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Der „grüne“ Brecht im Kleinkunstwerk

Bekannte Interpretin in Bad Belzig auf der Bühne Der „grüne“ Brecht im Kleinkunstwerk

Das Klischee vom „roten Dichter“ Bertold Brecht ist nicht tot zu kriegen. In ihrem neuen Programm „... zum Beispiel das Gras“ zeigen die Brecht-Interpretin Gina Pietsch und Pianistin Christine Reumschüssel, dass der „rote Dichter“ sich durchaus auch auf grünem Terrain bewegte. Im Bad Belziger Kleinkunstwerk laden sie am Sonntag zu einer Naturerkundung á la Brecht.

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Die bekannte Brecht-Interpretin Gina Pietsch.

Quelle: Foto: N. Möhler/ProGohlis

Bad Belzig .
„Das Klischee über die rote Socke, die sich angeblich nie mit der Natur beschäftigt habe, hat mich schon lange geärgert“, sagt Brecht-Interpretin Gina Pietsch. Gut und gerne zwanzig Jahre ist es her, dass sie den Entschluss fasste, dem Vorurteil den Garaus zu machen. Ihr Programm „...zum Beispiel Gras“ zeigt den „roten Dichter und Didaktiker“ von seiner grünen Seite. Zusammen mit ihrer Pianistin Christine Reumschüssel lädt Pietsch am morgigen Sonntag ins Bad Belziger Kleinkunstwerk. Zuhörer haben die Gelegenheit, den Dichter von einer seiner bisher wenig erforschten Seiten kennen zu lernen.

Zahlreiche Brecht-Programme

So wie Gina Pietsch bei der Recherche, werden dabei sicher auch die Zuhörer staunen, wie stark sich Bertolt Brecht für Flora und Fauna nicht nur interessierte, sondern auch über Umweltzerstörung empörte. „Über 500 Titel, die sich mit der Natur beschäftigen, habe ich im Brechtschen Gesamtwerk beim Durchstöbern seiner Lyrik, seiner Lieder und Prosa gefunden und damit den Beweis erbracht, dass das Klischee einfach nicht stimmt“, sagt Gina Pietsch, die trotz der zahlreichen Brecht-Programme zuvor, über das Resultat ihrer Recherche erstaunt war.

Brecht wäre nicht Brecht, hätte er angesichts Gras fressender Kühe, anmutiger Pferde, stolzer Elefanten und idyllischer Landschaften nicht zugleich mit dem Finger auf die gesellschaftlichen Bezüge gezeigt. Gestalten am Rande der politischen Herrschaftsverhältnisse, die Zuflucht in der Natur suchen, wie zum Beispiel in der „Ballade von den Seeräubern“, werden zu seinen Protagonisten. Bereits als 21-Jähriger äußert er sich über die „bestialischen Hunde“, die die Natur zerstören. Und nicht nur das, denn das Morden auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges war gerade vorüber. „... zum Beispiel Gras“, ist ein biografischer Abend, der den persönlichen Zugang Brechts immer in Bezug setzt zu den politischen Verhältnissen“, sagt Gina Pietsch.

Termin: „... zum Beispiel Gras“, am Sonntag, 19. Juli, 16 Uhr, Kleinkunstwerk, Bad Belzig, Mühlenhölzchen 1a. Bereits ab 14 Uhr wird zum „KaffeeKuchenKünstlerTreff“ geladen.

Von Uwe Klemens

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