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Der Trend zum Nähen erobert den Fläming

Bad Belzig Der Trend zum Nähen erobert den Fläming

Anke Weltzien kam vor zwei Jahren nach Bad Belzig. Ihren Job als Pädagogin gab sie auf, um im Hohen Fläming ihre Leidenschaft zum Beruf und sich gleichzeitig selbstständig zu machen. Vor sechs Monaten eröffnete sie ihr Geschäft für Stoffe und Nähzubehör. Die 34-Jährige hat aber noch viel mehr vor und wartet mit einer Idee auf.

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Anke Weltzien hat in Bad Belzig ein Stoffparadies für Näh-Fans eröffnet.

Quelle: Christiane Sommer

Bad Belzig. „Nähen ist gerade ein Hype, der Mädchen und Frauen unterschiedlichen Alters anzieht“, sagt Anke Weltzien. Auch die 34-Jährige ist dem Phänomen erlegen – schon vor einiger Zeit. Bereits während des Studiums in Magdeburg schaffte sie sich eine Nähmaschine an. Ohne Vorkenntnisse wollte sie Kissenhüllen nähen. „Ich dachte, was andere können, das kann ich auch.“ Kaum waren die ersten Schritte auf dem Parkett von Stepp- und Doppelkettestich gelungen, wechselte das Interesse in pure Begeisterung.

Inzwischen hat die zweifache Mutter nach einem abgeschlossenen Pädagogikstudium den Beruf aufgegeben und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Sie hat jedoch nicht zur Schneiderin umgeschult, sondern handelt seit einem Jahr in Bad Belzig mit Stoffen und Nähzubehör. Stoff-Weltzling heißt ihr Laden, für den sie ein grünes Maskottchen entworfen und an ihren Namen angelehnt benannt hat.

Erste Stoffparty in Bad Belzig am 11. November

Termine für Stoffpartys und auch Nähworkshops sind unter www.stoff-weltzling.de zu finden oder können angefragt werden unter 033841/44 97 88.

Dienstags von 9 bis 11.30 Uhr und zusätzlich jeden 1. Dienstag im Monat von 18 bis 20 und donnerstags von 10 bis 15.30 Uhr ist das Büro in den Räumen der Tanzschule Mierisch in der Puschinstraße 13 in Bad Belzig geöffnet. Dann können Stoffe und Nähzubehör angeschaut und gekauft werden.

Ab Herbst 2017 bietet Anke Weltzien auch Workshops zu speziellen Nähthemen an, beispielsweise zum Nähen eines Kindershirts oder zur Einführung in spezielle Nähmaschinen.

Die erste offene Stoffparty findet am 11. November um 19.30 Uhr in der Puschinstraße 13 statt.

Mit dem Geschäft hat sie eine Marktlücke im Hohen Fläming besetzt und will mit sogenannten Stoffpartys einen neuen Akzent in der Verkaufskultur der Stadt setzen. „Sie bieten die Gelegenheit zum Austausch unter Nähenden und ermöglichen Müttern, wenn der Partner auf die Kinder aufpasst, einen freien Abend“, erläutert Anke Weltzien, „ohne jeglichen Kaufzwang.“ Die Stoffpartys bei Sekt und Gebäck bieten zudem Gelegenheit, die gestreiften und gepunkteten, gemusterten und einfarbigen, glatten und robusten, feinen und weichen Stoffe nicht nur anzuschauen, sondern auch zu befühlen. Für Nähende ist damit eine Alternative zum Internetkauf verbunden.

„Es machte einfach Spaß, in gemütlicher Atmosphäre zusammen zu kommen, dabei Stoff- und allerlei Nähzubehör anzuschauen, anzufassen und das eine oder andere ausprobieren zu können“, ergänzt die Unternehmerin, die jetzt zu einer offenen Stoffparty einlädt.

In gemütlicher Runde

Juliane Mühlsteph war bereits zweimal in privatem Rahmen dabei und ist begeistert. Sie sagt: „Es ist schön, in gemütlicher Runde alle Dinge, die das Nähherz begehrt, kaufen und bei einem Gläschen Sekt und Knabbereien den Abend genießen zu können.“

Die Gründe für das aktuell große Interesse am alten Handwerk glaubt Anke Weltzien, in der Lust auf Kreativität ausgemacht zu machen. „Selbstgenähte Kleidungsstücke haben eine ganz andere Wertigkeit. Für mich ist es immer wieder ein Glücksgefühl, wenn meine Kinder ein Teil tragen, dass ich für sie genäht habe.“ Sehnsucht nach ihrem erlernten Beruf hat sie nicht. Im Gegenteil. Sie habe lange nach einem Hobby gesucht, dass sie tatsächlich entspannt. Im Nähen glaubt sie, es gefunden zu haben. „Es ist ideal. Ich kann mein Hobby zu Hause ausführen und dabei meine Kreativität und meinen Hang zum Perfektionismus ausleben“.

Gespräche mit jungen Müttern

Seit zwei Jahren ist sie mit ihrer Familie in Bad Belzig zu Hause. Hier musste sie jedoch feststellen, dass es weit und breit kein gut sortiertes Stofffachgeschäft gibt. Gespräche mit jungen Müttern, die das Hobby mit ihr teilen, beförderten den Entschluss zur beruflichen Neuorientierung.

Auf den anfänglich mobilen Stoffhandel folgte zwischenzeitlich bereits die Eröffnung eines kleinen Geschäfts in der Puschkinstraße im Hause der Tanzschule Mierisch. Noch war das weibliche Geschlecht bei den bislang in geschlossenem Rahmen stattgefunden Stoffpartys unter sich. Vom Nähvirus infizierte Männer hat Anke Weltzien noch nicht getroffen. „Ich erinnere mich nur an einen älteren Herrn in Brück“, verrät sie und ergänzt: „Aber es gibt viele Männer, die ihre Frauen Stoffgutscheine schenken.“

Von Christiane Sommer

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