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Der Wunsch nach einer städtischen Schule

Grünen-Umfrage in Werder Der Wunsch nach einer städtischen Schule

Werder braucht nicht nur weitere Kitaplätze, sondern auch Kapazitäten in Schulen. An dem geplanten Hoffbauer-Campus in Glindow gab es viel Kritik wegen der Abgelegenheit oder der freien Trägerschaft und den Elternbeiträgen. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat eine Umfrage zum Thema Schullandschaft gemacht und nun die Ergebnisse veröffentlicht.

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So soll der geplante Schulcampus in Glindow aussehen.

Quelle: Simulation/Hoffbauer Stiftung

Werder. In den Sommermonaten hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Werderaner nach ihrer Meinung zu Schulen und Schulneubauten gefragt. Das nun veröffentlichte Ergebnis bestätige die Politik der Grünen und damit auch die Kritik am geplanten Hoffbauer-Campus in Glindow, wie der Fraktionsvorsitzende Markus Altmann auf MAZ-Anfrage erklärte. Die erste Frage etwa lautete, auf welche Schule Eltern ihr Kind bei gleicher Qualität schicken würden. Mit rund 74 Prozent sprach sich die Mehrheit für eine städtische Einrichtung aus. „Eine kostenpflichtige und religiös geprägte Schule in freier Trägerschaft ist eine willkommene Bereicherung unserer Schullandschaft, wird allerdings dem Anspruch einer Grundbedarfsdeckung nicht gerecht“, sagte Markus Altmann.

Auch den gewählten Standort an der L 90 in Glindow lehnt die Fraktion ab. Dies decke sich ebenfalls mit den Umfrageergebnissen. Wenn es darum geht, wo eine neue Schule gebaut werden sollte, setzten die meisten die Priorität auf eine gute Verkehrsanbindung. „Für Schulkinder und ihre Eltern stellen überlange Anfahrten einen Verlust wertvoller gemeinsamer Zeit dar“, so der Grünen-Ortschef. Seit Jahren fordere die Partei schon, dass die Stadt Grundstücke im Zentrum für Projekte der öffentlichen Daseinsvorsorge reserviert. Unverständlicherweise sei dies immer wieder abgelehnt worden, berichtet Markus Altmann.

Gesamtschule liegt vorn

Auf dem Hoffbauer-Campus sollen eine Kita, eine Grundschule und eine Sekundarschule gebaut werden. Ob es ein Gymnasium oder eine Gesamtschule wird, ist noch unklar. Fast 37 Prozent sprechen sich in der Grünen-Umfrage hinsichtlich eines Schulneubaus für eine Gesamtschule aus, 21 Prozent für ein Gymnasium und 8 Prozent für eine Oberschule. 29 Prozent würden mehrere Förderschwerpunkte begrüßen, jeweils 23 Prozent sind für eine naturwissenschaftliche Ausrichtung wie am städtischen Ernst-Haeckel-Gymnasium oder für eine Sprachförderung.

Die Umfrageergebnisse will die Fraktion den Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am 14. Dezember vorlegen. „Wir hoffen, damit ein Umdenken der politischen Mitbewerber anzuregen“, erklärte Markus Altmann. Im Sinne der Bürger müssten städtische Schulneubauten ermöglicht werden, um Werder wirklich fit für die Zukunft zu machen. Außerdem planen die Grünen weitere Umfragen auf ihrer Homepage. Die nächste soll sich um das Thema „Kita – Bedarf und Standorte“ drehen.

266 Nutzer haben sich an der Umfrage zur Schullandschaft beteiligt. Das sei beachtlich und zeige das große Interesse an dem Thema.

Mehrheitlich grünes Licht für den Campus

Die Stadt Werder und die Potsdamer Hoffbauer-Stiftung haben im September ihre Pläne zum Bau des Bildungscampus’ bekräftigt. Sie unterzeichneten eine Absichtserklärung, mit der das rund 30 Millionen Euro teure Projekt binnen fünf Jahren realisiert werden kann.

Inzwischen gibt es unter den Stadtverordneten eine stabile Mehrheit dafür. Sie haben im Juni die Aufstellung eines B-Planverfahrens beschlossen.

Von Luise Fröhlich

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