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Der Tod soll deutlich teurer werden

Michendorf Der Tod soll deutlich teurer werden

In der Gemeinde Michendorf sollen die Begräbnisgebühren auf den kommunalen Friedhöfen deutlich angehoben werden. Für ein Urnengrab etwa werden 912 Euro fällig, wenn die Gemeindevertreter den neuen Preisen zustimmen. Bislang kostete ein Urnengrab nur 365 Euro. Die bislang günstigen Kosten hatten zu einem Beerdigungstourismus geführt.

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Das Foto zeigt den kommunalen Friedhof im Ortsteil Michendorf. Die neuen Gebührensätze, die jetzt vorgeschlagen werden, wurden in einer Kostenkalkulation ermittelt.

Quelle: Gemeinde

Michendorf. In der Gemeinde Michendorf ist eine deutliche Erhöhung der Gebühren auf kommunalen Friedhöfen geplant. So soll etwa der Gesamtpreis für ein Urnengrab für eine Liegezeit von 20 Jahren von 365 auf 912 Euro angehoben werden. Das sieht eine Verwaltungsvorlage vor, über die am 12. Juni die Gemeindevertretung entscheidet.

Laut Ordnungsamtsleiter Christopher Gerhardt würde Michendorf mit den 912 Euro fürs Urnengrab immer noch unter dem Durchschnitt der Friedhöfe umliegender Kommunen liegen, der 1020 Euro für diese Begräbnisform betrage. Auf den zwei kommunalen Friedhöfen in Michendorf und Langerwisch seien die Begräbnisgebühren seit 14 Jahren nicht mehr erhöht worden, „obwohl seither die Kosten gestiegen sind“.

Die günstigen Kosten hätten auch zu einem Beerdigungstourismus geführt. „Wir hatten aus anderen Bundesländern und sogar aus einem EU-Nachbarland Leute, die ihre Angehörigen bei uns beisetzen ließen“, sagte Gerhardt. Kommunen seien angehalten, kostendeckend zu arbeiten. „Auf beiden Friedhöfen haben die bisher erhobenen Gebühren die Kosten nicht gedeckt.“ Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) sprach von einem jährlichen Zuschussbedarf von rund 160 000 Euro. „Geld, das dringend in die Zukunft der Gemeinde investiert werden könnte“, sagte er.

„Es ist zwar längst an der Zeit, Anpassungen vorzunehmen, aber wir können derzeit nicht nachvollziehen, wie sich die neuen Gebühren zusammensetzen“, sagte Langerwischs Ortsvorsteher Wolfgang Kroll. Er sieht noch erheblichen Erklärungsbedarf für die Erhöhungen.

Auch für anonyme Urnenbeisetzungen soll künftig mehr verlangt werden. Geplant sind eine Nutzungsgebühr von 93,76 Euro und eine Bestattungsgebühr von 246 Euro, das sind insgesamt rund 340 Euro. Bisher kostete das anonyme Urnengrab 245 Euro. Aber auch hier liegt der Durchschnitt der Friedhöfe von Nachbarkommunen immer noch höher – bei 585 Euro.

Erdbestattungen sind auf Michendorfs Friedhöfen indes teurer als im regionalen Durchschnitt. Seit 2003 kostet eine Erdbestattung 1060 Euro. Stimmen die Gemeindevertreter den neukalkulierten Gebühren zu, werden künftig 2122 Euro fällig. Der Durchschnitt in Nachbargemeinden liegt hier bei 962 Euro. „Die Kosten werden auf die Zahl der Nutzer verteilt. Erdbestattungen werden bei uns relativ wenig genutzt – im Verhältnis zur Fläche, die dafür angeboten wird“, so Gerhardt. 2016 gab es nur neun Erdbestattungen.

Für Sternenkindergräber sollen auch künftig keine Gebühren erhoben werden. Diese Gräber bietet die Kommune für Kinder an, die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind.

Anonyme Beisetzungen 2016 am häufigsten

Auf den beiden kommunalen Friedhöfen in der Gemeinde Michendorf waren im vergangenen Jahr anonyme Urnenbeisetzungen die am häufigsten gewählte Bestattungsform. 34 Menschen wurden so beerdigt.

An zweiter Stelle lagen Urnenbeisetzungen mit Grabstein, 28 waren es.

Laut Ordnungsamtschef Christopher Gerhardt werden auch neue Angebote wie anonyme Urnen-Partneranlagen, eine Bestattung unter Bäumen oder in einem Bestattungswald geprüft.

Von Jens Steglich

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