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Potsdam-Mittelmark Der neue „Geist von Beeren“
Lokales Potsdam-Mittelmark Der neue „Geist von Beeren“
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00:29 26.03.2018
Burghard Bernhard Oeverhaus im „Freien Salon“ im ehemaligen Gut Kleinbeeren. Quelle: Fotos: Ines Gloeckner (3)
Kleinbeeren

Er hat Stil. Er ist ein Freigeist und glücklich in seinem neuen Zuhause: Burghard Bernhard Oeverhaus. Der Politik- und Rechtswissenschaftler wohnt seit fast einem Jahr auf dem wiedererstandenen Renaissance-Rittergut in Kleinbeeren.

Neu gesetzte Giebelsteine zieren das denkmalgeschützte Ensemble des früheren Ritterguts Kleinbeeren; im März 2017 sollen die ersten Mieter in diese Luxuswohnungen vor den Toren Berlins einziehen Quelle: Jutta Abromeit

In dieses historische Gemäuer mit den bis zu 1,50 Meter dicken Mauern hatte er sich auf Anhieb verliebt. Und schon beim Umzug aus Berlin dorthin wurde ein Gedanke im Kopf des 49-Jährigen immer plastischer: „Der Freie Salon“. Gegründet hat ihn Oeverhaus, als ganz Deutschland 500 Jahre Reformation feierte: „Der 31. Oktober schien mir ein passendes Datum.“ Passend für den freien Redner, Buchautoren, Radiomoderator und Pressesprecher, um als Veranstalter einen besonderen Ort anzubieten. Einen Ort, der Geschichte und Gegenwart vereint; einen Ort für Menschen, die Wert auf Originalität, Individualität und Schönheit legen. Nun gibt es den „Freien Salon“.

Eingerichtet im Erdgeschoss, direkt unter der Wohnung mit Lebensgefährtin und Kindern. Dort steht zwischen Stilmöbeln und Leuchtern ein 142 Jahre altes Tafelklavier; begrüßt hat es Oeverhaus mit der ersten Soirée in seinem Salon auf Gut Kleinbeeren.

Freier Salon Kleinbeeren - auf dem ehemaligen Rittergut wird ein 142 Jahre altes Tafelklavier begrüßt: Das 1875 gebaute Instrument gehörte Bärbel Gode aus Königs Wusterhausen. Sie verkaufte es an Burghard Bernhard Oeverhaus, den Gründer des Freien Salons, gespielt wurde es von Pianistin Corinna Naaßner.  Quelle: Jutta Abromeit

Bereits im Dezember hatte er zum „Weihnachtszauber“ eingeladen, jüngst folgten Ernährungsabende zu gesundem Leben mit Verkostung. Vor allem aber will er freie Trauungen anbieten, freie Taufen und Kindesbegrüßungsfeiern. Er will eine Alternative sein zu staatlichen und kirchlichen Festen. „Sowohl in der kirchlichen Zeremonie als auch in Standesämtern ist alles vorgeschrieben. Hier nicht.“

Dabei gehe es ihm nicht um Ausgrenzung, sondern um den Dreiklang zwischen kirchlichen, staatlichen und freien Festen und Ideen, sagt er: „Paare wollen zum Beispiel nach 25 oder 50 Jahren ihr Versprechen füreinander noch einmal mit einem besonderen Moment erneuern.“ Und Oeverhaus, der sein erstes wissenschaftliches Buch zum Berliner Bankenskandal veröffentlicht hatte, will die Tradition des Philosophierens wieder aufleben lassen.

Die denkmalgeschützte Renaissance-Ruine Rittergut Kleinbeeren wird aus dem Dornröschenschlaf geweckt und zu einem anspruchsvollen Wohnquartier ausgebaut Quelle: Jutta Abromeit

Gern beginnt er einen Abend mit dem Grundsatz des irischen Moralkritikers und Theologen Jonathan Swift: „Was nützt die Freiheit des Denkens, wenn sie nicht zur Freiheit des Handelns führt?“ Und er sagt: „Ich bin Wassermann. Wassermänner lieben die Freiheit.“#

Diese Freiheit will er mit musikalischen und literarischen Abenden ausleben. Und er will Menschen an solchen Veranstaltungen teilhaben lassen; will sie einladen, mit ihm, mit Freunden und Bekannten Musik zu hören oder Gespräche zu führen. Oder gemeinsam neugierig zu sein. Neugierig aufeinander und neugierig, mit unerwarteten Gästen Zeit zu verbringen.

Begegnung mit einem historischen Stück Papier

Unerwartet war für ihn, der sich gerade auf das Rittergut eingelassen hatte, die Begegnung mit einem alten Stück Papier: In einem Antiquariat in Darmstadt fand er das Original-Wappen „Geist von Beeren“. „Das haben meine Partnerin und ich dann ersteigert und sind nun dabei zu klären, ob wir es verwenden dürfen“, sagt er.

Denn so viel weiß er inzwischen, auch dank der historischen Recherche von Ortschronistin Regina Clausnitzer: Diese Bezeichnung entstammt nicht dem Ortsnamen, wie viele annehmen, sondern ist vom Adelsgeschlecht derer von Beeren abgeleitet. Dieser Name geht auf eine Erbschaft Hans Heinrich Arnold von Beerens zurück. Der kinderlose und alleinstehende Erblasser aus dem Adelsgeschlecht ,von Geist’ vermachte sein ansehnliches Erbe nur unter der Bedingung, dass bei „von Beeren“ auch der Adelsname „von Geist“ mit übernommen wird und so das Geschlecht „von Geist“ nicht ausstirbt.

Dazu brauchte von Beeren das ausdrückliche Einverständnis des Königs. Und er bekam es. „Da man aber nicht ,von Geist von Beeren’ oder umgekehrt heißen kann, fiel das eine ,von’ weg und so ergab sich der Name ,Geist von Beeren’“, erklärt Clausnitzer. Das hatte auch die Änderung des Wappens derer von Beeren zur Folge.

Auf dem ehemaligen Rittergut Kleinbeeren wird aufgeräumt, b evor der neue Eigentümer das architektonisch bedeutsame Ensemble übernimmt. Quelle: Jutta Abromeit

Burghard Bernhard Oeverhaus ist begeistert von so viel Historie in seinem Umfeld. Selbst beim gebückten Gang durch verwinkelte Kellergängen ist seine Freude spürbar. An einer Stelle bleibt er stehen, sagt sinnierend: „Schade, dass es die alte Bäckerei des Ritterguts nicht mehr gibt . . .“ Wer hätte sie jedoch finanziell sinnvoll aus dem Trümmerberg, der dieses Baudenkmal bis vor wenigen Jahren noch war, retten sollen? Dass Oeverhaus ihr nachtrauert, ist nicht verwunderlich. Er ist im Erstberuf Bäcker.

www.derfreiesalon.de

Von Jutta Abromeit

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