie Uwe Egler gäbe. Auf seinem Hof in der Riebener Dorfstraße 26 sind Schwalben willkommen. Das hat er jetzt auch schriftlich vom Naturschutzbund (Nabu), der ihm für sein Haus die Schwalbenplakette verlieh. Die Auszeichnung bekommen Leute, die ein Herz für Schwalben haben und deren Nester an ihren Wänden dulden. Uwe Egler duldet sie nicht nur, er sorgt auch dafür, dass sie nicht herunter fallen. Er nagelt Brettchen als Stütze in seiner Garage und in der Scheune an. „Manchmal haben sie ihre eigenen Ideen und nehmen die Brettchen nicht an“, sagt er. Wenn sie ihr Nest woanders anbauen, bringt er das Stützbrett dann dort an. Tabu-Zonen gibt es nur wenige – etwa am Sicherungskasten oder über der Werkbank. Bis zu fünf Schwalbenfamilien finden auf dem Gehöft Platz – drei in der Garage, zwei in der Scheune. Als die Eglers ihre Haustür einmal offen stehen ließen, wollten Schwalben auch das Wohnzimmer in Beschlag nehmen und hatten schon ihr Nistmaterial hineingeschleppt. „Sie wollten auf der Gardinenstange brüten“, erzählt er.

Angefangen hat alles vor etwa zehn Jahren, als das erste Rauchschwalbenpärchen in der Riebener Dorfstraße 26 einflog, um für Nachwuchs zu sorgen. Mittlerweile werden dort jährlich 35 bis 40 junge Schwalben großgezogen. Die Rauchschwalben kommen im April und brüten zwei Mal. „Man freut sich, wenn die Kleinen geschlüpft sind und ihre Hälse hochstrecken“, sagt Egler. „Dann wird erstmal durchgezählt.“ Vier Junge sind es meist pro Nest. Wenn der Nachwuchs gefüttert wird, ist Betrieb auf dem Hof. Der Riebener nimmt in der Schwalbenzeit die Scheibe in der Nebentür zur Garage heraus, damit die Vögel, die Insekten im Flug erbeuten, ein- und ausfliegen können. „Mein Mann ist ein Tierfreund ohne Ende“, sagt seine Frau. Seine Aufgabe ist es denn auch, in Garage und Scheune ab und an sauber zu machen. Im Frühjahr bekommt Familie Egler noch anderen Besuch aus dem Süden. Im Horst auf dem Schornstein des Hofes, der früher Teil einer Bäckerei war, ziehen Störche ihre Jungen groß. Sie kommen schon seit 50 Jahren – damals war der Schornstein stillgelegt worden.

Fliegende Baumeister

Schwalben, die Insekten im Flug erbeuten, kehren im April aus ihren Winterquartieren zurück und fliegen im September wieder nach Afrika.

In Dörfern und Städten Brandenburgs siedeln Mehl- und Rauchschwalben. Rauchschwalben bauen ihre nach oben offenen Nester in Gebäuden, Mehlschwalben sind meist an Hausfassaden etwa unter Dachvorsprüngen zu finden.

Von Jens Steglich

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