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Der geborene Kindergärtner

Jacob Segieth absolvierte freiwilliges ökologisches Jahr Der geborene Kindergärtner

Äpfel schnippeln, Sandburgen bauen und Kullertränen wegpusten – das Dasein als freiwilliger Helfer in einem Kindergarten ist vielseitig. Jacob Segieth hat es ausprobiert, wie sich das anfühlt. Er absolviert sein freiwilliges ökologisches Jahr im Naturkindergarten Schmerwitz. Die Zeit neigt sich dem Ende entgegen, der junge Mann zieht eine positive Bilanz.

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Spielkamerad Jacob Segieth mit Noah Zimmermann.

Quelle: U. Klemens

Schmerwitz. „Du bist der geborene Kindergärtner“ ist einer der Sätze, den der Fredersdorfer dabei immer mal wieder nicht nur von seinen Kollegen auf Zeit, sondern auch von Eltern zu hören bekommt. Dass er vor allem von den größeren der insgesamt 26 Kinder als Streitschlichter und Spielkumpel angenommen wird, freut ihn fast noch mehr.

So gut die Anerkennung tut – die Weichen für sein Berufsleben hat sich der 17-Jährige längst anders gestellt. Dem großen Kindheitstraum vom Lokführer-Dasein hat er bis heute die Treue gehalten und wird ab Anfang August in Jöhstadt bei Annaberg-Buchholz die erstrebte Lokführerlehre antreten. „Denn das ist, seit ich als Kind mit meinem Vater Carsten zum ersten Mal auf einer Modellbahnausstellung war mein großer Traum“.

Auch wenn Jacob Segieth bei der Bewerbung um eine Lehrstelle den Zug verpasste und sich zu spät auf die Suche begab, ärgert er sich nicht über die kleine Verschnaufpause zwischen Schule und Lehre. Als er aus der MAZ erfuhr, dass in Schmerwitz noch jemand für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) gesucht wird, brauchte er nicht lange zu überlegen. „Denn dass ich einen guten Draht zu kleineren Kindern habe, weiß ich schon lange“, sagt Jacob Segieth. Denn auch seine Mutter Amelie ist Erzieherin – jetzt im „Paradies“-Hort Dippmannsdorf und früher in einer Kita. Den Sohn nahm sie oft dorthin mit.

Info

Nähere Hinweise und Stellen-Angebote unter www.ijgd.de

Für Jugendliche wie ihn ist das FÖJ gemacht. Seit 1992 gibt es in Brandenburg das Angebot, die Lücke zwischen Schule und Studium oder Beruf auf sinnvolle Weise zu füllen. Dass man dabei nicht nur für andere nützlich ist, sondern auch für sich selbst wichtige Erfahrungen sammeln kann, gehört zu den Stärken des von der Europäischen Union, Bund und Land Brandenburg gemeinsam finanzierten Programms. Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von 26 Jahren können sich landesweit um eine der insgesamt 180 FÖJ-ler-Stellen bewerben, die in der Regel im September beginnen und ein Jahr lang laufen.

In der Flämingregion gibt es neben der Schmerwitzer Naturkita weitere Anbieter. Im Naturparkzentrum in Raben, im Bad Belziger Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung und auf dem Bioparkhof Niederwerbig sind FÖJ-ler willkommen.

Für Jacob Segieths heißt es bereits in wenigen Tagen Abschied nehmen von „seinen“ Kindern. „Mit einem weinenden Auge, weil ich die Kinder vermissen werde. Und mit einem lachenden, weil ich mich auf den neuen Lebensabschnitt freue.“ Ein Nachfolger hat sich bislang noch nicht gefunden.

Von Uwe Klemens

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