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Der Welt auch musikalisch entrückt

Buckau Der Welt auch musikalisch entrückt

Die Buckauer Dorfkirche, die mehr als 800 Jahre alt ist, wirkt in ihrem Inneren wie einer romänische Trutzburg mit ihren wuchtigen Mauern und hohen Deckenbalken. Doch berühmt ist sie für das Marienbildnis des spätgotischen Schnitzaltars. In dieser Kirche ist am Sonntag ein ganz besonderes Konzert zu erleben.

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Der geschnitzte Marienaltar der Buckauer Dorfkirche.

Quelle: MARION VON IMHOFF

Buckau. Es ist ein Ort wie der Zeit entrückt und sicher mit seinem Namen gebenden Bach an der Nordseite des Hohen Flämings und den alten Höfen eines der schönsten Dörfer in der Region: Buckau, fünf Kilometer südlich von Ziesar. Dort, in der Dorfkirche, die um 1200 gebaut wurde und mit ihren mächtigen Mauern von innen wie eine rumänische Trutzburg wirkt, ist am morgigen Sonntag ein ganz besonderes Konzert zu erleben. Zum Tag des offenen Denkmals leitet Kantor Thorsten Fabrizi das Buckauer Marienkonzert mit 24 Laiensängern aus Städten und Dörfern der nahen und weiteren Umgebung, die seit mehreren Tagen schon für dieses Ereignis intensiv proben.

Thomas Ganow, Vorsitzender des Buckauer Dorfkirchenvereins, sorgt für eine offene Kirche

Thomas Ganow, Vorsitzender des Buckauer Dorfkirchenvereins, sorgt für eine offene Kirche. Der frühere Pfarrer setzt sich seit Jahren mit seinen zwölf Mitstreitern für die weitere Sanierung des über 800 Jahre alten Bauwerks ein.

Quelle: Marion von Imhoff

Initiiert ist das Konzert auch vom Dorfkirchenverein Buckau, der sich vor sieben Jahren gegründet hat. Dessen Vorsitzender ist der pensionierte Pfarrer und langjährige Sektenbauftragte der Evangelischen Landeskirche Thomas Gandow, der mit seiner Frau Ute im alten Pfarrhaus gleich nebenan lebt. Gandow zählt mit zu denjenigen im Ort, die die Kirche hegen und pflegen und für ihre weitere Sanierung kämpfen. So wird der Erlös des Konzertes in die Erneuerung der Fenster über der Kirchentür fließen.

Eine Maria wie aus dem Dorfe

Marienkonzert heißt die Musikdarbietung am Sonntag nicht ohne Grund. Die Buckauer Feldsteinkirche gilt wegen ihres spätgotischen Schnitzaltars hierzulande als sehr besonders. Grund dafür ist die Art der Mariendarstellung: Muttergottes mit einem etwa fünfjährigen Jesuskind auf dem Arm, der ein Vögelchen in den Händen hält. Die Figur der Maria wurde um um 1310 geschnitzt. Anders als viele andere Marienbildnisse wirkt sie nicht ätherisch abgerückt, sondern „wie eine Frau aus dem Dorfe“, sagt Gandow. Eine Maria in leicht schreitender Bewegung und mit einem Lächeln auf den Lippen.

Kantor Thorsten Fabrizi, hier an der Orgel der Buckauer Kirche, leitet das Marienkonzert am Sonntagnachmittag

Kantor Thorsten Fabrizi, hier an der Orgel der Buckauer Kirche, leitet das Marienkonzert am Sonntagnachmittag. Der 42-Jährige Kirchenmusiker stammt aus Wesel in Nordrhein-Westfalen und ist Kantor für den Pfarrsprengel Wollin, Ziesar und Wusterwitz.

Quelle: Marion von Imhoff

1915 wurde der Altar wieder aufgestellt, nachdem er 50 Jahre zuvor von den damaligen Kirchenleuten entfernt worden war. Er entsprach damals nicht dem Wunsch nach einer klaren, nüchternen Gestaltung eines Altarraumes. Aus diesem Grunde auch war der so anmutig wirkende romantisierend dargestellte Taufengel Ende des 19. Jahrhunderts in Ungnade gefallen. Gandows Scheune war es, wo die stark verfallene Figur unter Stroh gefunden wurde. Seit sieben Jahren ziert sie wieder die Kirche.

Der Taufengel im Altarraum der Buckauer Dorfkirche hat eine bewegte Geschichte hinter sich

Der Taufengel im Altarraum der Buckauer Dorfkirche hat eine bewegte Geschichte hinter sich.

Quelle: Mai

Das Buckauer Marienkonzert mit Magnificat von Antonio Vivaldi und Josef Gabriel Rheinbergers Stabat mater beginnt am Sonntag um 15 Uhr. Mitwirkende sind zudem die Musikerin Cornelia Frenkel, die Sopranistin Anja Osterkemper und Mezzosopranistin Elizabeth King. In der Pause gibt es im Garten Kaffee und Kuchen und die Möglichkeit der Kirchenbesichtigung.

Von Marion von Imhoff

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