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Der allerletzte Stich

Spargelhöfe der Region beenden die Saison Der allerletzte Stich

Die Spargelhöfe in Ragösen und Bardenitz (beide Potsdam-Mittelmark) beenden die Saison. Mit den diesjährigen Erträgen sind die Hofbetreiber nicht voll zufrieden, lediglich durchschnittlich seien sie im Frühjahr 2015. Das Saisonende soll aber trotzdem möglichst um einige Tage verzögert werden.

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Das letzte frische Stangengold der Saison bringt Erich Jänicke in Brück an seinem Stand des Spargelhofes Jacobs an den Kunden.

Quelle: U. Klemens

Ragösen/Bardenitz. In Ragösen will Sladjana Mitic das Saisonende um einige Tage heraus zögern. Eigentlich wird am Johannistag, also dem 24. Juni, traditionell der letzte Spargel gestochen. „Die letzten Tage waren kalt und regnerisch, jetzt wird es wieder wärmer, also verlängern wir um die paar Tage, wir haben auch etwas später begonnen“, sagt die Spargelbäuerin. Sie bewirtschaftet noch 14 Hektar.

Ganz anders auf dem mit 60 Hektar Anbaufläche größerem Spargelhof in Bardenitz. „Wir haben schon am Montag aufgehört, da die Wetterprognosen schlecht waren“, sagte Andreas Wittmann.

Unterschiede bei der Bezahlung

Mit dem Erträgen zeigte sich Wittmann zufrieden. „Es gab keine Ausreißer nach oben, die Erträge waren die Saison über gleichmäßig, insgesamt war es ähnlich wie im Vorjahr, eine durchschnittliche Ernte“, sagte er. Das habe für ihn die Preiskalkulation erleichtert, der Spargelpreis sei durchgehend auf dem gleichen Niveau geblieben. „Im Vorjahr dagegen war es wesentlich schwieriger, da gab es zuerst zu wenig und danach zu viel, da mussten wir die Preise ständig anpassen“, erinnert er sich. Eine Einschätzung, die auf dem Domstiftsgut Mötzow geteilt wird, wo tatsächlich am Mittwoch der letzte Spargel gestochen worden ist.

Ärger gab es in Bardenitz unter den 90 Spargelstechern aus Polen und Rumänien, da sie auf Grund der politischen Vorgaben unterschiedlich viel in der Lohntüte fanden. So mussten die Saisonkräfte, die mehr als drei Jahre auf dem Hof beschäftigt waren, sozialversicherungspflichtig angemeldet werden, die anderen nicht. „Dadurch ergab sich ein Ungleichgewicht, da die sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer ja rund 20 Prozent Abgaben zahlen müssen – netto bleibt weniger übrig“, erklärt Wittmann.

Zwei Höfe

Spargelhof Ragösen: Inhaberin Sladjana Mitic, 14 Hektar Anbaufläche, fünf weniger als im vergangenen Jahr und ein Hektar Neuanbau, acht Mitarbeiter, drei Verkaufsstände und Hofladen.
Spargelhof Bardenitz: Inhaber Andreas Wittmann, 60 Hektar, gleichbleibend, 90 Mitarbeiter, zwölf Verkaufsstände und Hofladen.
In diesem Jahr mussten Kunden zwischen 4,50 und 10 Euro für ein Kilogramm Spargel ausgeben, je nach Qualität und Saisonzeit.

Er würde sich eine Staffelung wünschen, bei der die einen höheren Stundenlohn erhalten, um danach mit der gleich gefüllten Lohntüten nach Hause zu fahren. „Vielleicht könnte da die Politik nachsteuern“, wünscht er sich. Wittmann betont, dass er nichts gegen den Mindestlohn hat, aber die Bürokratie drum herum, mit Aufzeichnungspflichten und der unterschiedlichen Behandlung der Saisonkräfte ärgert ihn schon und verursacht unnötige Arbeit.

Hoffnung auf Regen

Dabei arbeitet er schon mit Arbeitszeitscannern, um sich selbst die Dokumentation zu erleichtern. Nachdem am 10. Juni die Erdbeer ernte abgeschlossen war, laufen in Bardenitz nun noch die Pflege- und Aufräumarbeiten. „Danach gehen wir in den Winterschlaf“, scherzt der Spargelhofbesitzer durch. Trotzdem geht sein Blick gen Himmel. „Das Wetter der nächsten zwei Monate entscheidet über den Ertrag im kommenden Jahr“, weiß der Oberpfälzer aus Erfahrung. Deshalb hofft er jetzt auf Regen.

Für Sladjana Mitic geht es im Juli weiter. Neben dem Spargel hat sie Heidelbeeren im Angebot. Dann können die Kunden ihre Körbchen und Schalen selbst füllen. Das könnte sich verzögern. „Die Heidelbeeren werden etwa zwei Wochen später reif“, so ihre Beobachtung. Nach den anstrengenden 75 Tagen Spargelzeit kehrt auf dem beiden Höfen in unserer Region langsam Ruhe ein.

Von Andreas Koska

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