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Der erste Wehrleiter war ein Schornsteinfeger

Beelitzer Feuerwehr feiert 120. Geburtstag Der erste Wehrleiter war ein Schornsteinfeger

Vor 120 Jahren ist die Freiwillige Feuerwehr in Beelitz gegründet worden. Das Jubiläum wird am Samstagabend mit einem Feuerwehrball gefeiert. Entstanden ist auch eine Chronik zur Geschichte, die 1896 begann. Der erste Mann an der Spitze des Löschtrupps war übrigens ein Schornsteinfeger.

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Drei Generationen: Der frühere Stadtbrandmeister Alfons Schubert, Carlos Beeskow aus der Kinderfeuerwehr und Antonia Mann, die im aktiven Dienst steht.

Quelle: Stadt

Beelitz. Wenn es früher in Beelitz brannte, dann mussten die Bürger selbst ausrücken, um mit Leiterwagen und Löscheimern Schlimmeres zu verhindern. Das reichte freilich nicht immer: Für den 5. Oktober 1847 ist ein Großbrand überliefert, dem knapp 50 prall gefüllte Scheunen im Großen Anger zum Opfer fielen – der letzte in einer langen Reihe von Stadtbränden in der Geschichte von Beelitz. „Der Feuerschein wurde bis nach Potsdam hin leuchtend gesehen“, vermerkte Stadtchronist Carl Schneider im Nachhinein. Er konstatiert, dass die Brandbekämpfer aufgrund der Hitze und des Wassermangels nichts haben ausrichten können. Ein weiterer Grund mag ein gewisses Durcheinander gewesen sein, denn obwohl die Zuständigkeiten in der „Feuer-, Polizei– und Löschordnung“ klar geregelt waren, schickten die Bauern oft ihre Knechte und die Handwerker ihre Gesellen zum Löschen.

Um so etwas zu verhindern, wurde auf Initiative des Bürgermeisters Gustav Nürnberg 1896 die Freiwillige Feuerwehr gegründet – ein Ereignis, dass die Beelitzer Ortswehr an diesem Wochenende feiert. Zum 120. Geburtstag ihrer Wehr werden die Feuerwehrleute das Tanzbein schwingen, wie von Stadtsprecher Thomas Lähns zu erfahren war. Und es wird der Frauenchor für sie singen – beim Feuerwehrball heute Abend im Tiedemann-Saal. Zur Feierstunde gibt es sicher auch Gelegenheit, auf die wechselvolle Geschichte zurückzublicken.

Wolfgang Kotsch, Hauptlöschmeister und Mitglied der Truppe seit 1994, hat dazu in fast zweijähriger Arbeit eine Chronik geschrieben. Mit der Sammlung alter Urkunden, Zeitungsartikeln und Fotos hatte schon sein Vater begonnen. Der war in den 1950ern eingetreten und kannte einen Großteil der Feuerwehrgeschichte noch aus eigenem Erleben. „Einen Aufruf zur Gründung hatte es bereits 1891 gegeben, der stand damals in der Beelitzer Zeitung“, berichtet Wolfgang Kotsch. Vermutlich waren aber nicht genug Freiwillige zusammengekommen. Fünf Jahre später sah die Sache schon anders aus: 40 Mitglieder unterschrieben auf der Gründungsversammlung am 20. November, Oberführer wurde der Schornsteinfeger Robert Gleinig.

Die erste große „Feuerprobe“ ließ nicht lange auf sich warten: Als im Juli 1899 ein Brand im Kesselhaus der Dampfschneidemühle – heute befindet sich dort der Edeka-Markt – ausbrach, waren die Feuerwehrleute nach nur zehn Minuten zur Stelle und wurden bald „des vernichtenden Elements Herr“, wie die Beelitzer Zeitung lobend erwähnte. In der wechselvollen Geschichte der Beelitzer Feuerwehr ist ein Ereignis noch besonders vermerkt: Ein Waldbrand am 10. Mai 1976, als zwischen Neuseddin und Ferch 365 Hektar Wald in Flammen standen und die Beelitzer Feuerwehrleute mit an vorderster Front standen, um das Feuer zu löschen.

Die Feuerwehr Beelitz heute

Derzeit zählt die Freiwillige Feuerwehr Beelitz 42 aktive Mitglieder sowie 14 Mitglieder in der Alters– und Ehrenabteilung.

 

Die 1994 ins Leben gerufene Jugendfeuerwehr hat heute 14 Mitglieder.

2012 wurde auch eine Kinderfeuerwehr gegründet, in der schon die Jüngsten an das Thema Brandschutz herangeführt werden. Momentan sind 16 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren dabei, sieben davon sind Mädchen.

Im Jahr 2015 rückten die Beelitzer Feuerwehrleute zu 244 Einsätzen aus. Darunter waren 63 Brände, 35 Verkehrsunfälle und 53 Unwetterschäden.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde im Jahr 2004 in die Stadtwehr Beelitz eingegliedert. Seit 1994 hat die Ortswehr ihr Gerätehaus in der Berliner Straße.

 

Von Mads Nicolai

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