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Potsdam-Mittelmark Der jüngste Ort feiert Schnapszahljubiläum
Lokales Potsdam-Mittelmark Der jüngste Ort feiert Schnapszahljubiläum
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13:16 15.03.2018
Wilhelm Mühler (l.) holte mit Pferdetaxi Berliner vom Bahnhof ab, um ihnen Parzellen zu zeigen. Im Hintergrund: Das erste 1905 erbaute Haus. Quelle: Verein Ortsgeschichte
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Wilhelmshorst

Üblicherweise feiern Orte solche Jubiläen: 725 Jahre Langerwisch, 700 Jahre Stücken oder 800 Jahre Saarmund. Die Wilhelmshorster tanzen jetzt etwas aus der Reihe und feiern kurzerhand ein Schnapszahl-Jubiläum. „Wir standen vor der Wahl: Feiern wir 110 Jahre oder 111 Jahre Wilhelmshorst?“, erzählt Ortsvorsteher Gerd Sommerlatte (FBL-UWG). Die Wahl fiel dann doch ziemlich leicht. „Drei Einsen – das ist Wilhelmshorst“, sagt der Ortsbürgermeister.

Der 111. Geburtstag des jüngsten Ortsteils der Gemeinde Michendorf wird nun Anfang September eine Festwoche lang groß gefeiert. Ein Höhepunkt: Der Michendorfer Platz in Wilhelmshorst wird am 7. September umbenannt in Wilhelm-Mühler-Platz. Mühler ist der Ortsgründer, der 1907 seinen Parzellierungsplan für Wilhelmshorst-Nord vorlegte. Damit begann die systematische Besiedlung für das Gebiet nördlich der Wetzlarer Bahn, was als Geburtsstunde Wilhelmshorsts in die Analen einging. Zur Taufe des Platzes auf den Namen Wilhelm Mühler werden auch Urenkel und Ururenkel des Ortsgründers erwartet. Einen Vorgeschmack auf die Feiern im September können Wilhelmshorster und Gäste bereits an diesem Wochenende bekommen. Der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelmshorster Ortsgeschichte hat eine Ausstellung zur Gründung der Landhaus-Kolonie organisiert, die am Samstag im Gemeindezentrum in der Albert-Schweitzer-Straße eröffnet wird. Im Mittelpunkt stehen die Anfangsjahre von Wilhelmshorst von 1907 bis 1932.

Das erste Haus stand freilich schon zwei Jahre früher – 1905. „Es war das Sommerhaus von Wilhelm Mühler. Von dort aus wickelte er den Verkauf der Parzellen ab“, weiß Rainer Paetau, Vorsitzender des Ortsgeschichtsvereins. Mühler bot die Grundstücke vor allem Berlinern zum Kauf an, die der lärmenden Großstadt entfliehen wollten. Er holte sie mit seinem Pferdetaxi vom Wilhelmshorster Bahnhof ab, erzählt Paetau.

Zur Ausstellung zeigen die Freunde der Ortsgeschichte auch Raritäten wie den Mühlerschen Parzellierungsplan. Ausgestellt wird eine Reproduktion eines 111 Jahre alten Originals, das vor einiger Zeit auf dem Dachboden eines Wilhelmshorster Hauses gefunden wurde. Eine Vorsichtsmaßnahme: Der echte, von Mäusen angefressene Plan soll keinen weiteren Schaden nehmen. „Das Original sollte so wenig wie möglich und ohnehin nur mit Samthandschuhen angefasst werden“, sagt Paetau.

Zur Gründungsgeschichte, die zur Ausstellung erzählt wird, gehören zwei Hauptpersonen. Nach Projektentwickler Mühler, der den Norden des Ortes prägte, kam die Wilhelmshorster Grundstücksgesellschaft mit ihrem Architekten Albert Gessner, die 1910 einen Parzellierungsplan für Wilhelmshorst-Süd vorlegte. „Ihnen haben wir nicht nur die naturnahe Lage zu verdanken, sie schufen auch die Grundlagen des heutigen Ortsbildes“, sagt Paetau. Die Ausstellungsmacher thematisieren unter anderem den Ersten Weltkrieg als Zäsur und die Zeit der Inflation, als die Mittelschicht verarmte und auch die Gründer von Wilhelmshorst in Bedrängnis gerieten. „Das Geld für die kommunale Infrastruktur war auf einmal wertlos geworden.“

Mühler ist daran zerbrochen und starb 1926. Der Kaufmann aus Charlottenburg, der kurz nach der Jahrtausendwende ins Brandenburger Land ausschwärmte, um seine Vorstellungen einer Landhauskolonie im Grünen vor den Toren Berlins zu verwirklichen, gilt auch als der Namensgeber von Wilhelmshorst. Einer Legende nach leitet sich der Ortsname aus dem Vornamen Mühlers ab und folgt im zweiten Teil der Analogie zu einem Adler-Horst. 1911 wurde dem Ort offiziell der Name „Wilhelmshorst“ verliehen.

Ausstellung zur Ortsgründung

Die Ausstellung zur Gründung der Landhauskolonie wird am Samstag, dem 17. März, 16 Uhr, im Wilhelmshorster Gemeindezentrum, Albert-Schweitzer-Straße 9 – 11, eröffnet.

Ein weiterer Öffnungstermin ist am Sonntag, dem 25. März, 14 bis 18 Uhr. Danach sind Besichtigungen nach besonderer Termin-Vereinbarung möglich.

Die Ausstellung verbleibt bis zur Festwoche im September im Gemeindezentrum. Die Festwoche findet vom 1. bis 9. September statt.

Geplant sind unter anderem Festgottesdienst, festliche Ortsbeiratssitzung, Tanz, Theater und die Anbringung von Tafeln an besonderen Orten von Wilhelmshorst.

Von Jens Steglich

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